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„Pendlerquarantänen“ für positiv getestete Mitarbeiter

CDU fragt nach Corona-Toten im "Haus Lennep", titelte der Waterbölles am 25. Juni  und berichtete von der Forderung der CDU-Fraktion an die Stadtverwaltung nach einer „Aufarbeitung der hohen Sterbezahl“. Die Antworten auf die Fragen der Fraktion erwarte man zur Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Wohnen und Pflege am 8. September. Sie liegen inzwischen vor. Der Waterbölles dokumentiert die Mitteilung nachfolgend:

Frage 1. Welche Maßnahmen hat die Stadt Remscheid – zusätzlich zur Covid-19-Schutzimpfung – ergriffen, um die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus Lennep künftig vor einer Infektion mit Covid-19 zu schützen?

Antwort: Am 1.12.2020 fiel über anlassbezogene Schnellteste auf, dass in der Pflegeeinrichtung Haus Lennep in zwei Wohnbereichen gehäuft Corona-Fälle aufgetreten sind. Daraufhin wurden alle Bewohnerinnen und Bewohner und die verfügbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Einrichtung am 2.12.2020 PoC getestet. Am 3.12.2020 erfolgte eine durch die untere Gesundheitsbehörde angeordnete Reihentestung. Im Ergebnis dieser Reihentestung sind eine gehäufte Anzahl von positiven Fällen bei Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter sowie Bewohnerinnen und Bewohner detektiert worden. Insgesamt lebten dort derzeit 112 Personen. Davon waren 35 positiv getestet. 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden positiv getestet und zusätzlich befanden sich noch weitere Mitarbeiter in Quarantäne. Insgesamt fehlten 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund von positiven Testungen und Quarantänen.

Das Ausbruchsgeschehen konzentrierte sich zunächst auf einem Wohnbereich. Ein weiterer Wohnbereich war aufgrund der häufigen Kontakte der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander ebenfalls stark betroffen.

Die untere Gesundheitsbehörde und eine Vertreterin der WTG-Behörde (WTG = Wohn- und Teilhabe Gesetz) waren sofort nach Bekanntwerden der Ergebnisse der Reihentestungen vor Ort, um die Situation zu analysieren und die Einrichtung hinsichtlich der weiteren Infektionsschutzmaßnahmen zu beraten und falls erforderlich Anordnungen zur Sicherung der pflegerischen Versorgung zu erteilen. Im Haus wurden verschiedene Bereiche, abgestuft nach unterschiedlichen Kontaktkategorien, zum Teil mit erforderlichen Umzügen der Nutzerinnen und Nutzer, eingerichtet. Die Bereiche werden jeweils über explizit zugeordnetes Personal, somit getrennt, versorgt. Die Einrichtung wurde auch hinsichtlich der korrekten Nutzung von erforderlicher Schutzausrüstung beraten.

Es wurden erneute Reihentestungen für den 7. und 10.12.2020 und für weitere Termine zur ständigen Überprüfung der Situation angeordnet. Zusätzlich war die Einrichtung verpflichtet, weitere Schnellteste zur frühzeitigen Sondierung weiterer Fälle durchzuführen. Die Quarantänen wurden in Zusammenarbeit mit der unteren Gesundheitsbehörde eng überwacht und PCR-Tests vor Entlassung entsprechend veranlasst.

Zu dieser Zeit bestand für die Einrichtung ein Besuchsverbot.

Es sind insgesamt 33 Nutzerinnen und Nutzer im Haus Lennep verstorben.

Um die Versorgung der Nutzerinnen und Nutzer sicher zu stellen, wurden seitens des Fachdienstes Gesundheitswesen sog. „Pendlerquarantänen“ für positive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Symptome zum Einsatz im Isolationsbereich ausgesprochen. Es gab zudem Unterstützung der Bundeswehr zur Aufrechterhaltung des Betriebs.

Zum künftigen Schutz wurden die Einhaltung der jeweils gültigen gesetzlichen Vorgaben, sowie die vorgeschriebene regelmäßige Testung mittels PoC-Tests sowohl der Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter, Nutzerinnen, Nutzer und auch der Besucherinnen und Besucher überprüft.

Frage 2. Welche Maßnahmen wurden bei anderen ähnlichen Pflegeeinrichtungen in Remscheid ergriffen und umgesetzt, um ähnliche Vorfälle zu vermeiden und für eine weitere mögliche „Covid-Welle“ vorbereitet zu sein?

Antwort: In anderen Einrichtungen, die von Ausbrüchen betroffen waren, wurden gleiche oder ähnliche Maßnahmen wie für Haus Lennep getroffen.

Alle Einrichtungen wurden während des Ausbruchsgeschehens sehr engmaschig sowohl durch die WTG- als auch die Gesundheitsbehörde begleitet. Es besteht ein reger Austausch und gute Zusammenarbeit mit den Remscheider Einrichtungen.

Als Anlage hat die Verwaltung ein Schreiben der „Bergische Alten- und Pflegeeinrichtungen Remscheid gGmbH“ vom 8. Juli beigefügt, das ebenfalls auf die Anfrage der CDU-Fraktion eingeht. Es hat folgenden Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Neuhaus, wir sehen die Corona-Schutzimpfung - ebenso wie die Bundesregierung - als das derzeit wirksamste Mittel an, Bewohner und Mitarbeiter vor COV!D-Erkrankungen zu schützen. Leider fand das Infektionsgeschehen in Haus Lennep im Dezember und damit kurz vor der Verfügbarkeit des Impfstoffes in Deutschland statt.

Wir werben bei allen neu zu uns stoßenden Mitarbeitern und Bewohnern für die Impfung gegen SARS-CoV-2 und können diese dank hervorragender Zusammenarbeit mit der Impfkommission der Stadt Remscheid kurzfristig organisieren. Zudem arbeiten wir nach den mit den Aufsichtsbehörden abgestimmten Besuchs- und Hygienekonzepten und bieten Besuchern und Mitarbeitern auch wenn sie in die Gruppe der Geimpften oder Genesenen fallen weiterhin unkompliziert und kostenfrei Coronaschnelltests für mehr Sicherheit an.

In der Rückschau ist es uns wichtig zu betonen, dass wir uns zu jeder Zeit an die jeweils gültigen gesetzlichen Regelungen gehalten haben. Der Austausch mit den Behörden war unkompliziert und gut. Sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte haben teils bis an die Erschöpfungsgrenze gearbeitet. Dafür sind wir sehr dankbar. Wir haben verstärkt sowohl Angebote zur psychologischen als auch theologischen Beratung zur Verfügung gestellt, um das Erlebte aufzufangen. Nachwirkungen aus der Infektionsphase sind weiterhin spürbar. (Unterschrieben haben für die Geschäftsführung Bergische Diakonie Betriebsgesellschaft gGmbH. (BDB) und Gerhard Schönberg und für die Bereichsleitung Altenhilfe-Verbund Sylvia Broekmann.)

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