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Verantwortung statt unangemessener Vergleiche

Pressemitteilung der Fraktion der Grünen

In der Bergischen Morgenpost vom 13. April (online 12. April) wird Dietmar Volk, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion, zum Thema Ausgangssperre so zitiert: „Das hat es bisher nur in der DDR gegeben“. Dazu findet David Schichel, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Remscheid, deutliche Worte: „Seit Monaten räumen unser Krisenstab und große Teile der ganzen Verwaltung das Chaos auf, das zwei christdemokratische Gesundheitsminister hinterlassen. Gerade vom gesundheitspolitischen Sprecher der CDU wäre da Dank angebracht. Wer angesichts der dramatischen Pandemie-Lage stattdessen derart unangemessene und geschichtsvergessene Vergleiche sucht, ist sich nicht nur seiner Parteizugehörigkeit, sondern ganz offensichtlich auch seiner Verantwortung nicht bewusst. Für diese Äußerung wäre eine Entschuldigung mehr als angemessen.“

Am Wochenende hatte der Krisenstab Remscheid aufgrund der permanent steigenden Zahlen eine Allgemeinverfügung erlassen und zusätzliche Corona-Schutzmaßnahmen angeordnet. Hierzu gehört auch eine Ausgangssperre zwischen 21 bis 5 Uhr. „Eine solche Ausgangssperre sollte selbstverständlich immer eines der letzten Mittel im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Corona-Virus sein“, so Schichel. „Solange der Inzidenzwert noch unter der 200er Marke lag, konnte man vielleicht noch abwägen und auf diese letzte Maßnahme verzichten. Bei einem Wert von 255 am vergangenen Wochenende musste die Stadt Verantwortung übernehmen und diesen schwierigen Schritt gehen“, stellt Schichel klar. „Wir müssen jetzt einfach alles tun, was nötig ist, um diese kritische Lage wieder zu entspannen und so auch zu einer Entlastung auf den Intensivstationen zu sorgen. Wir riskieren andernfalls Menschenleben.“

Der Fraktionsvorsitzende weist zudem darauf hin, dass die Ausgangssperre erst einmal bis zum 18. April verordnet wurde. „Sollte man am Sonntag einen Rückgang der Zahlen beobachten, gehe ich davon aus, dass die Lage neu bewertet wird“, so Schichel. Er stellt fest, dass Volk augenscheinlich die neuen, vom Bund vorgegebenen Änderungen des Infektionsschutzgesetzes nicht kenne. Die Bundesregierung und Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidentinnen haben sich darauf verständigt, dass Landkreise oder kreisfreie Städte ab einer Inzidenz von 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche dazu angehalten sind, unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr am nächsten Morgen zu verhängen. Remscheid liegt aktuell bei einem Wert von 280. „Dietmar Volk scheut sich wohl, bei Wähler*innen vielleicht unbeliebte, aber in der Sache notwendige Schritte zu gehen. So macht man zwar Stimmung, aber damit lässt sich Corona sicher nicht bezwingen.“

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Kommentare

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Jutta Hill am :

