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Heimatbund erwartet "Stunde der Wahrheit"

Trotz der rechtlichen Bedenken von Stadtdirektor und Rechtsdezernent Müller wird sich die Bezirksvertretung Lüttringhausen am Mittwoch um 17.30 Uhr im Lüttringhauser Rathaus und am 19.6.2006 der Stadtrat  mit den Blume-Planungen erneut befassen: Die kurz vor der Kommunalwahl 2004 mehrheitlich von CDU und FDP beschlossenen Planungen eines stark reduzierten Gewerbegebietes Blume sollen komplett aufgehoben  und durch die ursprünglichen, wesentlich größeren Planungen, die bis an den kath. Friedhof heranreichen, ersetzt werden. Statt einer Fläche von ca. 140.000 qm, wie vor zwei Jahren beschlossen, wird dann das Gewerbegebiet ca. 270.000 qm umfassen. Ersatzlos wegfallen soll auch die 2004 beschlossene Absicht, die Flächen zwischen dem Verbindungsweg zum Buscherhof und dem Friedhof sowie der Firma Pipersberg als „Kulturlandschaft und der Anreicherung der Landschaft mit naturnahen Lebensräumen“ zu entwickeln.

Nach dem damaligen Willen der Blume-Befürworter sollte auf Grund der massiven Bürgerproteste gegen das Gewerbegebiet Blume „dieser Bereich in Abstimmung mit allen Beteiligten so aufgewertet werden, dass ein Landschaftsraum für Ökologie entsteht, der der Erholung der Menschen dient.“  Davon ist jetzt keine Rede mehr. Der damals beschlossene „Landschaftsraum für Ökologie mit naturnahen Lebensräumen“ wird  nach den neuen Planungen durch einen 570 Meter langen, 6 bis 7 Meter hohen und 30 Meter breiten Erdwall ersetzt, der einen Sichtschutz darstellen soll und nach Angaben der Bauverwaltung mindestens 1.250.000,00 € kosten wird.

 Weil 6000 qm angeblich fehlen, sollen 130.000 qm zusätzlich geschaffen werden

Die Begründung von CDU, FDP, W.i.R. und Baudezernent Kennepohl für die neuen (alten) Blume-Planungen, die in einem Husarenritt durchgesetzt werden sollen, lautet im Wesentlichen (Zitat aus der Vorlage): „Für die zukünftige Gewerbefläche im Bereich des Bebauungsplanes Blume wurde zwischenzeitlich ein konkretes Ansiedlungsinteresse an die Stadt herangetragen (Anm.: Firma Faiveley). Aufgrund des Flächenbedarfs konnte dieses Vorhaben nicht innerhalb des Plangebietes realisiert werden. Der Bebauungsplan müsste hierfür um ca. 6000 bis 7000 qm in Richtung Lüttringhausen vergrößert werden. Dies ist städtebaulich nur für die Vergabe eines Grundstückes nicht vertretbar, so dass eine andere Abgrenzung im Rahmen der Erweiterung gefunden werden musste.“  Die nunmehr beabsichtigte Erweiterung umfasst jetzt mehr als das 20-fache des angeblich fehlenden Flächenbedarfs, nämlich ca. 130.000 qm. Im Übrigen ist von dem absolut unverbindlichen „Ansiedlungsinteresse“ der genannten Firma zwischenzeitlich nichts mehr übrig geblieben, denn diese wird mit größter Wahrscheinlichkeit ihren neuen Standort nicht an der Blume haben.

 Planungs-, Erschließungs- und Finanzierungskosten 14.532.000,00 Euro

Nach den Berechnungen der städtischen Bauverwaltung wird Blume ca. 14,5 Mio. Euro kosten. Der größte Teil soll über die Grundstücksverkäufe an ansiedlungswillige Firmen finanziert werden. Aber auch die Remscheider Entsorgungsbetriebe (REB) sollen sich mit 1.244.000 € an den Erschließungskosten beteiligen. Über die Gebühren finanzieren so die Remscheider Gebührenzahler indirekt die Erschließung mit.

 Keine erneute Bürgerbeteiligung

„Eine Beteiligung der betroffenen Bürger ist entbehrlich, da die Änderungen zu keinen Nachteilen hinsichtlich der Nutzbarkeit der Grundstücke führen und sich hierdurch keine neuen abwägungsrelevanten Aspekte ergeben,“ so Baudezernent Kennepohl in der Vorlage.

Damit werden, wenn denn so beschlossen wird, die vor der letzten Wahl von CDU, FDP und W.i.R. gemachten Versprechungen, die vor der Wahl auch in Beschlüssen einmündeten, nunmehr wieder zurückgenommen, ohne dass die Bürgerinnen und Bürger hierzu nochmals angehört werden. Von der Verwaltung werden auch keine Aussagen darüber gemacht, ob sich das riesige Gewerbegebiet negativ auf die Immobilienpreise in Lüttringhausen, vor allem auf die Immobilien in der Nähe des Industriekomplexes, auswirken könnte. Nach wie vor werden auch keinerlei Angaben darüber gemacht, ob eine konkrete Nachfrage vor dem Hintergrund besteht, dass es in Remscheid einen Leerstand an gewerblich nutzbaren Flächen gibt, der zwischen 650.000 und 800.000 qm liegt.

Stattdessen finden sich in dem 450-Seiten-Werk der Bauverwaltung, zum Beispiel zur Veränderung des Landschaftsbildes durch die beabsichtigte gigantische Landschaftszerstörung oberhalb von Lüttringhausen, entlarvende Feststellungen wie zum Beispiel: „Die städtischen (gemeint sind die industriellen) Strukturen werden das Landschaftsbild (künftig) prägen und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Landschaftsbild werden sicherlich wahrgenommen werden können“. Dieser überraschenden Aussage ist nichts mehr hinzuzufügen.

 Heimatbund Lüttringhausen e.V.

gez.. Peter Maar, Vorsitzender

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waterboelles.de am : Vorläufig nur ein Etappensieg für die Blume-Gegner

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Als die Mitglieder der Bezirksvertretung Lüttringhausen heute kurz nach 17.30 Uhr den Sitzungssaal des Lüttringhauser Rathauses betraten, fanden sie auf ihren Plätzen den „Lüttringhauser Anzeiger“ vom Tage zuvor. Aufmacher: Heute in der Bezirksvertretung

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