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Juni 2011: Der Waterbölles blättert zurück

Schon länger als zehn Jahre ist der Stadtparkteich ein Thema in der Bürgerschaft, mal mehr, mal weniger. 2. Am Juni 2011 gieß die Erkenntnis nach zwei Stunden: "Wir brauchen Geld!" Das war das Fazit der Bürgeranhörung vom Vortag, zu der der städtische Fachdienst für Grünflächen und Friedhöfe eingeladen hatte zum Zwecke der "Ideenfindung zur Weiterentwicklung des Stadtparkteiches“. Erschienen waren im Rathaus ca. 35 Remscheider Bürgerinnen und Bürgern – darunter auch eine ganze Reihe von Kommunalpolitikern. Sie erfuhren von Reinhard Bauer (Grünflächenamt), dass der Teich wegen seines undichten Untergrunds bei einer jährlichen Niederschlagsmenge von 1.200 Litern pro Quadratmeter und einer Wasserfläche von 2.000 Quadratmetern gerade mal eine Höhe von vierzig Zentimetern erreichen kann. Längst kann von Wasser im Teich keine Rede mehr sein…

Eine mittelalterliche Kurzweyl in den Zelten im Hardtpark lockte im Juni 2011 Alt und Jung an. Bei diesem „Mittelaltermarkt“ waren mehr Schmiede als zuvor nach Lennep gekommen: An vielen Stellen glühten Kohle und Stahl, und die Hämmer klangen auf dem Amboss. In mehr als 200 Städten hatten die Mitglieder des Vereins „Kramer, Zunft und Kurtzweyl“ aus Katzwinkel im Westerwald ihre Stände und gut 50 Zelte aufgeschlagen – auf Einladung des Verkehrs- und Fördervereins Lennep e.V. Diese Kurzweil war schon Geschichte, als noch niemand an eine Corona-Pandemie mit ihren Freizeitbeschränkungen dachte.

Ein heftiges Gewitter mit anhaltenden Starkregen löste vor zehn Jahren bei der Feuerwehr zahlreiche Einsätze aus. Gullideckel waren durch die Wassermassen aus ihren Halterungen gerissen worden, eine Gaststätte, eine Autoreparaturwerkstatt, die Raststätte BAB A1-Ost und die Tennishalle Bergisch Born meldeten massive Wassereinbrüche. Es kamen Tauchpumpen und Wassersauger zum Einsatz. Am Wiesenhang mussten zwei Privathäuser vor dem Eindringen des Regenwassers geschützt werden. „Starkregen bei Gewitter hielt die Feuerwehr im Atem“, hieß es damals. In den Folgejahren wurde der Begriff „Starkreden“ den Menschen zunehmend bewusster.

„Da kann einem schon der Geduldsfaden reißen. Das Schreiben von Bauminister Voigtsberger an die CDU-Fraktion bringt uns in Rage. Darin erklärt der Minister in aller Deutlichkeit, dass unter einer rot-grünen Landesregierung ein DOC an der ‚Blume’ keine Chance hat. Wir sind enttäuscht darüber, dass der Minister es noch nicht einmal für nötig befindet, zu uns nach Remscheid zu kommen, um sich hier vor Ort ein Bild vom Standort ‚Blume’ zu machen.“ So begann eine Pressemitteilung der CDU Remscheid, die der Waterbölles am 8. Juni 2011 veröffentlichte. Kurz darauf wurde bekannt, dass McArthu8rGlöern den Landwirten an der Blume ein konkretes Kaufangebot gemacht hatte und alles wieder in der Schwebe hing. Die CDU befürchtete damals, „ein überlebenswichtiges Strukturprojekt für unsere Heimatstadt“ könne „sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden“, so der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende Jochen Siegfried.
Kupferdiebe machten satte Beute: 13 Kupferbolzen mit einem Gewicht von  j e w e i l s  450 Kilogramm  entwendeten Einbrecher vor zehn Jahren an einem Wochenende aus einer Firma an der Ronsdorfer Straße. 450 kg mal 13 macht nach Adam Riese 5.850 kg.  Ergibt bei einem Kilopreis von derzeit 5,50 Euro einen Wert von 32.175 Euro. Und zum Gewicht: 50 Kilogramm sind ein Zentner. Macht also 117 Zentner. Oder 5,85 Tonnen. Die bewegt man nicht mal „eben so“. Das Kupfer lagerte außerhalb des metallverarbeitenden Betriebes in der Nähe von Gabelstaplern. Ob diese zum Aufladen des Kupfers auf einen Lastwagen benutzt wurden, konnte die Polizei nicht mehr feststellen.

