Skip to content

Tischlereien leiden unter Lieferengpässen

Pressemitteilung der Tischler-Innung

Holz, Holzwerkstoffe und andere Baumaterialien sind seit mehreren Wochen ein knappes Gut. Bislang deutet nichts darauf hin, dass sich die Lage rasch verbessern wird. Die Materialknappheit entwickelt sich zunehmend auch für die Tischlereien in Remscheid zu einem ernstzunehmenden Problem. „Aufgrund von Lieferengpässen können manche Projekte nur mit enormer Zeitverzögerung fortgeführt oder gar nicht erst begonnen werden“, erklärt Martin Stracke, Obermeist der Tischler-Innung Remscheid . „Zudem machen uns die enormen Preissteigerungen zu schaffen.“

95 Prozent der Tischler in NRW berichten, dass die Einkaufspreise für Holz und andere Rohstoffe seit Beginn des Jahres deutlich gestiegen sind. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage des Fachverbandes Tischler NRW hervor. „90 Prozent der Betriebe befürchten zudem, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Monaten fortsetzen wird und die Kosten für Rohstoffe weiter anziehen werden“, sagt Martin Stracke. „Um weiterhin wirtschaftlich arbeiten zu können, sind auch viele Betriebe gezwungen, ihre Verkaufspreise entsprechend anzupassen.“ Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zeigen, dass das Tischlerhandwerk in Nordrhein-Westfalen nach einer kurzen Eintrübung im Frühjahr 2020 insgesamt gut durch die Corona-Pandemie gekommen ist. „Insbesondere Unternehmen, die hauptsächlich im Laden- und Messebau tätig sind, mussten teils erhebliche Einbußen hinnehmen“, berichtet der Obermeister. „Insgesamt befindet sich die derzeitige Auftrags- und Geschäftslage aber wieder auf einem Vor-Corona-Niveau. Diese drohen durch die derzeitigen Engpässe und die damit verbundene Entwicklung jedoch wieder eingetrübt zu werden.“

Die gestiegenen Preise und die Materialknappheit betreffen nicht nur Holz und Holzwerkstoffe, sondern auch andere Materialen. „Lieferengpässe gibt es beispielsweise auch bei Lacken, Kunststoffen und vor allem bei Metall. Das führt dazu, das zum Beispiel Beschläge für Möbel, Fenster und Türen nur mit zeitlicher Verzögerung geliefert werden können. Verbraucher müssen sich daher auf längere Wartezeiten einstellen“, erklärt Stracke. Die Gründe für die Lieferengpässe von Holz sind vielschichtig. Beispielsweise haben in den vergangenen Jahren Trockenheit und Schädlingsbefall zu einem außergewöhnlich hohen Anteil an Schadholz in deutschen Wäldern geführt. Dieses ist allerdings nur bedingt für den Holzbau geeignet. „Gleichzeitig steigt jedoch die Nachfrage nach Rohholz immer weiter an, weil die Klimabilanz von Holzhäusern aufgrund der geringeren Treibhausgasemissionen deutlich besser ist als die von in Standardbauweise gebauten Objekten“, gibt Martin Stracke zu bedenken. Neben der starken Inlandsnachfrage gibt es außerdem eine sehr starke Nachfrage aus dem Ausland – insbesondere aus den USA und China. So setzt beispielsweise auch China auf den Trend „Green Building“, was zu steigenden Exporten führt und den Nadelholzbedarf perspektivisch weiter ansteigen lassen wird

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!