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Feuerwehr: Stadt braucht Katastrophenbedarfsplan

Bei der jüngsten Anfrage der CDU-Fraktion zum Starkregen am 14. Juli gestern im Ausschuss für Bürgerservice, Ordnung und Sicherheit kam es weniger auf die Fragen an, sondern auf die Begründung. Sie begann mit den Worten „Die CDU-Fraktion sagt all denen ‚Danke‘, die vor allem am Mittwoch, 14. Juli, Großartiges geleistet und sich bis zur Erschöpfung gegen die Wassermassen gestellt haben. Die schlimmen Ereignisse haben gezeigt, dass in der Stunde der Not vor allem auf unsere Berufsfeuerwehr und unsere freiwilligen Feuerwehren Verlass ist. Diejenigen, die während eines solchen Naturereignisses rund um die Uhr auf den Beinen sind, machen nicht einfach nur einen Job oder gehen ihrem Hobby nach – sie retten Menschenleben, halten unser Leben einigermaßen normal am Laufen und schützen Eigentum und Existenzen!“ – „Danke für diesen Dank“, antwortete Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan. Er werde den Dank gerne am alle 400 Einsatzkräfte weitergeben, die es an diesem Tag – beginnend mittags, u. a. in Unterburg – insgesamt 200 Einsätze gehabt hätten („Wir hatten Vollalarm!“). Und jedem Einsatz seien vier bis fünf Notrufe vorausgegangen. „Wir mussten Prioritäten setzen“, berichtete Eul-Jordan. Zuletzt, am Abend, habe man Keller, die 25 Zentimeter unter Wasser standen, gar nicht mehr angefahren, sondern sich erst am nächsten Tag darum gekümmert, sofern dann noch nötig.

Die reißende Flut des Morsbach hätte eines anderes Bootes bedurft als der betagten „Lüdia“ der Freiwilligen Feuerwehr Lüdorf, so Eul-Jordan weiter. Ein Thema für den Katastrophenbedarfsplan, der im kommenden Jahr aufgestellt werden müsse. Motto „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“. Da daran verschiedene andere Ämter zu beteiligen seien, werde der neue Bedarfsplan voraussichtlich erst Ende 2022 vorliegen.

Aufgrund des Klimawandels erwartet die CDU-Fraktion Starkregenereignisse und Hochwasser a in Zukunft verstärkt. Folglich müssten „wir unsere Einsatzkräfte für die Zukunft technisch noch besser ausrüsten, damit ihre ohnehin äußerst schwierige Arbeit zumindest etwas erleichtert werden kann.“

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Kommentare

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Chronist am :

Zur Sitzung des Ausschusses für Bürgerservice, Ordnung und Sicherheit am 2. November haben die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP den Antrag gestellt,. die Verwaltung möge ein Konzept für eine öffentliche Respekt-Kampagne erstellen, „um die Wahrnehmung der haupt- und der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst, im Brandschutz, im Ordnungs- und Sicherheitsdienst sowie im Zivil- und Katastrophenschutz in der Öffentlichkeit zu stärken“. Begründung: „Viele hauptamtliche und ehrenamtliche Kräfte stellen sich in den Dienst der Gesellschaft und sorgen für Schutz, Ordnung und Sicherheit. Leider werden sie zunehmend in ihrer Arbeit behindert, beschimpft und sogar körperlich angegriffen. So wurden Rettungskräfte in Nordrhein-Westfalen durch Kriminologen der Ruhr-Universität Bochum zu ihren Gewalterfahrungen befragt (Forschungsprojekt „Gewalt gegen Einsatzkräfte der Feuerwehren und Rettungsdienste in Nordrhein-Westfalen“. Abschlussbericht 2018). Ausweislich der Ergebnisse der Studie wurden 92 Prozent der Rettungskräfte wie Notärzte, Notfallsanitäter und Rettungsassistenten im davor liegenden Jahr im Dienst angepöbelt oder beschimpft, und 26 Prozent der Kräfte wurden Opfer körperlicher Gewalt. Zwar kommen solche Übergriffe in Städten in der Größenordnung Remscheids weniger vor als in größeren Kommunen, doch gleichwohl findet solch inakzeptables Verhalten auch bei uns statt, wie wir aus den Berichten der Remscheider Einsatzkräfte, beispielsweise des Kommunalen Ordnungsdienstes, wissen. Wir wollen ein Zeichen setzen für die Menschen, die im Job oder mit ihrem ehrenamtlichen Engagement anderen Menschen helfen. Die Einsatzkräfte verdienen nicht nur unser Vertrauen, sondern auch unsere Unterstützung.“