Über einen Geldsegen, 25.000 Euro, freute sich vor zehn Jahren die Grundschule Hackenberg. Sie gehörte zu den Schulen, die damals den Deutschen Schulpreis 2011 erhalten hatten. Dafür waren Brigitte Dörpinghaus (im Bild rechts), die Leiterin der Grundschule Hackenberg (und spätere Schulrätin), zusammen mit Schulkindern und offiziellen Vertreter*innen der Stadt nach Berlin gereist. Die Remscheider Schule hatte den Preis erhalten für ihr Projekt gegen Helicopter-Eltern und zwecks größtmöglicher Selbstständigkeit der Schüler/innen. Zitat: „Eine gelbe Linie auf dem Asphalt markiert die Grenze. Daneben: Eine Bank zum Sitzen, falls es mal etwas länger dauert. Weiter dürfen die Eltern nicht, wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen oder sie wieder abholen wollen. Vielen fällt es am Anfang schwer, ihr Kind mit dem großen Schulranzen auf dem Rücken ganz allein davongehen zu sehen. Doch von Anfang an erklären die Lehrer ihnen, wie wichtig Selbstständigkeit für die Entwicklung der Kinder ist. Sie regen an, dass die, die in der Nähe wohnen, den Schulweg allein gehen. Kinder, die gebracht werden müssen, können sie, statt an der Schule, ein paar Straßen vorher absetzen.“

Ein leuchtendes Meer aus Fingerhüten war vor zehn Jahren diese 14.832 Quadratmeter großen Parzelle des Starkparks zwischen „Konzertmuschel“ und Herderstraße, auf der Orkan Kyrill im Herbst 2008 240 Bäume entwurzelt hatte. Am 31. März 2009 hatte dort die Wiederaufforstung begonnen. Die unzähligen Fingerhüte, ein weiß-violett leuchtendes Blütenmeer, hatte später „Mutter Natur“ beigesteuert.

Die SPD-Landtagsabgeordneten aus dem Bergischen Städtedreieck (Sven Wolf, Josef Neumann, Iris Preuß-Buchholz, Dietmar Bell und Andreas Bialas) machten sich am 9. Juni 2011 für die Müngstener Brücke und gegen einen Beton-Neubau stark: „Ein Ersatzbau aus Beton kommt für uns überhaupt nicht in Frage. Diese Brücke ist ein einmaliges Bauwerk – ein wichtiger Bestandteil der Kultur des Bergischen Landes und ein herausragendes Merkzeichen erster Ordnung der deutschen Industriekultur. Die Bahn muss ihrer Verpflichtung nachkommen und eine Sanierung konsequent vorantreiben.“ Das hat die Bahn AG auch getan. Ob dafür die Pressemitteilung der SPD ausschlaggebend war, darf bezweifelt werden.

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Kommentare

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Lothar Kaiser am :

Der OB kündigte inzwischen an, sich in der Politik für eine Wiederherstellung des Stadtparkzteichs an alter Stelle stark machen zu wollen. Das Ergebnis des in Auftrag gegebenen ökologischen Gutachtens ist, sofern es denn vorliegen sollte, in der Öffentlichkeit noch nicht bekannt geworden.

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