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Mehr Personal gegen sexualisierte Gewalt

Die Landesregierung NRW stellt für den Aufbau und Ausbau von spezialisierten Beratungsstellen für sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche dauerhaft Fördermittel bereit. Diese sollen vorrangig zum flächendeckenden Ausbau des Beratungsangebots in NRW beitragen. Empfänger der Fördermittel sind anerkannte Träger der öffentlichen und freien Jugendhilfe. Dabei sollen insbesondere Verbundprojekte gefördert werden, die trägerübergreifend und über kommunale Grenzen hinweg für eine Region die Bereiche der Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gewährleisten. Ein solches Konzept hat nun die Psychologische Beratungsstelle der Stadt Remscheid gemeinsam mit den Erziehungs- und Familienberatungsstellen der Stadt Wuppertal, der Diakonie Wuppertal und der Caritas Wuppertal erarbeitet und sich Ende April 2021 damit in das Interessenbekundungsverfahren des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKFFI) eingebracht. Das Konzept wurde in enger Abstimmung mit der Ärztlichen Kinderschutzambulanz Bergisch Land e.V. erstellt und bezieht diese als Netzwerkpartner mit ein.

Das Verbundprojekt bemüht sich um einen personellen Ausbau der beteiligten Beratungsstellen im Umfang von insgesamt 4,5 Vollzeitstellen für Fachkräfte mit psychologischer oder sozialarbeiterischer/sozial- oder heilpädagogischer Ausbildung und einer trauma-therapeutischen Zusatzqualifikation. Beantragt wurden durch die Psychologische Beratungsstelle der Stadt Remscheid eine halbe Stelle, durch die Diakonie und die Caritas jeweils eine ganze Stelle und durch die Beratungsstelle der Stadt Wuppertal zwei ganze Stellen. Im Verbund dieser fünf Fachstellen sollen zum einen die Präventionsangebote in der Region gestärkt werden, insbesondere in enger Zusammenarbeit mit den Kindertageseinrichtungen und Schulen. Zum anderen soll Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind, sowie deren Familien, schnelle und qualifizierte Unterstützung angeboten werden. „Diagnostik, psychosoziale Beratung und therapeutische Stabilisierung sollen durch die Mitglieder des Verbundprojektes und in enger Kooperation mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes, freien Trägern der Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen angeboten werden. Hierzu werden die bisherigen Angebote der Verbundpartner ausgebaut, koordiniert, intensiviert und regelmäßig evaluiert“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage zur Sitzung des Hauptausschusses am 26. August. Die Vorlage zielt auf einem Ratsbeschluss am 16. September ab, die Verwaltung mit einem Antrag an das MKFFI zum Ausbau des Verbundprojektes zu beauftragen. Die für Remscheid vorgesehene halbe Stelle nach TVöD 12 schlägt im städtischen Etat ab 2022 mit mehr als 36.600 Euro zu Buche, von denen das Land allerdings 80 Prozent übernehmen wird. (Am 2. Juli war das Interessenbekundung des kommunalen Verbundes positiv bewertet und alle Verbundpartner wurden aufgefordert, Förderanträge zu stellen.)

In dem von den Verbundpartnern inzwischen verfeinerten Grobkonzept heißt es zur Ausgangslage: „In Remscheid sind zurzeit ca. 114.000 Menschen gemeldet, davon sind ca. 20.300 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Jedes 5. Kind in Remscheid lebt in Armut. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund liegt bei 40 Prozent. Laut Polizeistatistik Wuppertal, Remscheid und Solingen wurde 2020 in 107 Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt. Davon waren sieben Fälle von exhibitionistischen oder sexuellen Handlungen vor Kindern, 21 Fälle des Einwirkens auf Kinder und 47 Fälle von sexuellen Handlungen an Kindern bzw. von Kindern an Dritten. 16,76 Prozent der Taten wurden in der Partnerschaft bzw. Familie verübt, 30,79 Prozent innerhalb des Freundschafts- bzw. Bekanntenkreises, und bei 52,45 Prozent der angezeigten Taten gab es im Vorfeld keine Beziehung zwischen Opfer und Täter.“

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