Immer mehr Menschen kämpfen im Alltag mit den Maßnahmen gegen die Pandemie, und auch die Wirtschaft leidet zunehmend. Ein Jahr leben wir nun im ständigen Wechsel von Lockdown und Lockerungen, und das Ende der Pandemie ist nicht in Sicht. Die Hoffnung auf schnelle Impfungen schwindet, da Impfstoffe verspätet ankommen oder wegen möglicher Nebenwirkungen für bestimmte Gruppen wieder aus dem Verkehr gezogen werden. Gleichzeitig warnen Virologen und Wissenschaftler vor neuen sich schnell ausbreitenden Virus-Mutanten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Gesellschaft und die Politik in zwei Lager spaltet. Die Befürworter der Maßnahmen fordern noch strengere Anordnungen, und die Kritiker verweisen auf die Kollateralschäden und fordern baldige Lockerungen. Auch meinen Alltag hat die Pandemie durcheinandergewirbelt. Freunde zu treffen ist nicht mehr meine persönliche Sache, sondern betrifft das Gemeinwohl. Jede Entscheidung muss sorgfältig abgewogen werden. Ich frage mich ständig, ob mein Verhalten das Ansteckungsrisiko erhöht und ich somit meine Freunde, Familie, Kollegen oder die Allgemeinheit gefährde. Diese Frage ist meine persönliche Risikoabschätzung. Solange die Faktenlage der Pandemie interpretationsbedürftig bleibt, richtet sich mein Handeln hauptsächlich nach meiner persönlichen Sichtweise. Das zeigen auch die zunehmend kontroversen öffentlichen Debatten .Viele Menschen empfinden die Eindämmungsmaßnahmen für unverhältnismäßig und kritisieren die für sie verbundenen Einschränkungen. Andere dagegen wünschen sich strikteres Vorgehen. Wie Menschen die Corona-Maßnahmen bewerten, ist eine persönliche Abwägung individueller Freiheit und Gemeinwohl. Die Politiker haben nun die schwierige Aufgabe. die Menschen durch diese Pandemie zu führen. Dies ist keine leichte Aufgabe, und man sollte beginnen, sich auf Gemeinsamkeiten konzertieren und die unterschiedlichen Interessen und Bewertungen anzuerkennen .Dies bedeutet, nicht allen gerecht werden zu müssen. Dies funktioniert in Krisensituationen nicht, in der klare Entscheidungen und langfristige Strategien gefragt sind. Verschiedene Sichtweisen müssen jedoch akzeptiert werden. Aber auch Akzeptanz hat dort ihre Grenzen, wo Misstrauen gegen demokratische Institutionen gesät wird und Minderheiten zu Sündenböcken gemacht und unsinnige Verschwörungstheorien verbreitet werden. Manche wünschen sich sogar in diesen Zeiten einen autoritären Staat wie China, um schnellere Lösungen und Maßnahmen zur Bewältigung der Pandemie umsetzen zu können. Wir müssen jedoch die Aufgabe meistern, die Infektionszahlen zu senken und trotzdem unsere Demokratie dabei zu erhalten. Das wird die Politik nicht alleine meistern können, und darum braucht es weiterhin einen gesellschaftlichen Dialog. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass man den anderen mit seiner unterschiedlichen Sichtweise nicht mehr versteht. Würde kein Austausch mehr stattfinden, könnte man seine eigenen Positionen nicht mehr reflektieren oder voneinander lernen. Zudem können so undemokratische Extremgruppen aufgedeckt und rechtzeitig in ihre Schranken verwiesen werden. Im Dialog hat die Politik die Möglichkeit, die unterschiedlichen Perspektiven und Werte sichtbar zu machen. Allen kann sie dabei nicht gerecht werden, aber indem sie ihre Entscheidungen und Abwägungen gut begründet und erklärt, hat sie die Chance, Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln, die alle mitnehmen. Dies würde ich mir auch für Remscheid wünschen. Bei mir ist der Eindruck entstanden, dass bei der letzen Anordnung der Ausgangsperre genau dieser Dialog zwischen den Parteien nicht stattgefunden hat und der versäumte Dialog jetzt erst über die Social Media Kanäle stattfindet.

