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Der Frühlingswald tut uns jetzt richtig gut

Pressemitteilung des Stadtforstamtes

Trotz der schwierigen Witterungsbedingungen der letzten drei Jahre und des schlechten Gesundheitszustandes vieler unserer Baumarten lassen sich die erfolgreichen Ergebnisse und Resultate der auch im vergangenen Winter wieder durchgeführten Waldpflegemaßnahmen am besten im Remscheider Frühlingswald, im Bereich Küppelstein, im Reinshagener Schimmelbusch sowie in den Laubwäldern südlich der Von-Bodelschwingh-Siedlung bestaunen. Das frische Grün der dortigen Buchen, Ahorne und Eschen scheint jetzt förmlich zu explodieren um das durch die Waldpflegemaßnahme geschaffene Licht im Kronenraum gierig aufzunehmen.

Vorrangigstes Ziel des bereits seit Jahrzehnten praktizierten ökologischen Waldumbaus in Remscheid ist es, nachhaltig vitale, vielfältig gemischte und strukturreiche Mischwälder zu erhalten und zu entwickeln. Nur so können die vielfachen Anforderungen an unseren wirtschaftlich genutzten Erholungswald dauerhaft erfüllt werden. Dies geschieht durch Öffnung des zuvor geschlossenen Kronendaches. Dies bringt Licht in die Wälder um die eingeleitete natürliche Verjüngung des Waldes zu unterstützen. Davon können sich die Waldbesucher am besten gerade jetzt bei tollem Wetter im Remscheider Frühlingswald eindrucksvoll selbst überzeugen. Auf lange Sicht sollen mit dem gesellschaftlich geforderten ökologischen Waldumbau stufige naturnahe Waldbestände mit möglichst vielen unterschiedlichen Baumarten entwickelt werden, in denen Bäume allen Alters und Dimensionen in einem Bestand vertreten sind. Vor allem der dramatische Klimawandel zwingt dazu, die Waldbestände in puncto Stabilität durch Ungleichartigkeit und Mischung von verschiedenen Baumarten auf der Fläche auf die Folgen der Klimaveränderung vorzubereiten. Risiken für den Wald, z.B. durch Stürme, Schädlinge oder Trocknis sollen so durch breitere Baumartenmischung und Altersstruktur möglichst breit verteilt und damit insgesamt verringert werden.

Die Bewirtschaftung des Remscheider Waldes erfolgt dabei nach den Grundsätzen der naturgemäßen Waldwirtschaft und ist bereits seit dem Jahre 2001 nach den allgemein anerkannten Prinzipien des PEFC zertifiziert. Die ökologisch ausgerichtete Waldpflege geschieht im Remscheider Wald planmäßig nach dem sog. Pflegeblockprinzip in einem Turnus von i.d.R. fünf Jahren – auch und gerade in den hiesigen Naturschutzgebieten. Dass die Pflege und Durchforstung von Waldbeständen in Landschaftsschutz- sowie Naturschutzgebieten nicht nur seine Richtigkeit hat, sondern sogar explizit den Schutzzwecken dient, belegen diverse wissenschaftlich basierte Studien.

Die Bäume in Remscheids Wäldern erbringen uns vielfältige lebenswichtige Ökosystemdienstleistungen, sie sind Luftfilter, Wasserspeicher, Boden- und Klimaschützer und Lebens- sowie Erholungsraum gerade in aktuellen Zeiten der Corona-Pandemie. Zudem hat gerade gestern der Deutsche Bundestag beschlossen zukünftig die Waldbesitzenden mit einem  neuen Förderinstrument für die erbrachten Ökosystemleistungen unserer Wälder stärker finanziell zu fördern. Ökosystemleistungen sind dabei insbesondere

  • natürliche Luftfilter: Ein großer Laubbaum, z.B. eine 200-jährige Stieleiche, produziert stündlich bis zu 370 Liter Sauerstoff – das sind rund drei Millionen Liter im Jahr. Die Blattfläche eines solchen Baumes umfasst bis zu 1.000 Quadratmeter und der Baum filtert jährlich viele Kilogramm Schadstoffe aus der Luft. Die Blätterdächer spenden im Sommer Schatten und viele Bäume wirken als Filter für Feinstaub, der verstärkt bei Trockenheit auftaucht. Ahorn, Buchen und Kastanien sind gute natürliche Filter.
  • Wasserspeicher: Ein 20-jähriger Laubbaum verhindert mit seinen Wurzeln den Abfluss von bis zu 70.000 Litern Wasser im Jahr. Er speichert das Wasser und dient damit dem Hochwasserschutz. Zudem halten seine Wurzeln rund 50 Tonnen Boden zusammen, in dem sich unzählig viele Mikroorganismen, Insekten, Würmer tummeln.
  • Klimaschützer: Was das Klein-Klima betrifft, sind Laubbäume geradezu Alleskönner. Jeder Baum kühlt unmittelbar vor Ort und sofort. Denn Laubbäume verdampfen Wasser und das verbraucht Wärme, die somit die Luft nicht aufheizen kann.
  • Lebensraum: Nicht nur die Wurzeln eines Baumes bieten Lebensraum für unzählige Organismen, auch in der Rinde, auf den Ästen, in den Hohlräumen, im Laub, der Baumkrone oder dem Baumwipfel leben die unterschiedlichsten Lebewesen, zum Beispiel Algen, Schmetterlinge, Insekten und Vögel. Allein an einer Linde können bis zu 30 pflanzenfressende Insektenarten gezählt werden, zahlreiche Schmetterlingsarten ernähren sich von ihrem Nektar und auch die Bienen sind dankbare Abnehmer der Lindenpollen. Im Mittelalter waren die Linden deshalb auch als sogenannte Bienenweiden geschützt.

(Weitere Informationen: Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft NRW, www.anw-nrw.de, PEFC – „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ (www.pefc.de)= , forstwirtschaft-in-deutschland.de, https://www.wbvnrw.de/wbv_nrw/Aktuelles/Kommunalwaldvertreter%20begr%C3%BC%C3%9Fen%20geplante%20Honorierung%20der%20%C3%96kosystemleistungen%20der%20W%C3%A4lder/, https://www.tbr-info.de/, https://www.waldgenossenschaft-remscheid.de/, https://forstverband-remscheid.de/)

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