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Einzelhändler halten Parkplätze offenbar für unverzichtbar

Ein Metallband schirmt in diesem Plan den Richard-Lindenberg-Platz in Hasten von den umliegenden Straßen ab.

Im August 2007 war in der Hastener Zweigstelle der Stadtsparkasse zu sehen, wie sich drei Architekten eine Umgestaltung des Richard-Lindenberg-Platzes  vorstellen könnten. Der Konjunktiv war damals angebracht und ist es heute auch noch. Denn für die Umsetzung der Pläne fehlt der Stadt auf absehbare Zeit das Geld.  Das Gemeinsame an diesen Entwürfen: Der Platz sollte nahezu autofrei werden. Derzeit gibt es dort 20 Kurzzeit-Parkplätze, zwei für Schwerbehinderte. Davon profitieren die umliegenden Geschäfte, selbst noch die an der Hastener und der Büchelstraße. Seltsam, dass sich trotz dieses damals unübersehbaren Umstandes erst jetzt Widerstand gegen den (noch fiktiven) Wegfall der Parkplätze formiert. Der Bezirksvertretung Alt-Remscheid lag zur gestrigen Sitzung ein dreiseitiger Brief von Dr. Werner Ohler vor. Voller Bedenken gegen eine Umgestaltung dieses „Herzstücks vom Hasten".

Durch die enorme Sogwirkung des Alleecenters und der auf dem ehemaligen Hastener Bahnhofsgelände errichteten Großmärkte sei der Einzelhandel auf Feld gefährdet, sollte der Platz zu einer „Oase der Ruhe und Beschaulichkeit“ umgebaut werden. Derzeit hielten sich dort noch 1 Bäckerei, 1 Café, 1 Apotheke, 1 Buchhandlung, 2 Tabak- und Zeitschriftenläden, 1 Teeladen, 1 Metzgerei, Schlecker, der Plusmarkt, 1 Sonnenstudio, 1 Rechtsanwaltspraxis, 1 Tapetenmarkt, 2 Krankenpflegebetriebe und nicht zuletzt auch Filialen der Stadtsparkasse Remscheid und der Volksbank. Sie alle seien auf die 20 Kurzzeitparkplätze angewiesen. Werner Ohler: „Das Argument zieht nicht , man könne ja in der Nachbarschaft des Lindenbergplatzes parken. Wer nicht gleich vom Parkplatz ins Geschäft fällt, wird dort nicht einkaufen.“ Und das neue Parkgelände Lidl/Edeka/Getränkemarkt komme als Ausweichparkplatz nicht in Frage, da kein öffentlicher Parkplatz.

In diesem Entwurf fällt mehr Grün auf; dafür fehlen Parkplätze.

An eine „Oase der Beschaulichkeit“ kann Ohler nicht glauben angesichts von etwa 10.000 Fahrzeugen rund um den Platz. „Ich möchte den Hastener Bürger sehen, der sich länger als unbedingt nötig dort aufhält.“ Mit finanzieller Unterstützung der Stadt durch die Einzelhändler könne die Stadt nicht rechnen. „Man ist doch nur sehr ungern sein eigener Totengräber.“

Bezirksvorsteher Bernd Quinting (CDU) zeigte gestern Verständnis für diese Argumentation. Schließlich sei das Richard-Lindenberg-Denkmal einst verlagert worden, um Platz für Parkplätze zu schaffen. Die seien unverzichtbar; etwas anderes habe er noch von keinem einzigen Einzelhändler auf Hasten gehört. Ernst Otto Mähler (SPD) wunderte das. Schließlich sei Quinting selbst einmal Vorsitzender des Hastener Verkehrsvereins gewesen. Und jetzt falle er, auch in einem Zeitungsinterview, Hastener Bürgern in den Rücken, die privates Engagement bewiesen hätten und etwas auf die Beine stellen wollten. Voreilig obendrein und ohne Votum der Bezirksvertretung.  Im Vorfeld einer Bürgerversammlung über die Architektenentwürfe, zu der die Interessengemeinschaft Hasten und der Verkehrsverein für den 3. März eingeladen hätten.

Philipp Wallutat (FDP) erinnerte an die Ausstellung der Pläne im vergangenen August. Es sei ungeschickt gewesen von Oberbürgermeisterin Beate Wilding und der Bauverwaltung, sich trotz lerer Kassen damals schon für die Umgestaltung des Platzes stark gemacht zu haben. Bislang sei die Politik mit den Plänen noch gar nicht befasst. Aber es sei nicht falsch, Bedenken dagegen schon frühzeitig zu äußern.

Waterbölles-Kurzkommentar: Stimmt. Frühzeitig. Warum also nicht schon im August? Wer sehen wollte, konnte sehen. Offenbar bedurfte es erst einen Anstoßes, damit sich in der Politik etwas bewegte. Eigene Visionen der Kommunalpolitiker? Fehlanzeige.

Trackbacks

Waterbölles am : Gegensätzliche Interessen erschweren die Umgestaltung

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Das war schon recht ungewöhnlich: Niemand widersprach, als ein einzelner Teilnehmer an der gestrigen Informationsveranstaltung der Stadt zu den Umbauplänen für den Richard-Lindenberg-Platz auf Hasten erklärte, er werde erst ganz zum Schluss sprechen. Dabe

Kommentare

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Michael Dickel am :

Die Parkplätze sind natürlich unbedingt erforderlich, und trotzdem sollte man schnell etwas am Erscheinungsbild ändern. Wenn es bei einem städtischen Bauwerk nicht immer gleich um Millionenbeträge gehen würde, sollte man ernsthaft über die Realisierung einer Tiefgarage unter dem Platz nachdenken und ihn obendrauf richtig top gestalten. Vielleicht rechnet sich das über moderate Parkgebühren, die ja dann von den Händlern erstattet werden können. Es würde mich interessieren, wie viel so eine Garage, privat gebaut, kosten würde.

Bernd Quinting am :

Der erfreuliche Diskussionsabend am Montag zeigte folgende Fakten auf: Für eine Platzverschönerung gibt es keinen Dissens, er wird von allen gewünscht. Zur Umsetzung müssen die Interessen koordiniert u. abgestimmt werden, im wesentlichen von 1) der IGH mit Verkehrsverein mit deren absolut zu begrüßender Zielsetzung einer Stadtteilaufwertung 2) dem Einzelhandel und den Gewerbetreibenden mit dem Wunsch nach weitgehendem Erhalt der Parkmöglichkeiten. 3) der Bürgerschaft, die standortnah versorgt sein möchte und hierfür im Zentrum Parkraum benötigt 4) dem Architekturbüro, das möglichst viele Elemente seiner Planung umgesetzt sehen möchte. 5) der Finanzierung, wobei durchaus in kleinen Realisierungschritten gedacht werden kann. Hierzu sollen weitere Abstimmungsgespräche folgen. Die Aufgeschlossenheit aller Beteiligten ist vorhanden, und die Verwaltung / Politik sollte dieses Vorhaben mit hoher Priorität begleiten.

Chronist am :

In ihrem Vorschlag zum Stadterneuerungsprogramm 2011 hat die Bezirksregierung Düsseldorf die Umgestaltung des Richard-Lindenberg-Platzes mit der Priorität B bewertet und somit nicht zur Förderung in 2011 vorgesehen (im Internet unter http://tinyurl.com/6ffezpf).

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