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Auch sprachliche Probleme mit den Corona-Regeln

Mediziner fordern, beim Impfen gegen das Corona-Virus den sozialen Status mehr in den Focus zu rücken. Ihr Vorschlag: mit mobilen Teams verstärkt in so genannten sozialen Brennpunkten zu impfen. Das sieht auch der Städte- und Gemeindebund so. Studien haben ergeben, dass die COVID-19-Sterblichkeit in sozial benachteiligten Regionen um bis zu 70 Prozent höher liegt als in Gegenden mit geringer sozialer Benachteiligung. Obwohl es dafür keine konkreten Zahlen gibt, werden oft auch Menschen mit Migrationsgeschichte als besonders von Corona Betroffene genannt.

Bevor Muslime die Moschee in Wuppertal-Elberfeld zum Freitagsgebet betreten dürfen, müssen sie eine Corona-Teststation passieren. Der Test sei ist freiwillig, betont Mustafa Temizer, Sprecher der Wuppertaler Moscheegemeinden.  „Das ist die vierte Woche in der wir testen. Das wird sehr gut angenommen, wir fangen eine Stunde vor dem Gebet an mit dem Testen und ich kann sagen, so 75 bis 80 Prozent der Besucher lassen sich testen. Es geht um unser aller Gesundheit!“

In Wuppertal haben etwa 40 Prozent der Menschen eine Migrationsgeschichte. Im „Haus der Integration“ sind alle wichtigen Einrichtungen vereint, die sich um zugewanderte oder geflüchtete Menschen kümmern - Wohnen, Arbeit, Sprache. Der Leiter des Hauses ist Hans-Jürgen Lemmer. Auch er hört oft. die Migranten kümmerten sich nicht um die Corona-Regeln. Er hält dagegen: „D i e  Migranten gibt es nicht. Hier kommt es an auf soziale Zusammenhänge an; wo sind Menschen groß geworden. Eine ganze Menge hält sich an die Regen, andere weniger!“ Das Virus, treffe die Ärmsten besonders. „Wir haben gerade bei Neu-Zugewanderten viele Menschen in prekären Wohnverhältnissen, um das mal nett auszudrücken. Wir haben Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen. Wenn Menschen bereit sind, für zwei Euro fünfzig die Stunde zu arbeiten, damit sie überleben können, und das haben wir gerade bei EU-Einwanderern aus Südosteuropa, der wird nicht nach Arbeitsschutzmaßnahmen fragen oder nach einer Maske bei der Arbeit.“

Lemmer berichtet auch von Vorbehalten gegen die Corona-Maßnahmen unter seiner Klientel, besonders von Skepsis gegen das Impfen. Bei neu zugewanderten Roma aus Rumänien oder Bulgarien gelte das Impfen oft als ein Mittel staatlicher Kontrolle. Männer mit türkischen oder arabischen Wurzeln fürchteten, ihnen werde hier mit den Impfstoffen die Potenz genommen.

Viele türkischstämmige Frauen misstrauten den Präparaten, sagt Emel Ferik. Sie leitet die Beratungsstelle für Zuwanderer und Geflüchtete im „Neuen Lindenhof“ in Remscheidf-Honsberg: „Die Türkinnen haben Angst, unfruchtbar zu werden oder andere organische Schäden davonzutragen. Und ich glaube, das führt dann dazu, dass die Menschen vorsichtig sind und sich nicht sofort mit dem neuen Impfstoff impfen lassen; sie wollen lieber noch warten.“

Wer sie um Rat frage, vermisse oft bessere Informationen über das Virus und über die Corona-Regeln, sagt Emel Ferik. „Wir haben Menschen, die sich dann nicht mehr trauen, vor die Tür zu gehen. Deswegen sind die Straßen auch so leer, weil sie gar nicht mehr wissen, an welche Maßgabe sie sich halten sollen. Die ändern sich ja dauernd.“ Das irritiere besonders ältere Migranten, sagt die Sozialwissenschaftlerin. Die in großen Familien lebten, in denen die geforderte Distanz oft schwer falle - räumlich und sozial, und die mit den Inhalten der Corona-Regeln und -Gesetze auch sprachlich ihre Probleme hätten.

