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Stadt verliert 130 Jahre alten Traditionsbetrieb

Pressemitteilung der IG Metall Remscheid-Solingen

ThyssenKrupp Industrial Crankshafts GmbH (ca. 62 Beschäftigte) entscheidet in einer - für die IG Metall - ungewohnten sowie unerwarteten Art und Weise die Werksschließung in Remscheid. Als „Skandalös“ bezeichnet die IG Metall Remscheid-Solingen, dass die Entscheidung zur Werksschließung in einem Umlaufbeschluss entschieden wurde. „Die Verantwortlichen bei Thyssen haben es nicht einmal für nötig gehalten, bezüglich der Schließungsabsicht eine Aufsichtsratssitzung abzuhalten. Dies wäre auch unter pandemischen Bedingungen in einer virtuellen Form möglich gewesen.“ so Serdar Üyüklüer, Geschäftsführer und Kassierer bei der IG Metall Remscheid-Solingen.

Die Arbeitnehmervertretungen sind sich einig, allerdings können sie die unternehmerische Entscheidung der Werksschließung nicht umkehren. Gegenvorschläge zum Werkserhalt wurden bis Dato vom Arbeitgeber nicht anerkannt und nicht berücksichtigt. Die Betriebsräte wurden zeitgleich mit den Beschäftigten, über die anvisierte Entscheidung und die dazugehörige Vorgehensweise zur Werksschließung informiert. „Leider lässt die vertrauensvolle Zusammenarbeit, wie vom BetrVG vorgegeben, zu wünschen übrig und endet nicht zu Letzt an einer mangelnden Wertschätzung in den Gesprächen!“ bilanziert Üyüklüer die bisherigen Gespräche mit Blick auf die, für einen Sozialplan angebotenen Abfindungen.

Diese Art und Weise des Umganges mit den Arbeitnehmervertretern hat nach Angabe der IG Metall zur Folge, dass die Betriebsparteien sich arbeitsgerichtlich über die Einsetzung und Besetzung einer notwendigen Einigungsstelle gestritten haben. Die Parteien streiten sich also weiter, nun über ein Einigungsstellenverfahren. Ein solches Verfahren sieht das Betriebsverfassungsgesetzt vor, wenn Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat gescheitert sind.

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Kommentare

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SPD Remscheid am :

„Das ist eine große Sauerei wie hier mit den Beschäftigten von ThyssenKrupp umgesprungen wird. Über 60 Arbeitsplätze werden hier auf eine obskure Art und Weise abgeschafft! Die Menschen sind schon durch die Corona-Pandemie stark belastet, nun sind sie ihren Job los, das geht gar nicht!“ so Jürgen Kucharczyk, stellv. Fraktionsvorsitzender der SPD und Vorsitzender des Sozialausschusses im Rat der Stadt. „Hier müssen alle Beteiligte an einen Tisch. Per Mail ein Werk zu schließen ist scheinbar die neuzeitliche digitale Art mit Menschen umzugehen!“ Dazu Sven Wolf, Fraktionsvorsitzender der SPD: „Eine Schließung des Standortes von ThyssenKrupp Gerlach ist für die dort Beschäftigten fatal. Wir sollten um jeden Arbeitsplatz hier in Remscheid ringen. Offensichtlich wurde die Transformation von der Geschäftsleitung verschlafen! Mit guten Mitarbeitern und dem vorhandenen Maschinenpark hätte man auch weiterhin in Remscheid moderne Produkte herstellen können. Man muss jetzt abwarten, wie sich die Verhandlung des Betriebsrates mit der Geschäftsleitung entwickeln. Inwieweit eine sozialverträgliche Lösung gefunden wird, bleibt abzuwarten!“

Norbert Römmelt am :

Der Traditionsbetrieb ist eigentlich viel älter. Die Produktion begann schon vor 1870 am Papenberg. Vor 130 Jahren wurden die ersten Kurbelwellen produziert. Der Niedergang begann 1999 mit der Fusion von Thyssen und Krupp. Thyssen hatte soziale Tradition, Krupp den Dr. Cromme. Ich weiß wo von ich rede, alles als Betriebsrat selbst erlebt. Nach der Fusion wurde filetiert. Erst wurde die Turbinenkomponete an Leistritz verkauft ( 2005 ), dann die Präzisionsschmiede an Sona (2008). 2009 wurde die Kurbelwellenschmiede von ThyssenKrupp in Remscheid geschlossen. 150 Kollegen verloren ihre Arbeit. Die Aufzählung zeigt, die Entwicklung war leider abzusehen. Und da stellt sich die Frage : Wie verhalten sich eigentlich unsere Arbeitnehmervertreter in den entscheidenden Gremien. In der Regel sind es Gewerkschaftler mit einer Parteimitgliedschaft. Und hier kommt der Begriff Theorie und Praxis ins Spiel. Theoretisch sind wir alle solidarisch, in der Praxis kämpft in solchen Fällen der Betriebsrat vor Ort alleine. Ich kann den Kolleginnen und Kollegen nur wünschen, dass der Betriebsrat und die IG Metall die Schließung für ThyssenKrupp so teuer wie möglich macht. Wir sollten sie alle dabei unterstützen und nicht alleine lassen.

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