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Er drehte das Schwungrad der Druckmaschine

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

*Liebe Lennepfreunde,
das Lenneper Altenheim der Wilhelm-Augusta-Stiftung, früher in Lennep auch als Armenhaus und / oder Siechenhaus bekannt, besteht schon lange nicht mehr. Es war eine städtische Einrichtung der wilhelminischen Zeit und lag an der Hackenberger Straße 16. Mit der Geschichte des August-Hardt-Heimes in der Sauerbronnstraße hat es nicht zu tun. In einem Bericht der 1950er Jahre heißt es zu diesem Armenhaus: Als im Jahre 1884 die Bürgerschaft Lenneps ihrer Verehrung zu dem 87jährigen „alten Kaiser Wilhelm“ und zu der 73jährigen Kaiserin Augusta sichtbaren Ausdruck zu geben suchte, beschloss man, dankbar die soziale Gesinnung des Herrscherpaares anerkennend, ein (konfessionsunabhängiges bzw. weltanschaulich neutrales) Altenheim zu errichten. Das über die damaligen Bedürfnisse hinaus geräumige und in schöner Umgebung gelegene Haus erhielt den Namen „Wilhelm-Augusta-Stiftung“. Eine eigene Landwirtschaft ermöglichte es, noch Arbeitswillige der Heimfamilie zu beschäftigen und die Kosten täglich pro Kopf auf 1,20 Mark zu senken, so dass der städtische Zuschuss zu Anfang des 20. Jahrhunderts durchschnittlich nur 4800 Mark jährlich betrug. Der Verwalter versorgte durchschnittlich 37 Alte. Von der evangelischen Kirchengemeinde waren etwa 15 Morgen Weideland dazu gepachtet. So hatten die Betreuten selbst während der Kriege eine ausreichendere Ernährung, als sie viele Familien in Lennep hatten. Davon profitierte auch so manches mittellose Lenneper Original wie z.B. der legendäre Bennad Funneman, der zeitweise beim Kreisblatt in der unteren Kölner Straße das Schwungrad der Druckmaschine drehte, in der Kirche auf der Empore immer am gleichen Platz saß und nach dem Vaterunser postwendend, also vorzeitig aber somit immer pünktlich, das Gotteshaus verließ.

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