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Besserer Platz im Ranking durch Lade-Infrastrukturkonzept?

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat das erste Elektro-Ladenetz-Ranking für ganz Deutschland vorgestellt. Es bildet die Attraktivität für den Umstieg auf E-Mobilität und die Dichte des öffentlich zugänglichen Ladenetzes für E-Autos ab. Nach Angaben der Verwaltung nimmt Remscheid unter den „TOP 400 Kommunen“  die Plätze 399 und 397 ein, während Solingen und Wuppertal gar nicht gelistet sind. Von der Umsetzung des vom Rat der Stadt beschlossenen Lade-Infrastrukturkonzepts sei eine deutliche Verbesserung zu erwarten, teilt die Verwaltung dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Mobilität zur Sitzung am 2. September in ihrer Antwort auf eine Anfrage der CDU.

Frage: Wie viele E-Ladesäulen können maximal im Remscheider Stadtgebiet aufgebaut und wirtschaftlich betrieben werden?
Antwort: Die Frage lässt sich mit der von der EWR GmbH vorgesehenen Ausbaustrategie beantworten: Vorgesehen ist zunächst der schnelle, preisgünstige Aufbau einer Lade-Infrastruktur auf der Grundlage des im Juni 2021 durch den Rat verabschiedeten Lade-Infrastrukturkonzepts mit seinen zuvor ermittelten Standorten für Remscheid. Begleitet wird diese Ausbaustrategie durch den Einbezug von zentral gelegener, auf privatem Grund befindlicher Standorte wie bspw. in Parkhäusern der Stadtwerketochter PSR GmbH oder auf Flächen von Wohnungsbaugesellschaften. Letztlich besitzt die Stadt Remscheid aufgrund ihrer Ausprägung als Industriestandort eine durchaus belastbare Stromnetzinfrastruktur. Naturgemäß nimmt diese Belastbarkeit hin zu den dünner besiedelten Erschließungsgebieten ab. Im Detail ist jeder potenzielle Ladestandort vor einer konkreten Umsetzung einer Leistungsüberprüfung zu unterziehen. Eine große Rolle spielt auch die Auswahl der zu installierenden Technik, konkret ob es sich um teure Schnellladetechnik (DC-Ladetechnik) oder preiswerte Standardwechselstromladetechnik handelt (AC-Ladetechnik).
In wirtschaftlicher Hinsicht kommt es auf die Abnahmestruktur an. Daher erfolgt der Ausbau am Bedarf, konkret durch die preiswerte Ausweitung vorhandener Standorte anstelle der aufwendigen Neuerschließung einzelner Ladesäulenstandorte. Da die EWR GmbH auch den Ausbau von Mitarbeiterparkplätzen mit Ladetechnik anstrebt, sollen auch Elektroautonutzer ohne eigene Wallboxaufbaumöglichkeit profitieren. Gemäß den Ausführungen zum Punkt 3 wird die EWR GmbH auch in Zukunft in der Lage sein können, netztechnisch den Anforderungen der Elektromobilität voll zu entsprechen. Die EWR GmbH wird nicht an jeder Stelle in Remscheid E-Ladesäulen aufstellen können, aber parallel zum Hochlaufen der E-Mobilität in der Lage sein, das Betanken zu ermöglichen. Die Frage, wie viele öffentliche zugängliche Ladesäulen gebaut werden können, lässt sich aber allein schon deshalb nicht konkret beantworten, weil der zukünftige Bedarf stark vom Ladeverhalten und von den technischen Möglichkeiten des Ladens abhängen wird. Ziel ist es letztendlich, alle Ladesäulen der EWR GmbH wirtschaftlich zu betreiben.

Frage: In Deutschland stehen im EU-Vergleich die drittmeisten Ladepunkte für E-Autos: Wie schlägt sich Remscheid im deutschlandweiten Vergleich mit Kommunen mit einer ähnlichen Einwohnerzahl?
Antwort: Da die Verabschiedung des Ladetechnikkonzeptes durch den Rat just im Juni erfolgte und damit zugleich die zuvor ermittelten Standorte freigegeben wurden, ist mit der Ausschreibung im Juli begonnen worden. Aufgrund der aktuell stark eingeschränkten Verfügbarkeit von Tiefbau- und Handwerkerleistungen sowie auch der Ladetechnik ist mit einer Beauftragung der ersten ca. 30 Ladepunkte in den späten Herbstmonaten zu rechnen. Die Realisierung dürfte sich bis Ende des Jahres, vermutlich auch in den Beginn des nächsten hinziehen. Im privaten Raum hingegen sind bereits nahezu 300 Ladepunkten in den letzten beiden Jahren von der EWR GmbH errichtet worden. Davon etwa ein Drittel bei Firmen in Form von abrechenbarer Ladetechnik, wie sie im öffentlichen Raum zur Anwendung kommen wird.

