Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Manche Risikogruppen sind nur schwer erreichbar

„In Remscheid sind während der Corona-Pandemie leider 178 Menschen an bzw. mit COVID 19-Infektion verstorben. Dies ist auch im Vergleich mit ähnlich großen Städten in NRW eine sehr hohe Zahl und stellt eine negative und traurige Bilanz dar“, stellte die Fraktion der Linken am 17. August fest und fragte die Verwaltung nach „Gründen für die hohe Sterblichkeit“. Zur Sitzung des  Ausschuss für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Wohnen und Pflege am 8. September liegt nun die Antwort vor:
„Während der zweiten Infektionswelle Ende 2020 stieg die COVID19-assoziierte Sterblichkeit stark an und erreichte in den Wintermonaten den Höchststand. Die meisten Verstorbenen waren über 70 Jahre alt. In dieser zweiten Infektionswelle kam es in Remscheid zu einem COVID-Ausbruch in einer großen Pflege-Einrichtung mit über 30 Todesfällen. Bei den Verstorbenen handelte es sich um überwiegend um ältere, pflegebedürftige Menschen mit zahlreichen Begleiterkrankungen.Da Remscheid die kleinste kreisfreie Kommune ist, macht sich dieser Ausbruch mit seinen schweren Folgen in der Sterblichkeitsstatistik der Stadt deutlich bemerkbar. Auch demographische, sozioökonomische und soziokulturelle Gründe können eine Rolle spielen. Genaue Gründe für die hohe Sterblichkeit können von hier nicht angeführt werden, da es keine weiteren Erkenntnisse diesbezüglich gibt.
Ab Dezember 2020 wurde in Remscheid mit flächendeckenden Impfungen der Risiko-Gruppen begonnen. Die Remscheider Pflege-Einrichtungen wurden frühestmöglich durch mobile Impfteams aufgesucht. Weitere schwere Infektionsverläufe konnten durch eine Impf-Immunisierung in den Pflege-Einrichtungen vermieden werden.“

Frage: Plant die Verwaltung die Zusammenhänge zu erforschen bzw. wissenschaftlich erforschen zu lassen? Wenn nicht – warum nicht? Wäre für die Erforschung eine Zusammenarbeit mit einer Universität denkbar? Könnten Forschungs- bzw. Fördergelder dazu eingeworben werden?
Antwort: „Eine Ursachen-Forschung und wissenschaftliche multiprofessionelle Aufarbeitung der vorliegenden Daten wäre mit Blick auf eine effiziente Gesundheitsberichterstattung und Entwicklung einer nachhaltigen Präventionsstrategie wünschenswert. Eine kleinräumige (stadtteilbezogene) Betrachtung könnte die Effizienz der Maßnahmen verbessern. Eine Kooperation mit universitären Einrichtungen wäre denkbar. Erste Kooperationen gab es bereits vor einigen Jahren mit der Universität Wuppertal (Auswertung der Sterbedaten 2013/ 2014).

Frage: Im Gesundheitsreport 2019 der AOK – Rheinland/Hamburg wurde unter diversen Aspekten auf eine negative Gesundheitslage vieler Remscheider:innen hingewiesen (hohes Auftreten und hohe Sterblichkeit bei unterschiedlichen Krebsarten, ebenso bei Atemwegserkrankungen, hohe Anzahl an Diabetes- und Adipositas-Erkrankungen – auch bei Kindern und Jugendlichen). Konnten die Gründe für die Krankheitshäufung untersucht worden? Welche Erkenntnisse liegen der Verwaltung dazu vor? Wurden Maßnahmen zur besseren Gesundheitsvorsorge ergriffen oder sind solche geplant? Wenn ja – welche Maßnahmen werden durchgeführt bzw. sind geplant?
Antwort: Soweit dem Fachdienst Gesundheitswesen bekannt ist, wurden die Gründe für die Krankheitshäufung im Rahmen der Reporterstellung nicht untersucht. Von daher liegen hier auch keine diesbezüglichen Erkenntnisse vor. Um geeignete und sinnvolle Präventionsmaßnahmen planen bzw. durchführen zu können, ist vorab eine Ursachenforschung erforderlich. Der Gesundheitsbericht macht deutlich, dass eine nachhaltige Gesundheitsberichterstattung mit einer Aufarbeitung der vorliegenden Daten dringend geboten ist. Hierzu wird eine Gesundheitskoordination dringend benötigt, um mit den unterschiedlichen Akteure im Gesundheits- und Sozialwesen, die Daten zu beurteilen und Handlungsempfehlungen für die Kommune zu erarbeiten. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen könnten in der Gesundheitskonferenz und den politischen Gremien pressewirksam vorgestellt werden.

Frage: Allgemein gilt es als gesicherte Erkenntnis, dass eine hohe Korrelation zwischen sozioökonomischem Status und Gesundheit besteht. Das bedeutet für die Stadt Remscheid, dass die soziale Situation der Bürger:innen viel stärker in den Fokus genommen werden muss. Wie wird dies in der Verwaltung diskutiert, und welche Maßnahmen werden bzw. könnten ergriffen werden?
Antwort: Da die sich eine hohe Impfquote und das konsequente Einhalten der Hygiene-Empfehlungen als die effektivsten Pandemie-Maßnahmen zeigen, ist eine hohe Akzeptanz dieser präventiven Gesundheitsmaßnahmen in einer Pandemie-Situation besonders wichtig. Dies betrifft alle Bevölkerungsschichten. Die Publikationen des RKI zeigen deutlich, dass sozioökonomische Faktoren bei der Sterblichkeit eine Rolle spielen können. Eine weitergehende Aufarbeitung der vorliegenden Gesundheitsdaten wäre daher für die Entwicklung gezielter Präventions-Maßnahmen insbesondere für schwer erreichbare Risikogruppen wichtig. Da die Aufarbeitung der Daten hohe Anforderungen an eine fachliche und personalintensive Bearbeitung der umfangreichen Daten stellt, war eine Aufarbeitung im Rahmen der Pandemie-Situation bisher nicht möglich.“

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!