Fraktion der Linken am :

Die Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Remscheid hat mit Interesse die Aussagen und Prämissen der SPD-Fraktion zu der Tragik und Schwere des letztens Hochwassers, der steigenden Gefahr durch erhöhte Intensität und Frequenz solcher Unwetterkatastrophen und der Notwendigkeit der besseren Prävention zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger zur Kenntnis genommen. Wir teilen das Entsetzen über die Katastrophe und auch die Empfehlungen, die Identifizierung besonders gefährdeter Bereiche zu aktualisieren und Warnsysteme und -ketten zu verbessern. Doch das reicht unserer Meinung noch lange nicht! Die Stadt muss ihren Beitrag dazu leisten, den Klimawandel zu begrenzen und sich an die unausweichlich kommenden Klimaveränderungen anpassen. Das geschieht nicht mit Lippenbekenntnissen und kleinen Pflastern. Leider müssen dafür JETZT kurzfristig - auch unangenehme und unbeliebte - Entscheidungen getroffen werden. Jedes Zögern wäre fatal! Wir können nicht beeinflussen, wie viel Regen auf unsere Stadt niederschlägt, aber wir können beeinflussen, wie und wo dieser abfließt und versickert. Wir können die Sonnenintensität nicht steuern, aber steuern, wie stark sich unsere Stadt aufwärmt. Daher haben wir für den anvisierten Wassergipfel als Ergänzung auch ein paar Vorschläge und Anregungen formuliert, die den schon bekannten wissenschaftlichen Empfehlungen entsprechen: a) ALLE geplanten Projekte der Stadt, bei denen große und wertvolle Naturflächen unwiderruflich versiegelt werden (Gleisdreieck, Erdbeerfelder, DOC, Durchstich Intzestraße, Knusthöhe usw.), müssen auf den Prüfstand gestellt werden! Je mehr Flächen versiegelt werden, desto höher die Gefahr für Überschwemmungen bei Starkregenereignissen und desto höher die Temperaturen und Trockenheit bei Hitzewellen, die ebenfalls regelmäßig Menschenleben fordern. Es bringt nichts viel Geld in Präventionsmaßnahmen zu stecken, wenn gleichzeitig Begünstigungen für Naturkatastrophen geschaffen werden. Die direkten und indirekten Kosten der Naturzerstörung werden irgendwann die finanziellen Erlöse aus den geplanten Projekten übertreffen. Anstatt neue Naturflächen zu versiegeln, müssen Brachen und Leerstände reaktiviert werden. b) Baumbestand sichern und Begrünung ausbauen! Bäume und andere Pflanzen nehmen Wasser auf und kühlen die Umgebungsluft ab. Nur mit mehr Grün in der Stadt können wir angemessen auf die Klimaveränderungen reagieren. Leider verzeichnet Remscheid jedes Jahr einen hohen Nettoverlust von Stadtbäumen, es werden mehr (große, alte) Bäume gefällt als nachgepflanzt – es müsste andersherum sein. Aber auch unsere Wälder sind in einem qualitativ schlechten Zustand – was Überschwemmungen begünstigt. Wir müssen Bäume effizienter schützen (z.B. durch eine optimierte Baumschutzsatzung) und die Begrünung von Fassaden und Dächern fördern und intensivieren! c) Umweltverschmutzung verringern – Gefahrgut sichern Zurecht standen bei den Starkregenereignissen menschliche Schicksale im Fokus. Doch etwas abseits der öffentlichen Wahrnehmung haben die Überschwemmungen auch eine riesige Umweltkatastrophe nach sich gezogen. Die langfristigen Folgen sind noch nicht absehbar. Z.B. flossen über 100.000 Liter Öl und andere gefährliche Substanzen sowie Müll die Wupper abwärts in die Talsperre. Etliche Vögel, Fische und andere Tiere sind verendet. Die Aufräum- und Reinigungsarbeiten dauern an und werden Unsummen verschlingen. Unsere Wasser- und Naturflächen sind als Ökosysteme, Naherholungsgebiete und touristische Attraktion unentbehrlich. Wir müssen sie vor Gefahrgut besser schützen. Besonders in Risikogebieten muss die Sicherung von Gefahrstoffen besser kontrolliert werden. Bestenfalls sollten sie dort gar nicht mehr gelagert werden. Außerdem muss die Müllverschmutzung im öffentlichen Raum effektiver angegangen werden. Diese Maßnahmen können und sollten schnellstmöglich umgesetzt werden, um uns vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen, die geeignet sind, den Klimawandel zu begrenzen und uns besser an ihn anzupassen. Von einer effektiven Mobilitätswende mit kostengünstigen ÖPNV, über erneuerbare Energien bis hin zu Aufklärungs- und Bildungsmaßnahmen. Es muss jetzt gehandelt werden! (Brigitte Neff-Wetzel, Colin Cyrus)