Frage: Wie viele Pkw-Halter:innen gibt es zurzeit in Remscheid?
Antwort: Laut Zulassungszahlen aus der aktuellen Statistik (Stand 1.1.2021) des Kraftfahrt Bundesamtes (KBA) waren am 1. Januar 2021 in Remscheid 63.336 Fahrzeuge mit konventionellen und innovativen Antrieben zugelassen, davon 304 Elektrofahrzeuge sowie 410 Plug-In-Hybride.

Frage: Wie viele E-Autos können maximal an das Remscheider Stromnetz angeschlossen werden?
Antwort: Die EWR GmbH führt für das Stromnetz kontinuierlich Zielnetzuntersuchungen durch. Bei der aktuellen Zielnetzuntersuchung wurden Hochlaufkurven bei der Elektromobilität und Entwicklungen in anderen Bereichen (Erzeugung durch erneuerbare Energien, Hochlaufkurven Wärmepumpen u.a.) berücksichtigt. Diese Entwicklungen wurden rechnerisch im Stromnetz für die Jahre 2025, 2030 und 2050 simuliert. Aus diesen Berechnungen wurden Strategien abgeleitet um das Remscheider Stromnetz weiterhin für die Zukunft zu wappnen. Während der Zielnetzuntersuchung wurden unterschiedliche Hochlauf-Szenarien (worst case, best case, most likely case) untersucht. Unter der Annahme, dass alle aktuell fossil betriebenen Fahrzeuge in Remscheid durch E-Autos ersetzt werden (100%-Durchdringung) hat sich durch die Berechnungen gezeigt, dass an wenigen Stellen in Remscheid regional in 2050 kleine Engpässe auftreten können. Aus diesem Grund hat die EWR GmbH sich dazu entschieden, bereits jetzt das Stromnetz für die Zukunft zu rüsten. Dazu wurden unter anderem Standardbetriebsmittel verändert und eine Vielzahl an Messungen (Smart-Grid) in das Netz integriert, um die tatsächliche Entwicklung der Elektromobilität und der anderen Technologien zu beobachten. Zielnetzuntersuchungen und damit die strategische Weiterentwicklung der Netze (Strom/Gas/Wasser) finden kontinuierlich statt. 

Frage: Sollen ggf. auch private Unternehmen - neben den Stadtwerken - die Ladesäuleninfrastruktur in Remscheid betreiben?
Antwort: Die EWR GmbH ist dabei, in Remscheid ein in sich homogenes und einfach zu bedienendes Ladeinfrastrukturnetz aufzubauen. Bei der Auswahl des Mobilitätsproviders war einerseits nicht nur die Ladetechnik, sondern auch deren Bedienbarkeit, der einfache, barrierefreie Zugang sowie die Abrechenbarkeit ausschlaggebend; andererseits aber auch der Betrieb und die Entstörung. Mit Sicherheit wird es neben der EWR GmbH im weiteren Verlauf auch andere Anbieter geben, die bspw. bei Discountern oder auch im öffentlichen Bereich Ladestandorte beisteuern. Insofern ist in Zukunft durchaus mit Wettbewerb unter den Ladestrom- und Ladetechnikanbietern zu rechnen.

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Fachdienst Umwelt der Stadt Remscheid am :

Eine Passage aus der zitierten Vorlage ist zu korrigieren: „Die Stadt Remscheid nimmt in dem Ranking jeweils nur einen der unteren Plätze (399 und 397) ein, allerdings sind auch nur die ersten „TOP 400 Kommunen“ in Deutschland aufgeführt, andere Städte (z.B. Solingen oder Wuppertal) sind aktuell nicht gelistet. Mit der Umsetzung des beschlossenen Lade-Infrastrukturkonzeptes ist von einer deutlichen Verbesserung auszugehen.“ Richtig ist: „Die Stadt Remscheid nimmt in dem Ranking jeweils nur einen der unteren Plätze (399 und 397) ein (Zum Vergleich Solingen belegt Platz 109 bzw. 238 und Wuppertal die Plätze 292 und 342 ), allerdings sind auch nur die ersten „TOP 400 Kommunen“ in Deutschland aufgeführt, andere Städte sind aktuell nicht gelistet. Mit der Umsetzung des beschlossenen Lade-Infrastrukturkonzeptes ist von einer deutlichen Verbesserung auszugehen.“ (Frank Frisch)

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