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Schulkonferenz distanziert sich von Ernst Moritz Arndt

„Namensänderung des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums“ lautet ein Tagesordnungspunkt, wenn am 18. August die Kommission „Beschwerden und Anregungen“ zusammenkommt. Hintergrund: Von Rainer Schulz, dem Leiter des städtischen Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, hat die Verwaltung erfahren, dass die Schulkonferenz am 28. September 2020 in einer geheimen Abstimmung mit 16 zu zwei Stimmen den Beschluss gefasst hat, der Name Ernst Moritz Arndt sei „nicht mehr tragbar und möge geändert werden“. Zugleich wurde darum gebeten, den Antrag über den Rat der Stadt Remscheid allen Ratsfraktionen zuzuleiten, um die notwendige politische Diskussion anzustoßen. Dem kam der Schulleiter mit Schreiben vom 30. September 2020 nach, ohne das Pro und Contra der Entscheidung der Schulkonferenz wiederzugeben, weil er überzeugt sei, „dass die Ratsfraktionen den Wandel des Geschichts- und Gesellschaftsbildes selbst würdigen können“ (Zitat aus der E-Mail).

Warum der Antrag auf Namensänderung erst ein volles Jahr später zum politischen Thema wird, verwundert. Der Waterbölles hat bei Viola Juric, der Pressesprecherin der Stadt, nachgefragt. Ihre Antwort: „Das ist der Corona-Pandemie geschuldet.“ Es gebe die Übereinkunft zwischen Verwaltung und Politik, nur unaufschiebbare Themen in den Sitzungen der Ausschüsse und des Rates zu besprechen.

In der Vorlage für die Beschwerdekommission nimmt die Verwaltung zur Sache selbst keine Stellung, sondern verweist lediglich formal auf § 6 Absatz 6, des Schulgesetzes NRW. Demnach „führt jede Schule eine Bezeichnung, die den Schulträger, die Schulform und die Schulstufe angibt. Der Name der Schule muss sich von dem anderer Schulen am gleichen Ort unterscheiden.“ Der Schulträger sei berechtigt, den Namen einer Schule jederzeit zu ändern. Erforderlich sei hierfür ein rechtmäßiger Ratsbeschluss unter Angabe des Änderungstermins und ein Nachweis der erforderlichen Beteiligung der Schule (Schulkonferenz). Die Bezirksregierung sei unter Beifügung des Ratsbeschlusses und des Schulkonferenzprotokolls schriftlich zu informieren. Sollte der Rat einen neuen Namen beschließen, müsste die Schulkonferenz hierüber befinden. Weiter teilt die Verwaltung mit: „Nach der Hauptsatzung der Stadt Remscheid sind die an den Rat adressierten Anregungen und Beschwerden gem. § 24 in Verbindung mit § 59 GO NRW auf den Haupt- und Finanzausschuss übertragen. Der Rat der Stadt Remscheid hat beschlossen, dass die Anregungen und Beschwerden durch die Kommission für Beschwerden und Anregungen vorberaten werden.“

Seit Jahren ist der Name Ernst-Moritz Arndt“ für das Gymnasium an der Elberfelder Straße umstritten. Am 29. September 1937 war das bisherige Realgymnasium nach dem Deutschnationalen und "begeisterten Freiheitshelden und Vorkämpfer für das Dritte Reich“ (so damals Studiendirektor Kurt Walter) benannt worden. Auf Betreiben der Schulkonferenz beschloss der Rat der Stadt Remscheid am 19. September 2005, eine Namensfindungskommission einzuberufen. Aber schon bald darauf wurde politisch wieder zurückgerudert. Und am 20. Februar 2006 stand fest: Das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium behält seinen Namen. Dafür hatten sich in geheimer Abstimmung 29 Ratsmitglieder entschieden. Damit war der Antrag mehrheitlich abgelehnt, die Schule nach dem früheren Bundespräsidenten Richard von Weizäcker (CDU) zu benennen. Hierfür hatten 27 Ratsmitglieder gestimmt (SPD, W.I.R. und Grüne, ist zu vermuten). Zwei Kommunalpolitiker enthielten sich der Stimme.

