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Wohnungsmarkt entspannt bei 4.078 Leerständen

Einmal im Jahr schätzt die Stadt Remscheid in Kooperation mit der EWR GmbH den Wohnungsleerstand anhand einer Stromzählerauswertung bewohnter Adressen. Zuletzt geschah das im Januar 2021. Dabei haben sich folgende Schätzwerte ergeben, wie die Verwaltung jetzt auf Anfrage von Ratsmitglied Bettina Stamm (echt.Remscheid) mitgeteilt hat: „Die Wohnungsleerstandsquote beträgt im Stadtgebiet ca. 6,7 % bzw. ca. 4.078 Leerwohnungen. Dies fügt sich in den Rahmen einer innerhalb der letzten Jahre festgestellten Leerstandsquote von ca. sieben Prozent. Zwischen den Stadtbezirken sind Unterschiede feststellbar.

  •  Für Alt-Remscheid ergibt sich eine Leerstandsquote von ca. 7,8 % bzw. 2.077 Wohneinheiten,
  • für Süd von ca. 6,5 % bzw. 854 Wohneinheiten,
  • für Lennep von ca. 5,3 % oder 669 Wohneinheiten und
  • für Lüttringhausen von 5,8 % oder 478 Wohneinheiten.“

Letztlich ergebe sich eine insgesamt entspannte Wohnungsmarktsituation aus dem Abgleich von ca. 4078 aktuell leerstehenden Wohnungen in Remscheid sowie einem Potenzial von per Saldo ca. 1323 realisierungsfähigen neuen Wohnungen innerhalb der nächsten fünf Jahre. Die Stadtentwicklung habe Indizien dafür, dass der Remscheider Wohnungsmarkt mit einer aktuellen Leerstandsquote von ca. 6,7 % insgesamt relativ entspannt ist. „Diese Einschätzung bedeutet jedoch explizit nicht, dass nicht auch Engpässe für Wohnungssuchende vorhanden sind. Neben vielfach angefragten, aber aufgrund mangelnder und auch mangels preislich passender Baugrundstücke für Einfamilienhäuser oder angebotener Einfamilienhäuser im Immobilienbestand bestehen auch Vermittlungsprobleme für ärmere Menschen. Hierbei sind die zeitlich auslaufenden Bindungen des sozialen Wohnungsbaus zu benennen. Bis in die Mittelschicht hinein führt dies zu Problemen bei der Verfügbarkeit von adäquatem Wohnraum in Remscheid. Dieser Sachverhalt wurde vom kommunalen Wohnungswesen gemeinsam mit der Stadtentwicklung aufgegriffen und resultierte in dem aktivierenden Ansatz einer „Neuen Sozialen Wohnraumförderung“ (Ds. 15/6054). (…) Gemessen an einer insgesamt rückläufigen Bevölkerungszahl innerhalb der letzten Dekaden sowie angesichts der Realisierung neuer Wohngebiete ist theoretisch genügend Wohnraum in Remscheid vorhanden. Die erforderliche angemessene Modernisierung der Wohnungsbestände (Barrierefreiheit, energetische Optimierung, zeitgemäße Wohnungsgrundrisse etc.) vollzieht sich jedoch relativ langsam und kann von der Stadt Remscheid nicht oder nur bedingt beeinflusst werden.“

Für die Stadtteile ergibt sich ebenfalls ein differenziertes Bild (auch mit Schätzwerten):

 