Muslime der jüngeren Generation kennen keine Sprachbarriere. Ahmed Murat ist Vorstand der islamischen Hochschulgemeinde in Wuppertal. Drei seiner engsten Freunde haben sich an Corona angesteckt, im Job, in der Familie. Wie Emel Ferik wünscht er sich mehr Kommunikation zwischen der Stadt und den Menschen mit Migrationsgeschichte. „Wenn ich als Stadt in der Verantwortung bin, dann würde ich alles was in meiner Macht steht versuchen, um diese Communities zu erreichen, denn diese Gemeinden haben sehr viel Network, die können viele Menschen erreichen, und wenn ich mit diesen Gemeinden offen kommunizieren kann, dann kann ich sehr viele Menschen auf kurzem Weg erreichen.“ Die W u p p e r t a l e r Moscheegemeinden wollen die Stadt bei ihrem Vorhaben der mobilen Impfteams in sozial schwachen Gegenden unterstützen.

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Kommentare

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Fraktion der CDU am :

Um das Corona-Virus auch in Remscheid mit den richtigen Maßnahmen bekämpfen zu können, fordert der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Kötter größtmögliche Transparenz bei Zahlen und Fakten. Auch eine Impfaktion in sozial benachteiligten Stadtteilen hält er für eine gute Idee: „Gegen Corona helfen keine Verschwörungstheorien. Auch das Verschweigen vielleicht unliebsamer Tatsachen hilft nicht weiter. Wir besiegen das Virus auch nicht mit Impfneid. Was wir brauchen, sind Fakten und Zahlen und zielgerichtete Maßnahmen, die sich aus diesen transparent zu vermittelnden Fakten und Zahlen ergeben. Alles, was wirksam, vertretbar und vernünftig ist, sollte im Kampf gegen die Pandemie zur Anwendung kommen.“ „Um überhaupt erst mal ein möglichst vorurteilsfreies Bild von der Lage zu bekommen, benötigen Öffentlichkeit und Politik in regelmäßigen Abständen einen Überblick über möglichst detaillierte Corona-Zahlen für die einzelnen Stadtteile. Um im Kampf gegen das Virus noch erfolgreicher zu werden, brauchen wir diese Zahlen. Bisher liegen uns diese in Remscheid unserer Auffassung nach nicht detailliert genug vor. In der Landeshauptstadt Düsseldorf hingegen werden diese Zahlen vorgelegt. Wir sollten uns an dem Düsseldorfer Beispiel orientieren“, fordert Kötter. „Außerdem sollten wir uns an Köln orientieren. Die Domstadt bekommt für die geplanten Impfungen in sozialen Brennpunkten 1.000 zusätzliche Impfdosen vom Land. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) lobt nach Zeitungsberichten das Pilotprojekt. Wir raten auch hier zur Nachahmung. Die Stadt sollte sich beim Land dafür einsetzen, für Impfungen in sozialen Brennpunkten der Stadt zusätzliche Impfdosen zu erhalten und diese mittels mobiler Teams in den Wohngebieten, in denen besonders hohe Werte bei der Sieben-Tage-Inzidenz zu verzeichnen sind, zu verimpfen“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende. „Wir hoffen auf eine breite politische Mehrheit für unseren Antrag, den wir am Donnerstag im Hauptausschuss stellen. Denn wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Das Virus macht keine Pause!“, so der CDU-Politiker.

Alessia Schaaf, Junge Union Remscheid am :

