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Gestaltungsmehrheit wünscht neue Graffiti-Aktion

Archivfotos: Lothar Kaiser

Remscheids größtes Graffiti macht ein Parkhaus bunter“, titelte der Waterbölles am 25. Oktober 2007, nachdem die Grüne Jugend Remscheid und der Parkservice Remscheid (PSR) im Parkhaus am Markt / an der Kirchhofstraße das Ergebnis ihres Graffiti-Projektes präsentiert hatten. Die Remscheider Grünen hatten sich damals energisch dafür eingesetzt, dass das Remscheider Stadtbild bunter wurde. Dazu gehörte eine Mauer (des Gymnasiums) an der Ludwigstraße und – deutlich größer – die Stützwand zwischen Dorfmühler und Haddenbacher Straße. Das Graffiti darauf blieb allerdings bis heute unvollendet. Dort wie anderswo in Remscheid zeigt sich inzwischen, dass Graffitis nicht davor gefeit sind, zu verbleichen und unansehnlich zu werden. Das dürfte auch den Fassaden-Bildern in Honsberg, den Kino-Motiven an der Unterführung am Hauptbahnhof und den jüngsten Werken auf dem Gelände der „Kraftstation“ nicht erspart bleiben.

Der Aspekt des Vergänglichen taucht in dem Antrag von SPD, FDP und Grünen nicht auf, den diese am Dienstag im Sportausschuss eingebracht haben. Darin wird lediglich die Verwaltung um Prüfung gebeten, welche öffentlichen Flächen/Wände als Freiflächen für Graffiti und Street Art ausgewiesen werden können, welche Kosten für die Erstherrichtung einer solchen Fläche entstehen und welche Folgekosten pro Jahr zu erwarten sind, ob und wenn ja mit welchen Institutionen insbesondere der offenen Kinder- und Jugendarbeit in diesem Zusammenhang Kooperationen eingegangen werden können, die Expertise in diesem Bereich haben, ob alternativ ein „Graffiti-Park“ mit Wänden oder anderen Objekten (z.B. Bauwagen, ausrangierte Zugwagons o. ä.) zum Gestalten angelegt werden kann, welche Kosten für die Erstherrichtung eines solchen „Parks“ entstehen und welche Folgekosten pro Jahr zu erwarten sind.

„Graffiti und Street Art haben sich in den Jahrzehnten von einer Kunstform, die viele zunächst nur als Sachbeschädigung wahrgenommen haben, zu einer etablierten Kunst- und Gestaltungsform im öffentlichen Raum entwickelt“, heißt es in der Antragsbegründung. „Wie in jeder Kunstform gehört viel Übung und Ausprobieren zum kreativen Schaffensprozess. Nun liegt es in der Natur der Sache, dass die wenigsten private Leinwände, sprich Hauswände haben, an denen sie sich ausprobieren können. Neben einzelnen Workshops und Initiativen, bei denen legal Wände gestaltet und besprüht werden, fehlt es aber völlig an legalen Möglichkeiten, sich frei von Vorgaben auszuprobieren. Daher sollten alle Möglichkeiten, solche Flächen zu schaffen und zu unterhalten, eingehend und wohlwollend geprüft werden.“

Waterbölles: Und bitte auch die ersten Versuche  von Graffiti in Remscheid mal näher in Augenschein nehmen und sich fragen, was damit geschehen soll!

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Kommentare

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Lothar Kaiser am :

Im Sportausschuss stand der Antrag heute ebenfalls auf der Tagesordnung, wurde aber nicht behandelt, weil die W.i.R. beantragte, ihn zunächst im Kluturauscshuss zu erörtern. Wenn das so weitergeht, ist mit einer Abstimmung erst Ende 2022 zu rechnen. Dann kann sich die Verwaltung auf die Siche nach Freiflächen begeben. Vielleicht findet sixch die eine oder andere dann ja noch im Laufe dieser Legislaturperiode...

Fraktion der Grünen am :

15 Jahre ist es her, dass die Grüne Jugend unter dem Titel „Bunt statt Beton“ erfolgreich graue Flächen in der Stadt mit Graffitis in bunte Streetart verwandelt hat. Mit dem Antrag „Freiflächen für Graffiti/Street Art“ von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP, der heute in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid diskutiert wird, soll diese kreative Aktion wiederbelebt werden. „Einerseits sind Graffitis inzwischen als anerkannte Kunstform etabliert, andererseits fehlt es in der Stadt nach wie vor an Flächen, auf denen sich junge Sprayer legal austoben können“, sagt Fraktionsvorsitzender David Schichel, der als Sprecher der Grünen Jugend 2007 die Aktion „Bunt statt Beton“ mit ins Leben gerufen hat. „Daher bitten wir die Verwaltung zu prüfen, wo es Freiflächen gibt, die für Street Art ausgewiesen werden können“, so Schichel. Dies können einzelne Wände, aber auch Bauwagen oder auch ein eigener „Park“ sein, in dem verschiedene Objekte für die kreative Gestaltung zur Verfügung gestellt werden. „Der Wunsch junger Menschen nach solchen legalen Möglichkeiten ist nach wie vor groß – und die Stadt verträgt definitiv mehr Farbe.“ (Pressemitteilung)

Lothar Kaiser am :

In der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid warb Beatrice Schlieper für den Antrag "ihrer" Grünen. Seit 2007 sei das Thema in Remscheid zwar ziemlich eingeschlafen, aber der Bedarf an Graffiti in der Öffentlichkeit sei – auch in gerade in Corona-Zeiten – durchaus vorhanden. Das meinte auch die BV und stimmte bei einer Gegenstimme für den Antrag.

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