Thomas Fritsche am :

Sehr geehrter Herr Schichel, ich bin schon erstaunt (oder bei Ihnen eigentlich auch nicht) wie leichtfertig Sie hier mit den Grund- und Freiheitsrechten von rund 111.000 Bürgern in Remscheid umgehen. Sie stellen hier die These auf, dass die Ausgangssperre eine unbeliebte, aber notwendige Massnahme sei. Was aber erst einmal zu beweisen wäre. Denn es ist nur These, die Sie vertreten und sie ist mit Nichts bewiesen. Nach meiner These stecken sich die Menschen wohl viel häufiger zwischen 5.00 Uhr und 21.00 Uhr an. Da Sie, wie ich das verstehe, die Anwendung notwendiger Mittel für gerechtfertigt halten, müssten Sie konsequenterweise die Menschen 24 Stunden am Tag einsperren. Ab wann dürfen wir das denn von Ihnen erwarten? Dass Sie hierbei kein Störgefühl haben? Wunderts mich? Wunderts mich nicht? Bezugnehmend auf diese Gedanken, finde ich die "DDR-Bemerkung" von Herrn Volk noch verhältnismäßig harmlos. Mal eine persönliche Frage: Sie haben doch sicher eine Sondergenehmigung, sodaß die Ausgangssperre Sie sicher nicht betrifft.

David Schichel am :

Sehr geehrter Herr Fritsche, "leichtfertig" sind hier allenfalls Ihre persönlichen Urteile und die Suggestion für 111.000 Menschen zu sprechen. Und Nein, selbstverständlich habe ich keine Sondergenehmigung. Frau Hill möchte ich ausdrücklich für ihre Worte danken.

Peter Maar am :

Die Begründung von immerhin der Bundesregierung (nicht von Herrn Schichel) zum Gesetzentwurf zur Einführung von nächtlichen Ausgangssperren als ein (!) Mittel zur Pandemiebekämpfung verweist auf mehrere Studien, u.a. auf eine Studie der Universität Oxford. Die Forscher kommen bei ihrer Auswertung zu dem Schluss, dass mit nächtlichen Ausgangssperren der R-Wert - das ist die Zahl, wie viele bis dahin Gesunde ein Corona-Infizierter ansteckt - um 10 bis 20 Prozent gesenkt werden kann. Das wäre laut dieser Studie mehr, als sich mit der Schließung aller Bildungseinrichtungen erreichen ließe. Hier liegt die Reduktion des R-Wertes den Forschern zu Folge bei 10 Prozent oder weniger. (Quelle: Spiegel-Online v. 13.4.2021). Berliner Forscher der Technischen Universität Berlin fordern sogar zur Pandemiebekämpfung ein nahezu vollständiges Verbot privater Besuche in Innenräumen. "Die Politik müsse dringend kommunizieren, dass im Hinblick auf die hoch ansteckende britische Virusvariante jeglicher ungeschützte Kontakt außerhalb des eigenen Haushalts in Innenräumen nicht mehr akzeptabel ist", so einer der Berliner Wissenschaftler. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse kann man natürlich wieder als abwegig hinstellen, wie überhaupt die dringenden Appelle von Virologen, Epidemiologen und Intensivmediziner von den politisch Verantwortlichen teilweise nicht mehr zur Kenntnis genommen werden. Das Ignorieren der Vorschläge aus der Wissenschaft und das damit verbundene verantwortungslose politische Taktieren hat letztlich dazu geführt, dass Maßnahmen wie nächtliche Ausgangssperren jetzt erforderlich werden. Im Übrigen: Den ungeheurlichen Vergleich, die demokratischen Institutionen in der Bundesrepublik Deutschland mit der SED-Diktatur als "verhältnismäßig harmlos" zu bezeichnen, disqualifiziert den Schreiber für jede weitere sachliche Auseinandersetzung.

Thomas Fritsche am :

