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Vom Pandemie–Chaos–Modus an den Schulen

von Heike Linsdorf und Erden Ankay-Nachtwein, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

Seit einem Jahr befinden sich auch die Schulen im Pandemie–Chaos–Modus! Daraus ergeben sich ganz unterschiedliche Belastungssituationen für alle Beteiligten. Hier eine nicht vollständige Auswahl der Berg- und Talfahrt der vergangenen Monate:

Das Schulleben hat sich enorm verändert. Präsenzunterricht und Distanzlernen wechseln sich regelmäßig ab. Mal sind die Schulen ganz normal mit voller Klassenstärke geöffnet, mal findet Wechselunterricht statt, mal gibt es nur Distanzlernen. Dies alles wird zentral von der Landesregierung gesteuert, Anweisungen zur Umsetzung der Corona-Regeln erfolgen oft extrem kurzfristig, eine Anpassung an örtliche Gegebenheiten ist nicht vorgesehen.

In Phasen des vollständigen Präsenzunterrichtes knubbeln sich 25 bis 30 Kinder mit Masken und bei geöffneten Fenstern im Klassenraum, drängen sich nach der Pause um ein Waschbecken, um die Hände zu waschen, nehmen beim Essen und Trinken die Masken selbstverständlich ab. Die Pausen erfolgen zeitversetzt, um keine Vermischung der Schülergruppen zu ermöglichen. Ihre Lehrer*innen sind zu dauernder Aufsicht verpflichtet und haben keine Pausen mehr. Die Klassenräume werden bei regelmäßiger Lüftung im Winter nicht mehr warm, alle behalten ihre dicken Jacken an.

Im Wechsel– und Distanzunterricht offenbaren sich die digitalen Schwachstellen. Die Schulen sind nicht mit genügend Datenvolumen ausgestattet, die Lehrer*innen nicht mit digitalen und sicheren Endgeräten, die Schüler*innen nicht mit Computern, Druckern und W-Lan Zugang zu Hause. Viele werden dadurch abgehängt und sind kaum noch erreichbar. Die Lehrer*innen fahren im schlimmsten Fall wöchentlich durch die Stadt und bringen Lernpakete zu Hause vorbei. Eine Rückmeldung und Feedback für alle wird zur Unmöglichkeit. Die Telefone laufen heiß, bei Videokonferenzen treten regelmäßig alle möglichen Schwierigkeiten auf: Kein Bild, kein Ton, mal wieder rausgeflogen….?!

In den Schulen treffen viele Menschen in geschlossenen Räumen aufeinander, Abstände sind kaum einzuhalten, und die Gefahr der Ansteckung ist hoch. Anfangs gab es nicht genügend Schutzmasken, die Belüftung ist nicht ausreichend gewährleistet, die Impfstrategie war lange unklar und ist es noch. So sind zwar inzwischen viele der Grund- und Förderschullehrer geimpft, die Kolleg*innen aus dem Sekundarbereich werden aber immer noch nicht geimpft, obwohl doch gerade die älteren Schüler ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung mit sich bringen. Diese müssen auch oft dicht gedrängt in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule fahren.

Im Frühjahr 2021 werden die Schulen nun zu Testzentren. In den Osterferien mussten viele Schulleitungen tagelang Wache in der Schule schieben, um auf Lieferungen von Tests zu warten, die dann doch nicht kamen. Nun sind die Tests da, aber sie sind nicht kindgerecht. In der Grund- und Förderschule gelingt es vielen Schülern nicht ohne Hilfe, den Test zuverlässig durchzuführen. Geschulte mobile Testteams, wie von der GEW gefordert, gibt es nicht. Bei einem positiven Testergebnis ist unklar, wie und wo die Schüler beaufsichtigt werden, bis sie von ihren Eltern abgeholt werden.

Dies ist nur ein Ausschnitt aus den Schwierigkeiten, vor denen die Schulen seit einem Jahr stehen. Dabei bleibt der Leistungsdruck und die Forderung nach vergleichbaren Standards und Leistungsanforderungen.

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