Sven Wolf (MdL, SPD) am :

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Burkhard, das verheerende Hochwasser vom 13. auf den 14. Juli 2021, die Schilderungen der Verwüstungen, zerstörte Häuser und Brücken und die zahlreichen Todesopfer in den benachbarten Regionen haben uns alle sprachlos werden lassen. Hilflos mussten wir miterleben, wie ganze Landstriche fortgespült wurden, obwohl wir seit Jahrzehnten Hochwasserschutz betreiben und der Schutz stetig optimiert wird. Es wird eine Herausforderung sein, das vorhandene Wissen und die Auswertung der Hochwassergefahren und -risiken für die Zukunft noch umfassender zu analysieren. Der Klimawandel wird vermutlich die Hochwassergefahren und deren Häufigkeit und Intensität verstärken. Mit Blick auf die zurückliegenden Naturkatastrophen ist es zwingend erforderlich, die vorhandenen Prozesse nochmals auf den Prüfstand zu stellen. Historische Hochwasser müssen systematisch aufgearbeitet und in Hochwasserstatistiken und in die Gefahrenkarten eingearbeitet werden. Im Hinblick auf den von Ihnen vorgeschlagenen Wassergipfel, haben wir uns in unserer Fraktion Gedanken gemacht, welche Verbesserungen künftig angepackt werden müssen. Diese Ideen und Vorschläge möchte wir Ihnen auf diesem Weg mit auf den Weg geben. Wir empfehlen insbesondere, a) die Kartierung von hochwassergefährdeten Bereichen und möglichen Schäden, die Gefahrenkarten zu aktualisieren und zu überarbeiten – teilweise liegen die Messzeiten vielerorts weniger als 70 Jahre zurück, b) zu prüfen, ob in allen besonders stark betroffenen Gebieten unserer Stadt ein Wiederaufbau empfohlen werden kann und diese Entscheidung rasch zu kommunizieren, c) eine Verbesserung der Schutzbauten zu prüfen, d) die Beratung zur private Eigenvorsorge auszuweiten und besonders bei der Frage um Elementarversicherungen auszuweiten und dort, wo diese abgelehnt wird, diese Sorge auf die Bundesebene, die hier zu entscheiden hätte, weiterzugeben, e) die bestehende Warnkette um technische Neuerungen, wie automatische Pegelmessungen und zuschaltbare Videokameras in Bachläufen zu ergänzen. Hierbei sollte auch die von der EWR begonnene Erprobung von LoRaWan einbezogen werden. f) die Bevölkerung hinsichtlich Information über das Verhalten, bei Ankündigung möglicher Unwetterwarnungen stärker zu sensibilisieren und zu erheben, warum auf Warnungen nicht reagiert wird, g) wir alle müssen besser verstehen, welche Bedeutung Warnstufen und Gefahrenkarten haben, um zu wissen, was zu tun ist, insbesondere auch für den Fall, das Evakuierungen durchgeführt werden müssten, h) die Warnsysteme in unserer Stadt um klassische Systeme, wie Sirenen und moderne wie cellbroadcasting zu erweitern, i) die Wissenschaft und Erkenntnisse aus der Forschung einzubeziehen. Die vorgenannten Vorschläge sind nicht abschließend, so dass besonders aktuelle Erkenntnisse aus Wissenschaft und die Erfahrung der unzähligen Helferinnen und Helfer und der Betroffenen einbezogen werden sollten. Insgesamt müssen wir diese Katastrophe auch hier in unserer Region aufarbeiten, das braucht Zeit. Eine sogfältige Analyse der Ereignisse vom 13. und 14. Juli ist ein Muss, um uns alle gemeinsam künftig besser vorzubereiten und zu schützen!

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