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Das Corona-Interview mit Thomas Neuhaus (Teil 3)

Die GEW hat eine Umfrage gestartet, habe ich gelesen, und die sind bundesweit darauf gekommen, dass 80 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer geimpft sind. Mit anderen Worten: Jeder fünfte ist es nicht.

Gut, aber das ist immer noch über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Insofern kann man erkennen, dass bei Lehrerinnen und Lehrern in höherem Maße die Impfbereitschaft da ist. Ich weiß ungefähr, in welche Diskussion Sie das Gespräch bringen wollen. Ich sehe das auch ein. Ich denke, gerade da, wo Professionelle zusammen mit Menschen arbeiten, die mehr Schutz bedürfen, sollte man das Thema „Impfen“ am besten auch tatsächlich durchführen. Aber wir haben nicht die Impfverpflichtung und auch nicht den Impfzwang in diesem Land. Insofern ist es jedem selbst überlassen, die Entscheidung zu treffen, ob er sich impfen lässt oder sich nicht impfen lässt und welche Konsequenzen und Unbequemlichkeiten die Nicht-Impfung mit sich bringt. Da ist es gut, mit weiteren Informationen voranzugehen.

Ich glaube, dass es ganz, ganz wichtig ist, dass alle die, die noch nicht geimpft sind, sich die Zahlen anschauen und dabei feststellen, dass es nun Jüngere trifft und dass jüngere Menschen auch in die Intensivstationen kommen. Wir haben junge Erwachsene im Sana-Klinikum auf der Intensivstation gehabt, der Altersdurchschnitt ist rasant gesunken. Jeder, der sich stark fühlt, ohne Impfung eine Corona-Infektion zu überstehen, läuft Gefahr, dass es durch die Mutationen zu einem schwierigen Krankheitsverlauf kommt. Wir wollen die Menschen schützen – ob es Lehrerinnen und Lehrer sind, ob es Pflegerinnen und Pfleger sind. Aber wir haben immer wieder festgestellt, auch gerade am Anfang bei den Pflegerinnen und Pflegern, dass es gut ist, immer wieder die Gelegenheit zu geben. Lehrerinnen und Lehrer sind jetzt in Remscheid bei der Kampagne dabei. Wir haben Materialien vom Ministerium bekommen, um mit den Schülerinnen und Schülern und mit den Eltern darüber zu diskutieren. Und vielleicht reift bei dem ein oder anderen von den letzten 20 Prozent auch noch die Entscheidung, sich impfen zu lassen. Wir freuen uns über jeden, der sich impfen lässt.

Eine Impfung gegen Verschwörungstheorien oder -ideologien gibt es noch nicht, auch nicht bei Lehrern.

Naja, ich glaube nicht, dass das personenkreisabhängig ist. Wie gesagt: 80 Prozent sind mehr als der Durchschnitt. Die Freiheit ist da, und wir sind schon sehr weit gekommen mit dieser Freiwilligkeit. Das ist, glaube ich, das Beste. Man sieht auch durch 3 G und 2 G, dass es schon einen sanften Druck von den staatlichen Behörden auf Bundes-und Landesebene gibt. Viele Privatunternehmen gehen inzwischen ja auch diesen Weg. Wir wollen als Gesellschaft ja insgesamt unserer Freiheiten auch wieder in Anspruch nehmen und gleichzeitig auch unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger vor schwierigen Krankheitsverläufen bis hin zum Tod schützen. Da werden wir noch längere Diskussionen führen. Bald wird es normal sein für uns, uns zu entscheiden, die Impfung zum ganz überwiegenden Teil durchzuführen. Ich glaube, das werden wir in den nächsten Monaten noch sehen.

Was ist der Unterschied zwischen Masern und Corona?

(Lacht) Der Unterschied ist vielleicht eine Bundestagswahl, vielleicht ist der Unterschied letztendlich, dass wir hier in der Pandemie auch ganz andere Dimensionen von Unsicherheit, Ängste bis hin zum Widerstand in der Bevölkerung haben und noch mitten in der Diskussion sind, wie wir mit der Impfflicht, dem Impfdruck und der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen, die ja bekanntlich dort endet, wir die Freiheit des Anderen beginnt.  Beim Thema Masern …

… wo es ja eine Impfpflicht gibt  ….

… wo es eine Impfpflicht gibt, ist es ja so, dass es gut funktioniert hat, obwohl es auch durchaus Gruppen gab, die sich negativ ausgesprochen haben. Aber in der Zeit einer so schlimmen Naturkatastrophe wie der Corona-Pandemie hat sich die Lage nun mal verändert, und ich bin kein Freund einer Impfpflicht, das muss ich eindeutig sagen.

Auch nicht für Polizisten, für Krankenpfleger, für Pflegedienste? Die Liste könnte ich noch fortführen.

Das ist genauso wie eine Gaststätte, die sagt, wir machen 2 G. Dann muss man womöglich zusehen, dass diese Freiheit aber nicht bedeutet, dass man letztendlich damit auch in die Lage versetzt wird, andere Menschen anzustecken und in eine gefährliche Situation zu bringen. Man soll sich überlegen, warum man einen Beruf gewählt hat, und ich glaube, da werden wir auch noch einige Diskussionen in der nächsten Zeit haben.

Apropos Gaststätten: Wenn ich in eine Gaststätte komme, und ich werde gefragt: Sind Sie geimpft? Und ich sage: Ja. Und das war’s dann.  Dann frage ich mich: Müsste da nicht mal in der Gaststätte geprüft werden, wie die damit umgehen?

Genau das haben wir in der letzten Woche im Krisenstab auch besprochen, Herr Beckmann ist mit seinem Ordnungsdienst unterwegs, und das nicht nur in den Gaststätten, sondern in vielen anderen Bereichen. Das ist ganz normal, dass unser Ordnungsdienst die Einhaltung der Corona-Regeln überprüft. Das tun wir in den Gaststätten, und ich muss sagen, ich gehe gerne in Restaurants hier in unserer Stadt, weil es sehr viele gute Gaststätten gibt. Und ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

Es mag schwarze Schafe geben, aber in der Regel weiß gerade die Gastronomie sehr genau, nachdem diese Durststrecke sehr schmerzlich war, dass man einen Beitrag zum Erhalt der Öffnung leisten kann, indem man die Überprüfung tatsächlich und in der vorgegebenen Form vornimmt. Gerade bei unserer tollen DEHOGA in Remscheid, die sich sehr intensiv eingebracht hat in allen Diskussionen, weiß ich auch, dass nicht nur von der Ordnungsseite, sondern auch vom Verband selbst Aufwand betrieben wird.

Vielen Dank.

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