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Das Corona-Interview mit Thomas Neuhaus (Teil 2)

Mir sind in den vergangenen Tagen zwei dringende Impfaufrufe aufgefallen, einmal von der Stadt gemeinsam mit den Vertretern der Remscheider Moscheegemeinden und einer von OB Burkhard Mast-Weisz, von Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Neveling und von Ihnen. Der ging an Schülerinnen und Schüler der Remscheider Schulen und an die Eltern, und dieser Aufruf ist in andere Sprachen übersetzt worden. Hat das aktuelle Gründe, mobilisieren Sie diejenigen, die nicht gehen?

Es ist unsere Aufgabe, überall da zu sein, wo wir noch weitere Impfungen im Rahmen der Stiko-Empfehlungen möglich machen können. Bei dem Letztgenannten, bei den Impfungen von Jugendlichen ab zwölf Jahren, ist es ja so, dass die Entscheidungen der Ständigen Impfkommission recht spät kam, mitten in den Sommerferien. Und da ist es uns einfach noch mal wichtig, dass die Entscheidungen der Jugendlichen oder eben (unter 16) der Eltern forciert werden, dass die Eltern und die Schülerinnen und Schüler sich mit dem Thema auseinandersetzen, gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, die vom Schulministerium mit der Aufklärung über das Impfen beauftragt sind, damit wir auch bei diesem Personenkreis eine größere Durchimpfung bekommen.

Durch die Kurzfristigkeit der Empfehlung der STIKO ist es so, dass der hohe Durchimpfungsgrad bei den Jugendlichen noch nicht da ist. Deshalb haben wir darauf hingewiesen. Wir müssen davon ausgehen, dass jeder die Virusinfektion irgendwann einmal bekommen wird. Und daher ist es wichtig, dass man ab Zwölf auch möglichst die Impfung in Anspruch nimmt. Wenn wir Schulen ansprechen als Stadtverwaltung, dann wissen wir, dass unsere Stadt bunt ist, und dann schreiben wir die Eltern auch mit ihren unterschiedlichen Migrationshintergründen in ihrer Sprache an, die sie überwiegend sprechen oder die sie auch lesen können. Es geht uns ja darum, dass jeder – egal ob er schon immer in Remscheid wohnt oder nach Remscheid gekommen ist –  auch unsere Botschaften versteht. Wir wollen, dass alle Menschen in unserer Stadt geschützt werden, und wir wollen, dass unsere Botschaften verstanden werden und wir wollen auch, dass die freie Entscheidung über das Impfen auf der Basis von ausreichenden Informationen erfolgt.

 Jetzt ist die Gelegenheit der Impfung für Jugendliche ab 12 Jahren da: Sie können sich im Impfzentrum an jedem Tag ohne Termin erstimpfen lassen. Es gibt Stimmen in unserer Stadt, die die mobile Impfung für Schülerinnen und Schüler in den weiterführenden Schulen bevorzugen würden. Der Krisenstab der Stadt Remscheid hat nach intensiver Diskussion entschieden, dass für die Dauer des Bestandes des Impfzentrums die Impfungen dort oder in den Arztpraxen für die Jugendlichen erfolgen sollen. Wir haben uns der ärztlichen Haltung angeschlossen, die bundesweit von den Kinder- und Jugendärzten geteilt wird. Wir möchten nicht, dass Impfungen von Schülerinnen und Schüler ohne ausreichenden Einbezug ihrer Eltern mit (Gruppen-)Druck und ohne ausreichend Zeit für die notwendige ärztliche Beratung zum Impfen gebracht werden.

Zudem hatte man z.B. auch den über 80Jährigen den Weg zum Impfzentrum zugemutet. Dann ist es auch den mobilen Schülerinnen und Schülern und Ihren Eltern möglich das Impfzentrum aufzusuchen. Das oft vorgebrachte Argument der Trägheit von Schülerinnen und Schülern teile ich nicht und es wäre auch nur von untergeordneter Rolle gegenüber den anderen Kriterien und auch gegenüber den Gruppen, denen man den Weg zum Impfzentrum zugemutet hatte.

Und das mit den Moscheen ist so, dass uns Vertreter von Moscheegemeinden gefragt haben, dort noch einmal eine Informationskampagne durchzuführen. Es gab zu dem Thema „Impfungen“ dort Fragen und Unsicherheiten. Wir leisten als Gesundheitsamt zusammen mit dem kommunalen Integrationszentrum dort eine Infostunde, und damit Menschen in die Moscheen gehen können und unsere Amtsärzte mit Übersetzern vom kommunalen Integrationszentrum alles fragen können, was sie wissen wollen über das Impfen. Denn das Wichtigste ist: Für die freie Entscheidung muss man umfassende Informationen haben. Wir bieten dort für die Erwachsenen mobile Impfungen an, um einfach auch noch mehr Menschen zu erreichen. Hier ist im Vergleich zu den Jugendlichen kein Gruppenzwang zu befürchten. Es ist ja schon ein Hinweis, wenn man sagt, wir wollen noch mehr wissen.

Dann scheint der Bedarf da zu sein …

Der Bedarf ist da, und es ist auch so, dass mangelnde Information bei dem Thema immer noch eine Barriere sein kann.

Gilt das auch für Lehrerinnen und Lehrer?

Lehrerinnen und Lehrer gehörten ja zu den priorisierten Impfpersonenkreisen und haben schon sehr früh die Impfungen in den Impfzentren erhalten. Da werden wir keine weiteren Aufrufe machen. Über die, die möglicherweise noch nicht geimpft sind, habe ich keine Informationen. Arbeitgeber dürfen nicht wissen, wie der Impfstatus ist. Die Stadt ist nicht Arbeitgeber für die Lehrerinnen und Lehrer, das ist das Land Nordrhein-Westfalen. Und die als Arbeitgeber haben keine Möglichkeit, hier einen Überblick zu haben.

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Kommentare

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Norbert Landen am :

Die Nichtgeimpften trifft man jeden Tag an jeder Teststation in dieser Stadt. Da scheint keine Unsicherheit zu bestehen wie beim Impfen.

Dirk Schaefer am :

Testen lassen sich also nur Nichtgeimpfte?

Heinz Wäscher am :

In der TV-Sendung „Hart aber fair“, die am 30.08. ausgestrahlt wurde, äußerte sich unser Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, zum Thema Corona-Tests von Geimpften wie folgt: „Wenn wir geschützte Menschen auch genauso testen wie ungeschützte, dann hört diese Pandemie nie auf.“ (Zitat Ende) Wer mehr testet, der erhält auch mehr positive Testergebnisse. Egal ob symptomatisch, asymptomatisch, geimpft oder ungeimpft.

Karsten Neldner am :

Kanzlerin Merkel hat vor dem Start der Impfaktionswoche gesagt: "Impfangebote werde es etwa bei den Freiwilligen Feuerwehren, in der Straßenbahn, am Rand von Fußballfeldern und in Moscheen geben." Von diesem großen Angebot an niederschwelligen Aktionen sind wir in Remscheid noch weit entfernt.

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