01 Mitte: 150 Leerwohnungen, 10,7 % Leerwohnungsquote

102 Nordstadt: 197 Leerwohnungen, 7,4 % Leerwohnungsquote

103 Altstadt: 77 Leerwohnungen, 6,3 % Leerwohnungsquote

104 Stachelhausen: 155 Leerwohnungen, 7,3 % Leerwohnungsquote

105 Blumental: 60 Leerwohnungen, 8,4 % Leerwohnungsquote

106 Honsberg: 186 Leerwohnungen, 13,4 % Leerwohnungsquote

107 Stadtpark: 112 Leerwohnungen, 7 % Leerwohnungsquote

108 Scheid: 212 Leerwohnungen, 8,3 % Leerwohnungsquote

201 Hasten Mitte: 93 Leerwohnungen, 9,2 % Leerwohnungsquote

202 Kratzberg: 63 Leerwohnungen, 5,6 % Leerwohnungsquote

203 Haddenbach: 107 Leerwohnungen, 6,1 % Leerwohnungsquote

204 Schöne Aussicht: 86 Leerwohnungen, 6,6 % Leerwohnungsquote

205 Hölterfeld: 135 Leerwohnungen, 9,7 % Leerwohnungsquote

301 Zentralpunkt: 333 Leerwohnungen, 9,9 % Leerwohnungsquote

302 Neuenkamp: 73 Leerwohnungen, 5,6 % Leerwohnungsquote

303 Fichtenhöhe: 42 Leerwohnungen, 2,5 % Leerwohnungsquote

304 Wüstenhagen: 22 Leerwohnungen, 4,4 % Leerwohnungsquote

305 Bökerhöhe: 15 Leerwohnungen, 4,5 % Leerwohnungsquote

306 Mixsiepen: 147 Leerwohnungen, 7,3 % Leerwohnungsquote

307 Struck: 60 Leerwohnungen, 5 % Leerwohnungsquote

308 Falkenberg: 15 Leerwohnungen, 4,5 % Leerwohnungsquote

309 Bliedinghausen: 112 Leerwohnungen, 6,6 % Leerwohnungsquote

310 Ehringhausen: 35 Leerwohnungen, 4,6 % Leerwohnungsquote

401 Morsbach: 40 Leerwohnungen, 6,8 % Leerwohnungsquote

402 Vieringhausen: 149 Leerwohnungen, 9,7 % Leerwohnungsquote

403 Kremenholl: 110 Leerwohnungen, 5,6 % Leerwohnungsquote

404 Reinshagen: 127 Leerwohnungen, 6,9 % Leerwohnungsquote

405 Westhausen: 18 Leerwohnungen, 4,2 % Leerwohnungsquote

501 Lennep Altstadt: 83 Leerwohnungen, 12,5 % Leerwohnungsquote

502 Lennep Nord: 54 Leerwohnungen, 3,7 % Leerwohnungsquote

503 Stadtgarten: 57 Leerwohnungen, 4,8 % Leerwohnungsquote

504 Lennep Neustadt: 172 Leerwohnungen, 8,7 % Leerwohnungsquote

505 Lennep West: 42 Leerwohnungen, 7,9 % Leerwohnungsquote

506 Hackenberg: 48 Leerwohnungen, 3,8 % Leerwohnungsquote

507 Henkelshof: 69 Leerwohnungen, 4,4 % Leerwohnungsquote

508 Hasenberg: 69 Leerwohnungen, 3 % Leerwohnungsquote

509 Trecknase: 25 Leerwohnungen, 4,4 % Leerwohnungsquote

510 Grenzwall: 7 Leerwohnungen, 3,3 % Leerwohnungsquote

511 Engelsburg: 10 Leerwohnungen, 6,4 % Leerwohnungsquote

512 Bergisch Born Ost: 11 Leerwohnungen, 3,3 % Leerwohnungsquote

513 Bergisch Born West: 22 Leerwohnungen, 5,9 % Leerwohnungsquote

601 Lüttringh. Mitte: 100 Leerwohnungen, 9 % Leerwohnungsquote

602 Klausen: 68 Leerwohnungen, 3,5 % Leerwohnungsquote

603 Großhülsberg: 69 Leerwohnungen, 9,9 % Leerwohnungsquote

604 Garschagen: 12 Leerwohnungen, 9,2 % Leerwohnungsquote

605 Schmittenbusch: 74 Leerwohnungen, 5,2 % Leerwohnungsquote

606 Stursberg: 69 Leerwohnungen, 6,9 % Leerwohnungsquote

607 Dörrenberg: 29 Leerwohnungen, 3,9 % Leerwohnungsquote

608 Goldenberg: 23 Leerwohnungen, 3,9 % Leerwohnungsquote

609 Lüttringhausen West: 34 Leerwohnungen, 6 % Leerwohnungsquote

