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Neuer Titel verträgt sich nicht mit altem Namen

Feierstunde zum "Corage-Titlel" in kleinem Kreis. Foto: Lothar Kaiser.1995 bekam die erste Schule in Deutschland den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Inzwischen gehören 3437 Schulen (Stand Februar 2021) dem Courage-Netzwerk an. Es ist damit das größte Schulnetzwerk bundesweit. Schülern und Pädagogen bietet es die Möglichkeit, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, indem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden.In Remscheid hält die Urkunde des Netzwerks inzwischen in mehreren Schulen: im Leibniz-Gymnasium (2013), im Albert-Einstein-Gesamtschule (2016) und in der Heinrich-Neumann-Förderschule (2016). Und jetzt wurde auch dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium dieser motivierende Titel verliehen. Ein guter Grund gestern für eine kleine Feierstunde in der Aula, an der als Schirmherr auch der SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf teilnahm und der Schauspieler Jonas Dassler, der an der Schule 2014 Abitur gemacht hatte, per Video-Grußwort zugeschaltet war.

Feierstunde zum neuen Courage-Titel

Sven Wolf nutzte die Gelegenheit, um den Schülerinnen und Schüler der Schülervertretung für ihr besonderes Engagement zu danken. Ihnen war es vor und nach der Schulschließung wegen Corona gelungen, dass mehr 70 Prozent der Schulmitglieder die folgende Selbstverpflichtung unterzeichnet hatten, worauf gestern Schulsprecherin Seyda Sahan in ihrer Rede noch einmal einging:

„Ich setze mich dafür ein, dass meine Schule nachhaltige Projekte, Aktionen und Veranstaltungen durchführt, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.

Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, dann wende ich mich dagegen, spreche dies an und unterstütze eine offene Auseinandersetzung, damit wir gemeinsam Wege finden, einander respektvoll zu begegnen.

Ich bin aktiv, damit meine Schule jedes Jahr Projekte gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, durchführt.“

Sven Wolf zitierte den Philosophen Karl Popper: „Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“ Das bedeute, den vielen Hassverbreitern in den sogenannten sozialen Medien entschieden entgegenzutreten. Sein Appell an die Schüler:innen: „Sorg dafür, dass die Lauten leiser werden und die Leisen lauter!“ Das erhalte die Demokratie. In diesem Zusammenhang unterstützte Wolf auch die Bemühungen der Schule um eine Namensänderung an die Adresse des Rat der Stadt. Ein Antisemit und Nationalist wie Ernst Moritz Arndt könne nicht länger Namensgeber dieses Gymnasiums bleiben. Das betonte in seiner gestrigen Rede auch Schulleiter Rainer Schulz.

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