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Berufskolleg: Boden barg manch böse Überraschung

Schulneubau für 30 Millionen mit ambitioniertem Zeitplan“, titelte der Waterbölles am 2. Dezember 2020, nachdem Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz u. auf dem so genannten Baufeld 6 an der Schmalkalder Straße (Spielstraße) am Remscheider Hauptbahnhof den ersten Spatenstich für das neue Berufskolleg Wirtschaft & Verwaltung getan hatte. Jetzt, nach der Grundsteinlegung (Foto) steht fest: Es werden 346.587 € mehr werden. Das Geld muss in diesem Jahr überplanplanmäßig bereitgestellt werden zur Errichtung einer Stützwand. Sie soll der Stabilisierung des Hanges unterhalb der Freiheitstraße dienen. Eine entsprechende Beschlussvorlage hat die Verwaltung inzwischen zur Sitzung des Hauptausschusses am 10. Juni verschickt. Zitat daraus: „Es ist erforderlich und unumgänglich, an der nördlichen Grenze auf einer Länge von ca. 110 Metern eine dort vorhandene Böschung anzuschneiden und durch Stützwände zu stabilisieren, um auch die vorhandene Grenzbebauung der Nachbargrundstücke zu sichern. Ebenso muss die in dem Hang vorhandene Schwergewichtsmauer, die im Besitz der Stadt Remscheid ist, stabilisiert werden, da hier die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet ist.“ Die Stabilisierung des Hanges sei auch zur Sicherstellung der Zufahrt mit Versorgungs- und Rettungsfahrzeugen erforderlich, ebenso wie zur Sicherung des angrenzenden Schulhofs.

Dass es sich bei dem ehemaligen Bahngelände um ein problembehaftetes Baugrundstück handelte, war der Verwaltung nicht unbekannt, so etwa, dass die dort vorhandene Böschung nicht natürlichen Ursprungs, sondern aufgeschüttet war. Bei der Vorbereitung des Grundstücks für den Betonbau fanden Bagger im Boden etliche bodenfremde Bestandteilen , insbesondere Ziegelbruch, Betonbruch, Metallresten und anderen technischen Substrate. In einem Gutachten der Fülling Beratende Geologen GmbH und Kühn Baugrund Beratung GmbH, die von der Stadt Remscheid als Sachverständige beauftragt worden waren, war schon früh auf die schwierigen Bodenverhältnissen und möglichen Hindernissen aus der vorigen Nutzung des Geländes hingewiesen worden.

„Jedoch hatten die vorgefundenen Hindernisse im (überschüttenden) Erdreich aus Fundamenten, vollständig erhaltenen Kellergeschossen, alten Gleisanlagen, Kopfsteinpflasterbelägen und Asphaltfahrbahnen ein weitaus größeres Ausmaß, als im Gutachten dargestellt. Weitere lose Bauschutthalden aus dem Rückbau der damaligen Bebauung wurden in benachbarten und mit Bodenmaterial überdeckten Grundstücksbereichen gefunden“, heißt es in der Vorlage für den Hauptausschuss. „Die alte und marode Bausubstanz musste entfernt werden, da eine Überbauung im vorgefundenen Zustand nicht erfolgen kann. Die überschüssigen und abzufahrenden Auffüllungen, aber auch die darunter angeordneten Auffüllungen, die nach den Planungen vor Ort verbleiben sollten, waren durchsetzt von groben Abbruchmaterial und Abfällen. Eine Nachverdichtung und Verwendung auf dem Baugrund war so nicht möglich. Die schlechten Bereiche wurden entfernt und mit tragfähigem Material aufgefüllt.“

Das hatte auch Auswirkungen auf die Tiefgründung des Beton-Neubaus. Weil der tragfähige Fels teilweise tiefer lag, als im Gutachten erwartet, mussten Fundamentgräben in den betroffenen Bereichen tiefer ausgekoffert werden. Auch ließ sich der Plan, die abzufahrende Boden- und Auffüllmassen vorzusieben ,und dieses Material aus Steinen, Findlingen und Bauschutt durch eine Brechanlage zu Recyclingschotter für den Wiedereinbau aufzubereiten, nur zum Teil realisieren:

„In der ersten Phase der Erdarbeiten konnten die Siebung, Separierung und Aufbereitung/Zerkleinerung erfolgen. Im weiteren Verlauf stellten sich die Bodenverhältnisse zunehmend schlechter dar. Eine … Aufbereitung war nicht mehr möglich. Das Material musste ohne Vorbehandlung komplett abgefahren werden.“ Und das gilt auch für die Auffüllungen entlang der nördlichen Grundstückgrenze, d.h. entlang der höher liegenden Nachbargrundstücke und der zu errichtenden Hangsicherungswand. „Die erhöhten Abfuhrmengen des Bodens führen ebenfalls zu Mehrkosten im Projekt“, so die Verwaltung. „Diese Mehrkosten der Erdarbeiten auf dem Baufeld werden nach Beendigung der Bodenarbeiten und der zur Verfügung gestellten Wiegescheine von den Deponien aufgerechnet und durch die Gutachter geprüft. Danach werden die endgültigen Mehrkosten der Bodenabfuhr ermittelt. Da der momentane Baufortschritt in einem frühen Stadium ist, kann es zu Einsparungen bei anderen Positionen mit gebildeten Budgets kommen, die die Mehraufwendungen für die Abfuhr des Bodens kompensieren können. Dies kann aber erst mit fortschreitendem Baufortschritt und der Vorlage sämtlicher Abfuhr- und Entsorgungsaufwendungen des Bodens konkretisiert werden.“

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