Nach dem laufenden Siedlungsflächenmonitoring von August befinden sich aufgrund von Baugenehmigungen derzeit per Saldo ca. 254 Wohneinheiten im Bau. Hierbei handelt es sich um sofort verfügbare, aber noch nicht bereits baulich begonnene Maßnahmen. Weitere Informationen ergeben sich aus den Sachstandsberichten zu Wohnbauflächen, zuletzt Ds. 16/1334. Innerhalb der nächsten zwei Jahre sind nach Angaben der Verwaltung voraussichtlich ca. 741 Wohnungen (inklusive eines Pflegeheims mit 94 Wohneinheiten) realisierbar und innerhalb von fünf Jahren weitere ca. 328. Insgesamt ergibt sich daraus für die nächsten Jahre ein Potenzial von ca. 1323 Wohneinheiten.

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Kommentare

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Bettina Stamm (echt.Remscheid e.V.) am :

Mündliche Nachfragen zu Gleisdreieck und Wohnungsleerstand wurden in der Ratssitzung am 16. September nicht beantwortet. Werden die Besitzer von Leerstandsimmobilien in regelmäßigen Abstanden von der Verwaltung kontaktiert? Welche Überlegungen gibt es Angebot und Nachfrage zusammenzubringen? Die Verwaltung teilte mit Drucksache 16/1469 mit, dass der Bedarf nicht ermittelt werde. Nach welchen Maßstaben wird in Remscheid Bau- und Wohnungspolitik betrieben, wenn die Bedarfe nicht ermittelt werden? (Offizielle Anfrage an die Stadtverwaltung)

Chronist am :

Als Tischvorlage zur gestrigen Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt, Stadtentwicklung, Klimaschutz beantwortete die Verwaltung die Frage, die Ratsmitglied Bettina Stamm am 25. Oktober zum Wohnungsleerstand in Remscheid gestellt hatte. Zitat: „Das Zusammenbringen von Mietern und Vermietern erfolgt im Bereich des öffentlich geförderten Wohnraums über das gesetzlich vorgesehene Instrument des Wohnberechtigungsscheins (WBS - § 18 Gesetz zur Förderung und Nutzung von Wohnraum für das Land Nordrhein-Westfalen (WFNG NRW). Remscheiderinnen und Remscheider haben die Möglichkeit – unter Einhaltung gesetzlicher Größenvorgaben und Einkommensgrenzen – eine öffentlich geförderte Wohnung zu erhalten. Eine Vermittlungsstelle für diesen Personenkreis hält der Fachdienst 2.50 – Soziales und Wohnen im Verwaltungsgebäude Haddenbacher Str. 38-42 vor. Zur Auslastung des öffentlich geförderten Wohnraums: Der Bestand an Sozialwohnungen (Stand 15.11.21) ist zu 96,9% belegt, der Anteil leerstehender Wohnungen von 3,1% entspricht dem sog. „strukturellen Leerstand“ (= nicht belegt/belegbar wegen Renovierung, Neuvermietung u. a.). Es kann somit von Vollbelegung gesprochen werden. Nennenswerter Leerstand ist nicht existent. Die Vollbelegung der öffentlich geförderten Wohnungen ist ein Indiz für eine hohe Nachfrage. Wartelisten bestehen bezogen auf einzelne Nachfragesegmente, wie z. B. Wohnungen für Singlehaushalte oder große Familien. Haushalte lehnen ihnen angebotene Wohnungen nicht selten deswegen ab, weil sie die falsche Lage, Ausrichtung oder einen nicht passenden Zuschnitt haben. Es wird angenommen, dass sich diese Haushalte dann anderweitig – d. h. auf dem freien Markt – mit Wohnraum versorgen können.“

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