Herr Maar, ich sehe Sie nicht in der Position mich zu disqualifizieren. Vielleicht haben Sie meinen Beitrag einfach nur nicht verstanden. Ich habe die "DDR-Bemerkung" nicht gemacht, sondern Dietmar Volk, der schließlich in der DDR aufgewachsen ist und den ich deshalb in dieser Sache ernster nehmen kann, als Ihre Echauffierung und die von Herrn Schichel darüber. Ich habe Herrn Volks Äußerung in Relation zu Herrn Schichels Verharmlosung zur Ausgangssperre von 111.000 Remscheider Bürger/innen gesetzt. Wenn Sie Ihre persönliche Freiheit und Ihre Grundrechte eines vermeintlich höheren Zieles opfern wollen, so ist das Ihre Angelegenheit. Meine Bedürfniss dieses Recht zu verteidigen, werde ich mir weder von Ihnen noch Herrn Schichel absprechen lassen. Ihre aufgeführten "Fakten", sind genauso umstritten. Ich kann hier auch gerne zitieren. Die Frankfurter Rundschau vom 31.03.21: ...Corona-Maßnahmen in Deutschland – Keine Daten über Wirkung von Ausgangssperren Die Wirksamkeit von Ausgangssperren zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist in Deutschland gegenwärtig allerdings noch durch keine wissenschaftlich validierten Daten belegt. Auf eine Anfrage von „ZDFheute“ nach einer systematischen Auswertung dieser Maßnahme antwortete das Robert Koch-Institut (RKI), dass „hierzu keine Untersuchungen bekannt“ seien. Und auch internationale Studien liefern bislang keine einheitliche Antwort bezüglich der Wirksamkeit von nächtlichen Ausgangssperren. So kommt eine Studie der britischen Universität Oxford zu dem Schluss, dass einfache Kontaktbeschränkungen den größten Effekt auf die Senkung der Corona-Infektionszahlen haben, berichtet das ZDF. Dazu zählten die Schließung von Einrichtungen, in denen Menschen sich näher kämen wie etwa Schulen, Bars, Restaurants oder Fitness-Studios sowie die Begrenzung von Ansammlungen von Menschen auf maximal zehn Personen. „Der zusätzliche Effekt von Ausgangssperren war vergleichsweise gering“, so das Fazit der Studie.... ------------------------------------------------------------------------------------------- Herr Maar, die Oxford-Studie haben Sie, meines Erachtens, auch falsch zitiert. Herr Lauterbach verkürzt und polemisiert auch gerne, was er bei der Vorstellung dieser Oxford Studie getan hat." Hierzu kann ich den Artikel der Wochenzeitung -www.freitag.de/autoren/der-freitag/lauterbachs-zweifelhaftes-lob - empfehlen. Hier heißt es unter anderem: ...In der Debatte um Ausgangssperren wird immer wieder der Preprint der Studie Understanding the effectiveness of government interventions in Europe’s second wave of COVID-19 zitiert. Inwiefern zeigt diese Untersuchung mehr als eine Korrelation? Gibt es diesen Zusammenhang zwischen Ausgangssperren und sinkendem R-Wert, also ist dieser auch kausal, oder gibt es möglicherweise Randbedingungen, die viel entscheidender sind? Um diese Fragen zu beantworten, hilft ein genauer Blick in den Begleittext der Studie. Hier läßt sich besser abschätzen, welche Interpretationen sie zulässt. Ebenso wichtig ist der Blick darauf, wie mit ihr umgegangen wird, und was die mögliche Robustheit derselben angeht. In der Studie wird, wie bei allen ernstzunehmenden wissenschaftlichen Studien, auch auf Störfaktoren und Begrenzungen der Untersuchung hingewiesen. Manchmal sind diese so einflussreich, dass ein Preprint auch wieder zurückgezogen bzw. massiv verändert werden muss."

Klaus Konkel am :

Also alle raus, dort zwei Meter Abstand halten und das Zuhause nicht gemeinsam mit Freunden oder Verwandten teilen. Wie lange braucht es dann, bis dem Virus die Puste ausgeht? UV Licht soll dem Virus nicht gut tun, so das ein "Tagsüber draussen" eine Überlegung ist. Das Virus ist nicht nachtaktiv, in der Nacht aber nicht gefährdet durch UV-Licht. In geschlossenen Räumen mit vielen Personen sind die schädliche Aerosole am gefährlichsten. Diffusion ist dabei schon wichtig, nicht im Zusammenhang der Ansteckungsgruppen, sondern in der natürlichen Verteilung von Kleinstteilchen in der Luft.