Schon vorher, im Schulausschuss, war Schülerinnen und Schülern der politische Gegenwind der „Traditionalisten“ entgegengeschlagen. Siehe dazu auch „EMA-Schüler sind von Kommunalpolitikern enttäuscht“ vom 19. Februar 2006. Die Schülerinnen und Schüler der EMA kritisierten damals in der „Lokalzeit für das Bergische Land“ im WDR-Fernsehen das Gebaren des Schulausschusses als undemokratisch. Am 21. Februar 2006 kommentierte der Waterbölles den Ratsbeschluss so: „Peinlich, oberpeinlich!

Und jetzt ein neuer Anlauf der Schulkonferenz, sich von Ernst Moritz Arndt zu verabschieden. Das kann ja spannend werden.

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Kommentare

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Jürgen Koball am :

Einher mit der beantragten Umbenennung könnte das Nazi-Bauwerk auf dem Rathausplatz abgerissen werden. Ja und Umbenennung der Hindenburgstrasse! Wenn dann noch Zeit vorhanden sein sollte, die Wuppertaler Nachbarn auf ihre Arno Breker-Skulpturen ansprechen!

Hans Peter Meinecke am :

Mit Freude habe ich heute von dem erneuten Versuch der Schule (Beschluss der Schulkonferenz) gelesen, den seit langem nicht mehr zeitgemäßen Namen der Schule zu ändern. Der Schule wünsche ich diesmal viel Erfolg. Eine neue Generation im Rat ist hoffentlich in der Lage fortschrittlich zu denken.

Norbert Landen am :

Wofür Corona alles die Schuld trägt. Und jetzt auch noch der Name Richard von Weizäcker. Dessen Vergangenheit taugt aber auch nicht für eine Namensgebung der Schule.

Lothar Kaiser am :

Wie die Schule heißen soll, steht m. W. doch noch gar nicht fest, Herr Landen.

Heinz Wäscher am :

Trotzdem könnte e sich als zweckdienlich erweisen bereits relativ früh mit dem Suchen nach einem würdigen Namen zu beginnen.

Rita Guardiera am :

Diese ganze Geschichte erinnert mich an die krampfhafte Suche besonders Berufener, die Doktorarbeiten bestimmter Politiker nach Plagiaten zu durchforsten! Warum gibt man dem Gymnasium nicht einen unbelasteten Namen von zum Beispiel Schiller oder Goethe? (Hoffentlich gibt es in deren Vergangenheit nicht auch wieder schwarze Stellen?)

Heinz Wäscher am :

OT: wenn eine nachweislich plagiierte Dissertation eine Versicherung an Eides Statt beinhaltet, die aussagt, dass bei der wissenschaftlichen Ausarbeitung alles selbstständig erarbeitet wurde, handelt es sich um eine Straftat die mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bzw. einer Geldstrafe geahndet werden kann.

Fraktion der Linken am :

DIE LINKE. Remscheid freut sich über die Initiative der Schulkonferenz des EMA –Gymnasiums, eine Namensänderung für ihre Schule zu fordern. Schon vor Jahren wurden Versuche gestartet, den völlig unzeitgemäßen und belasteten Namen zu ersetzen - und zwar durch den Namen einer Person, die in der heutigen Zeit wirklich Vorbild für junge Menschen sein kann. Leider scheiterten die Versuche an den jeweiligen politischen Mehrheiten. Wir hoffen, dass nun bald ein neuer, zeitgemäßer Name von den Beteiligten gefunden wird. DIE LINKE. Remscheid jedenfalls wird das Anliegen der Schulkonferenz auf jeden Fall unterstützen! (Colin Cyrus)

Jürgen Koball am :

Warum, bei der Namensgebung, in die Ferne schweifen? Ein Sohn unser Stadt ist Moritz Boeker. Schaut man sich sein Leben und Schaffen an, so ist dieser Mann sicherlich unstrittig. Sein betriebliches und soziales Engagement ist hervorzuheben.

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