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Pflegeeltern brauchen Beratung und Wertschätzung

In Remscheid leben zurzeit 111 Kinder nicht bei den eigenen Eltern, sondern in Dauerpflege bei Pflegeeltern. Und all diese Kinder leiden auf die eine oder andere Weise unter geistigen oder seelischen Entwicklungsschäden, so nachzulesen in der Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der CDU zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 25. August. Dese Beeinträchtigungen „werden häufig erst lange nach der Unterbringung in der Pflegestelle deutlich“, heißt es in der Vorlage.

Die Herkunftsfamilie war bis dahin zumeist der einzige Bezugsrahmen / Lebensmittelpunkt der Kinder.  Ihre Trennung von den Eltern stellt – unabhängig von den bis dahin erlittenen Verletzungen –oft eine weitere Verletzung dar. Das macht dann das neue Leben in der Pflegefamilie nicht leichter, so dass die Betreuer immer wieder fachlichen Rat brauchen. Der städtische PKD bietet den Pflegeeltern pro Jahr nach Möglichkeit drei bis vier Fortbildungen an zum Umgang mit Pflegekindern und deren Verhaltensauffälligkeiten, aber auch zu Rechtsfragen. Zwei dieser Fortbildungsangebote übernimmt der Kinderschutzbund Remscheid. Darüber hinaus erhalten Pflegeeltern durch den PKD alle sechs bis acht Wochen bei Hausbesuchen Fachberatung und zweimal im Jahr bei sogenannten Hilfeplangesprächen, fachlich angebunden an das Sozialpädiatrische Zentrum des Sana-Klinikums.

Kinder mit vorrangig seelischer Beeinträchtigung und/oder Behinderung werden durch individuelle Maßnahmen im Alltag unterstützt (wie Fahrdienst in die Schule, Lerntherapie etc.), die Pflegefamilien erhalten individuelle Unterstützung im Erziehungsalltag (wie Erziehungsberatung, ambulante Erziehungshilfe, Babysitter Dienste etc.). Sollten in der Pflegefamilie später wesentlichere Behinderungen diagnostiziert werden, so wechselt die Zuständigkeit vom Pflegekinderdienst (PKD) der Stadt in den des Landschaftsverbandes, um so den behindertengerechten Bedarf des Kindes gerecht zu werden, wobei allerdings in der Regel  kein Wechsel der Pflegestelle erfolgt.

Der nächste Informationsabend
des Pflegekinderdienstes und des Kommunalen Integrationszentrum findet am Freitag, 24. September. von 17 bis 19 Uhr im „Esszimmer 5630“ statt, Alleestraße 85. Anmeldungen mit kurzer Info bitte an Frau  Elif Aybirdi-Tarhan per E-Mail elif.aybirdi-tarhan@remscheid.de.

Zitat aus dem Leitbild des städtischen PKD: „Kulturelle Vielfalt ist bei uns sehr willkommen. Es sind nicht nur sehr viele Nationalitäten, Religionen und Regenbogenfamilien bei uns vertreten. Insbesondere stellen die vielen verschiedenen kulturellen Hintergründe unserer Pflegeeltern und Pflegekinder eine große  Bereicherung dar in Form von Leben, Wissen, Vielfalt, Wertschätzung, Verständigung und  Brückenbau. (…) Wir beziehen die Herkunftseltern in das Leben der Kinder ein. Regelmäßige Kontakte  zwischen Herkunftseltern/Geschwistern und den Kindern in Pflegefamilien sind für die Kinder  wünschenswert und werden von uns unterstützt.“

Öffentlichkeitsarbeit hält der städtische Pflegedienst für unverzichtbar, um geeignete Pflegeeltern/-personen zu gewinnen, die Erziehungsverantwortung für fremde Kinder übernehmen wollen. Und um gesellschaftliche Vorbehalte gegenüber Pflegekindern und -eltern abzubauen. Zitat: „Je besser die Öffentlichkeit über die Chancen, aber auch die Belastungen von Pflegefamilien informiert wird, desto größer ist die gesellschaftliche Akzeptanz von Pflegefamilien, die es nach wie vor nicht immer leicht haben. Pflegefamilien brauchen soziale Akzeptanz, um ihre Arbeit erfolgreich machen zu können.“ Eine effektive Werbung sei aber auch die Mund-zu-Mund-Propaganda durch „zufriedene Pflegepersonen, die von der guten Zusammenarbeit mit den beteiligten Instanzen (PKD, Vormundschaften, Wirtschaftliche Jugendhilfe, Beratungsstellen etc.) und eine positive Beratung sowie Wertschätzung berichten.“

Ob Pflegeelternbewerberinnen und -bewerbern für diese wichtige Aufgabe geeignet sind, haben die Fachkräfte im Pflegekinderdienst im Rahmen des Bewerberverfahrens zu prüfen (Motivation, Belastbarkeit, Einfühlungsvermögen, Bindungsfähigkeit, Flexibilität, eigene Reflexionsfähigkeit und Stabilität der Partnerbeziehung gehören zu den Kriterien). Voraussetzung sind auch ein erweitertes Führungszeugnis und ein ärztliches Gesundheitszeugnis. Die Fachkräfte des PKD nutzen die Gespräche, mit den Bewerber:innen aber auch, um deren spezielle Ressourcen, Besonderheiten, Fähigkeiten (Erziehungshaltung, Reflexionsfähigkeit, interkulturelle Kompetenz), aber auch Grenzen kennenzulernen und so einschätzen zu können, für welches Kind sich die Bewerber und Bewerberinnen am besten eignen.

 

 

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