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Remscheid ist weiterhin deutlich über der wichtigen 50er-Grenze. Wir müssen nun schnell handeln, um den bestmöglichen Schutz für unsere Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Die Offenlegung der Inzidenzzahlen je Stadtteil und Wohngebiet ist ein wichtiger Bestandteil dessen. Denn dadurch können spezifische Maßnahmen eingeleitet werden. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts zur Kontaktnachverfolgung machte deutlich, dass Menschen in sozial benachteiligten Stadtteilen häufiger erkranken. Die Wohnsituation der Menschen spielt eine wichtige Rolle. Ärmere Stadtteile sind dichter bebaut und die Wohnverhältnisse sind beengt. Die Bewohnerinnen und Bewohner dort haben häufig nicht die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, da sie in der Pflege, in Supermärkten oder in Betrieben arbeiten. Außerdem kann ein fehlendes Sprachverständnis zu Kommunikationsschwierigkeiten und Informationslücken führen. Hierzu erklärt die stellvertretende Kreisvorsitzende der Jungen Union Remscheid, Alessia Schaaf: „Wenn wir in Remscheid Infektions-Hotspots in einzelnen Stadtteilen haben, müssen wir handeln. Lieber heute als morgen. Dazu sind drei Punkte entscheidend: Aufklärungsarbeit in verschiedenen Sprachen mit Hilfe von Informationsbroschüren, erhöhte Testmöglichkeiten und Impf-Teams in mobiler Form. Es sollten zusätzliche Impfdosen beim Land beantragt werden und diese in den betroffenen Wohngebieten verimpft werden. Nur so schaffen wir einen schnellen Schutz vieler Bürgerinnen und Bürger, die dort wohnen. Deshalb unterstützen wir den Antrag der CDU-Fraktion ‚Von Corona besonders stark betroffenen Stadtteilen jetzt konkret kommunal helfen!‘, welcher für den Hauptausschuss am 6. Mai gestellt wurde. Durch eine regelmäßige Vorlage der detaillierten Infektionslage in den einzelnen Stadtteilen lassen sich spezifische und zielgerichtete Maßnahmen planen und durchführen. So lässt sich außerdem erkennen, wie viele Personen aktuell infiziert sind oder als genesen gelten. Demnach kann individuell vom medizinischen Personal die Entscheidung der Impfreihenfolge vor Ort getroffen werden. Die Priorisierung für alle weiteren Remscheiderinnen und Remscheider bleibt weiterhin bestehen. Durch zusätzliche Impfdosen wird niemanden die Möglichkeit genommen sich im regulären Verfahren impfen zu lassen. Wir benötigen konkrete Zahlen, spezielle und zielgerichtete Maßnahmen, um gemeinsam gegen die Pandemie anzukämpfen.“

Norbert Landen am :

Das wird aber auch langsam Zeit auch in Brennpunkten zu impfen,siehe Köln. Dazu sollte die Politikspitze endlich aufhören das Problem der Integration zu verharmlosen. Nur wenn alle mitmachen kann es gelingen die Integration erfolgreich zu gestalten. Das sieht aus meiner Sicht im Moment nicht so aus.

Fraktion der CDU am :

„Für sozial benachteiligte Stadtteile will die NRW-Koalition aus CDU und FDP den Kommunen 100.000 Impfdosen zur Verfügung stellen. Dies ist eine richtige Entscheidung unseres Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann (CDU). Die Stadt Remscheid sollte ihre bisherige Haltung jetzt schnellstens korrigieren und aktiv auf das Land zugehen, damit wir in unseren sozial benachteiligten Stadtteilen mit dem zusätzlichen Impfen beginnen können“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Kötter. „Unser Antrag ‚Von Corona besonders stark betroffenen Stadtteilen jetzt konkret kommunal helfen!‘ steht morgen auf der Tagesordnung des Hauptausschusses. Die Junge Union hat unseren Antrag mit einer Pressemitteilung unterstützt. Wir bitten darum, jetzt keine Zeit zu verlieren. Unser Gesundheitsdezernent und Krisenstabsleiter sollte noch heute zum Telefonhörer greifen und sich mit dem Land in Verbindung setzen. Schließlich kommen wir trotz Bundesnotbremse von unseren hohen Corona-Werten in Remscheid nicht wirklich runter“, so Kötter. „Wir haben jetzt keine Zeit für theoretische oder philosophische Überlegungen über die Impfgerechtigkeit. Impfen, impfen, impfen ist der Schlüssel, damit wir aus der Pandemie raus kommen. Durch zusätzliche Impfdosen wird niemandem die Möglichkeit genommen, sich im regulären Verfahren impfen zu lassen. Ich fand die Äußerung des Gesundheitsdezernenten nicht glücklich, dass man mit dem gleichen Argument nicht nur Menschen in sozial schwachen Stadtteilen, sondern auch die Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen bei der Impfung vorziehen könne. Lasst uns jetzt bitte nicht Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausspielen. Ich hoffe, dass die Verwaltung uns morgen im Hauptausschuss schon Näheres über die Gespräche mit dem Land berichten kann“, so Kötter.

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