Philipp Wallutat am :

Ich empfehle, nicht nur an den Lippen von Herrn Lauterbach zu hängen, sondern sich ab und zu die Zeit zu nehmen, in die Studien selbst zu schauen. Herr Lauterbach agiert schließlich nicht nur als Wissenschaftler, sondern auch als Bundespolitiker. Wer den Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Kenntnis nimmt, der kann nicht behaupten, auch wissenschafltiche Erkenntnisse zur Kenntnis zu nehmen. So heißt es im Begleittext der Oxford-Studie zur Ausgangssperre (https://tinyurl.com/5rkehy3d): "However, due to the broad nature of these interventions, they are also likely to interact with other active NPIs (nonpharmaceutical interventions). In contrast, the other NPIs affect largely distinct areas of social activity and therefore are not expected to mutually interact to a great extent." Für Nicht-Sozialwissenschaftler: Die Studie kann keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Rückgang von Fallzahlen und den Ausgangssperren nachweisen, weil diese Maßnahme mit anderen Maßnahmen parallel laufen. Andere Maßnahmen, die in europäischen Ländern angewandt wurden, spielen in der Studie gar keine Rolle. Die Autoren der Studie raten abschließend: "Therefore, our estimates should be combined with expert judgment to adjust them to local and contemporary circumstances." Genau dies ist im Gesetzentwurf der Bundesregierung, den Herr Maar hier bejubelt, nicht der Fall. Zwischen der Rheinpromenade in Köln, dem Dorfkern von Lüttringhausen und einem Acker in Holstein gibt es Unterschiede, die bei dieser massiven Einschränkung von Grundrechten berücksichtigt werden sollten. Das kostet keine Zeit, sondern man muss nur Sinn für unseren liberalen Rechtstaat aufbringen.

David Schichel am :

Ich wage zu behaupten, dass keiner der hier Diskutierenden, mich eingeschlossen, tatsächlich fachlich in der Lage ist, diese Studie ernsthaft auszuwerten. Ich habe überhaupt kein Problem zu sagen, dass ich nicht weiß, ob und wie sich die Ausgangssperre tatsächlich auswirkt. Und auch eine einzelne Studie kann das nicht belegen. Ich weiß aber, dass es Stand letzten Sonntag noch vier freie Intensivbetten in dieser Stadt gab. Sie können sich ausrechnen, wie viele Notfälle da unter 111.000 Menschen noch passieren dürfen. Nun ist das Recht auf körperliche Unversehrtheit und darauf, dass diese nicht mutwillig oder fahrlässig gefährdet wird, ebenso ein Freiheitsrecht. Frau Hill hat wunderbar beschrieben, was das Wort "abwägen" bedeutet. Und deshalb habe ich dem OB auch meine Unterstützung für die Entscheidung des Krisenstabs ausgesprochen. Und darauf möchte ich nochmal klar hinweisen: Der Krisenstab macht nicht die Gesetze, die machen Regierungen, die von der Partei geführt werden, der Herr Volk angehört. Wenn er der Stadt DDR-Methoden vorwirft, dann also letztlich seiner Partei. Ich mache das ausdrücklich nicht.

Heinz Wäscher am :

In Wuppertal gibt es insgesamt 131 und in Solingen insgesamt 70 Intensivbetten, da sind die 30 in unserer Stadt meiner bescheidenen Meinung nach etwas wenig. Quelle: https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/kartenansichten

Dirk Schaefer am :

Nun, Wuppertal hat fünf Klinikstandorte mit 360000 Einwohnern, Solingen zwei Klinikstandorte mit 163000 Einwohnern und Remscheid einen Standort mit 111000 Einwohnern. Da gibt es bestimmt irgendwo einen Zusammenhang...

