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Problem: Distanzunterricht und räumliche Enge

„Im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 gingen die Anmeldezahlen der Psychologischen Beratungsstelle der Stadt Remscheid zurück. „Vermutlich waren viele Familien damit beschäftigt, mit der neuen Situation zurechtzukommen, und haben sich an die Vorgaben der Wissenschaft und Politik gehalten, möglichst keine Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts zu haben. Seit Beginn des zweiten Lockdowns im Herbst 2021 steigen die Anmeldezahlen. Nach knapp zwei Monaten im 2. Quartal 2021 zeichnen sich Anmeldezahlen über dem Durchschnitt ab“, heißt es in der Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der CDU-Fraktion zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 25. August nach den seelischen Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche.

Als eine direkte Folge aus dem gestiegenen Beratungsbarf und verringerten Ressourcen der Psychologischen Beratungsstelle haben die Kinder, Jugendlichen und Familien im Durchschnitt eine deutlich längere Wartezeit zwischen der Anmeldung und dem ersten Beratungsgespräch. „Natürlich werden die jeweiligen Anmeldegründe berücksichtigt und in Fällen einer Kindeswohlgefährdung oder einer akuten Krise wird sehr zeitnah ein erster Termin vergeben, in der Regel innerhalb von einer Woche. Bei allen Anmeldungen ohne einen solch besonders dringlichen Grund liegt die Wartezeit jedoch momentan über zwei Monaten“, so die Verwaltung. „Durch die hohe Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden in der Psychologischen Beratungsstelle werden ... sehr flexibel Beratungszeiten von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr umgesetzt.“

Weiter heißt es in der Vorlage: „Kinder, Jugendliche und Eltern sind in erheblichem Maße von der Pandemie und ihren Auswirkungen betroffen, dabei ist der Distanzunterricht ein Faktor von mehreren. Durch den Distanzunterricht ist der Erwerb von schulischen Kompetenzen mehr denn je von den familiären Möglichkeiten abhängig, den Kindern ein gutes und unterstützendes Lernumfeld zu gestalten. Wir dürfen die Kinder und Jugendliche aber nicht auf ihre Rolle als Schüler und Schülerinnen reduzieren. Sie leiden auch in hohem Maße darunter, dass fast alle sozialen Kontakte zu Gleichaltrigen stark eingeschränkt sind, Freizeitaktivitäten wie Sport im Verein nicht stattfinden und innerfamiliäre Konflikte sowie häusliche Gewalt und Gewalt gegen Kinder zugenommen haben (Bundestatistik). Gerade die sozialen Kontakte zu Gleichaltrigen sind ein wichtiger Baustein für die Entwicklung und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die Auswirkungen davon, Gewalt zwischen den Eltern mitzuerleben oder selber Opfer von Gewalt zu werden sind natürlich besonders gravierend. Hinzu kommen bei den Jugendlichen am Ende der Schulzeit die Sorgen über eine ungewisse Zukunft. Viele Familien leiden unter der Mehrfachbelastung von Homeoffice, Distanzunterricht und räumlicher Enge. Insbesondere in Familien, die schon vor der Pandemie wenig Ressourcen und familiäre Probleme hatten, hat die Pandemie alle Themen wie ein Brennglas verschärft.“

In der Psychologischen Beratungsstelle wurden seit der Zeit der Pandemie vermehrt beraten:

  • Jugendliche, die sich perspektiv- und antriebslos fühlen, bis hin zur depressiven Symptomatik und Suizidgedanken. Häufig verbunden der Vernachlässigung von schulischen Aufgaben und einer großen inneren Distanz zur Schule.
  • Kinder und Jugendliche mit Ängsten im Bereich einer psychischen Störung.
  • Familien, die massive innerfamiliäre Konflikte bis hin zur Gewaltanwendung haben.
  • Familien, deren Kinder im Distanzunterricht den Anschluss verloren haben und in denen die Eltern nicht wissen, wie sie ihre Kinder dazu motivieren können ihre schulischen Aufgaben zuhause zu erledigen. Häufig verbunden mit starken Konflikten zwischen den Kindern und ihren Eltern.
  • Kinder und Jugendliche, die einen sehr problematischen Medienkonsum haben, bis hin zu Suchtverhalten in Bezug auf Computerspiele.

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