Heinz Wäscher am :

Soweit mir bekannt ist, gibt es immer noch ein Krankenhaus an der Brüderstraße. Des Weiteren würde mich interessieren, was die Verantwortlichen zwischenzeitlich gegen die Personalknappheit im medizinischen Bereich getan haben?

Matthias Blum am :

Wenn man die Kommentare liest, sind ja hier scheinbar lauter Virologen, Epidemiologen, Pandemiologen, Soziologen und Lungenfachärzte unterwegs. Anstatt euch an den Kopf zu werfen, was alles nicht geht, wären mal Vorschläge angebracht, wie man es besser machen kann.

Andreas Körber am :

Kann es sein, das sich in die Argumentation einiger Teilnehmer hier eine nicht zu überhörende, gar persönlich motivierte, Schärfe eingeschlichen hat? Es gibt Mitbürger, die durch die Lockdowns wirtschaftlich schwer getroffen werden und denen irgendwann die Luft ausgehen wird, wenn das nicht schon geschehen ist. Kann mich erinnern, dass da ein Herr Altmeier aus Berlin großzügige Hilfe versprach - hat wohl nicht geklappt. Ihre Ungeduld und Verzweiflung ist also absolut nachzuvollziehen. Aber das ist ein anderer Aspekt als der, den ich hier kurz beleuchten möchte. Natürlich haben wir alle keine Ahnung von der Materie und bringen daher Argumente vor, die wir zwar nicht verifizieren können, die uns aber plausibel erscheinen. Der Spagat zwischen medizinischer Notwendigkeit (alles runterfahren) und wirtschaftlichen Zwängen (soviel als möglich offen lassen), führt zu mitunter kuriosen Entscheidungen, wie z.B. der Schließung unseres Stadtparks. Aber vielleicht sollten wir uns mal dem Kern unseres Problems zuwenden. Der Frage nämlich, was uns die Gesundheit bzw. das Leben unserer Mitmenschen wert sind. Wie viel wirtschaftlichen Schaden sind wir als Gesellschaft bereit zu ertragen bis wir, im Wissen um weitere Opfer, alle Restriktionen wieder aufheben? Natürlich gibt es darauf eine Antwort. Spätestens wenn unsere Kühlschränke leer sind, werden wir wieder hochfahren müssen. Ich hoffe das wir den Virus in den Griff bekommen, bevor wir gezwungen werden, diese Frage abschließend zu beantworten. Aber Gesundheit und Leben unserer Mitmenschen zu gefährden, weil die Politik sich gezwungen sieht, lieb gewonnene und bisher als völlig selbstverständlich angenommene Freiheitsrechte, temporär einzuschränken, erscheint mir ein unverhältnismäßig hoher Preis für z.B. Nachtwanderungen, Restaurantbesuche, Urlaubsfahrten oder Geburtstagsfeiern. Offensichtlich kommt die Konsensgesellschaft in der Coronadebatte schnell an ihre Grenzen.

Thomas Fritsche am :

Herr Körber, dann erklären Sie mir doch bitte, inwiefern ich mit einer Nachtwanderung, die ich alleine mache, andere Menschen gesundheitlich gefährde?

Andreas Körber am :

Hallo Herr Fritsche, auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, habe ich doch bereits auf manch kuriose Entscheidung unseres politischen Führungspersonals verwiesen - oder? Aber vielleicht sollten wir einfach mal das Schwadronieren sein lassen und tun was nötig ist. Masken tragen, Abstand halten und Hygienevorschriften beachten. Das wird Corona nicht besiegen aber doch etwas eindämmen, haben wir letztes Jahr ja gesehen. Dann würden wir vielleicht die Zeit gewinnen, die wir trotz des Totalversagen unserer Politik beim Kauf der Impfstoffe verloren haben, um hoffentlich noch einmal mit einem sehr, sehr blauen Auge davon zukommen. Mehr ist, fürchte ich, nicht mehr zu erwarten.

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