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Künftig „Werkzeug- und Röntgenstadt Remscheid“

Zur heutigen Ratssitzung liegt der Vorschlag der Verwaltung vor, von Paragraf 13 der Gemeindeordnung Gebrauch zu machen und – vorbehaltlich der Genehmigung durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, – für die Stadt Remscheid die Bezeichnung „Werkzeug- und Röntgenstadt Remscheid“ zu beschließen. Hierfür ist eine Mehrheit von mindestens drei Viertel der Mitglieder des Rates erforderlich. Dem Rat gehören 58 Ratsmitglieder und der stimmberechtigte Oberbürgermeister an, so dass für die Abstimmung eine gesetzliche Mindestzahl von 59 Mitgliedern zugrunde gelegt werden muss. Das Quorum beträgt demnach 45 Stimmen.

Von der Möglichkeit einer Namensergänzung, die in der Gemeindeordnung seit Oktober 2011 besteht, haben bis Februar 2019 36 Städte und Gemeinden Gebrauch gemacht. Davon entschieden sich sieben für „Hansestadt“. Die Ortschilder von Solingen tragen künftig den (schon vorher oft gehörten) Zusatz „Klingenstadt“.
Für eine Ergänzung des Namens der Stadt Remscheid um eine Bezeichnung mit Bezug auf die Stadtgeschichte oder ihre heutige Eigenart hatte es in der Vergangenheit verschiedene Vorschläge gegeben. Wiederholt war die Bezeichnung „Werkzeug- und Röntgenstadt“ diskutiert worden. „Diese Bezeichnung setzte sich zuletzt auch bei einer Befragung des Remscheider General-Anzeiger mit deutlichem Vorsprung gegenüber Alternativbezeichnungen durch“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. „Die Verwaltung empfiehlt diese Bezeichnung, da sie auf die historische Entwicklung Remscheids und seiner Stadtteile Bezug nimmt und zugleich die Alleinstellungsmerkmale des ‚Deutschen Röntgen-Museums‘ und des ‚Deutschen Werkzeugmuseums‘ würdigt.“ Der Name Wilhelm Conrad Röntgen steht für Superlative wie „genial“, „einmalig“, „wegweisend“, „revolutionär“. Sowohl die Entdeckung der Materie durchdringender Strahlen und ihre Anwendungsmöglichkeiten, als auch das Wirken von Röntgen als Person und seine Einstellung zu Wissenschaft und Forschung hätten auch nach 126 Jahren nichts an Modernität verloren.

Zitat: „Mit der Entdeckung der X-Strahlen am 8. November 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg erfolgte der wahrscheinlich bedeutendste Schritt in den menschlichen Bestrebungen, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Nicht nur die Möglichkeit, dieses mit Hilfe der Röntgenstrahlen tun zu können, sondern dies auch ohne Zerstörung oder nachhaltige negative Wirkungen auf den Untersuchungsgegenstand anzuwenden, war die Grundlage für den bis heute anhaltenden und interdisziplinären Welterfolg dieser Entdeckung. Sich unsere heutige Welt ohne die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Röntgentechnik vorzustellen ist schlichtweg unmöglich. Ihr besonderer Stellenwert für die Medizin und die wissenschaftliche Forschung ist unbestritten. Als Prototyp des modernen, kreativ-disziplinübergreifenden naturwissenschaftlichen Denkers wurde Röntgen Gütesiegel und Markenzeichen für (natur)wissenschaftliche Höchst- und Spitzenleistungen der Forschung und Entwicklung in Deutschland um 1900: Röntgen hat mit seinem Werk den Nimbus 'Made in Germany' der Ingenieurkunst, Technologie, Wissenschaft und Forschung hierzulande wesentlich mitbegründet. Als erster Nobelpreisträger überhaupt, hat die Auszeichnung Röntgens im Jahr 1901 hohe Standards gesetzt und entsprechende Ansprüche für die weitere Verleihung der Nobelpreise begründet.“

Auch mit Werkzeugen sei Remscheid untrennbar verbunden, so die Verwaltung weiter. „Die Entstehung, die Entwicklung und die heutige wirtschaftliche Kraft basieren auf der Herstellung und dem Handel des Werkzeugs. In Deutschland gibt es drei Zentren der Werkzeugherstellung – den Bereich Schmalkalden in Thüringen, die Umgebung von Esslingen in Baden-Württemberg und natürlich Remscheid. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit waren Remscheid und Umgebung eindeutig der wichtigste und größte Brennpunkt. Insofern können wir auf eine Tradition von mehreren hundert Jahren zurückblicken. Hierbei handelt es sich nicht um Geschichte, sondern um gelebte Tradition. Große aktuelle Weltmarktführer haben eine Firmengeschichte von ca. 400 Jahren (Dirostahl) oder 228 Jahren (Arntz-Sägen) oder deutlich über 150 Jahre (Hazet, Flott-Werkzeugmaschinen) oder über 100 Jahre (A+N | Pott, Gedore). Dieses ist nur eine kleine Auswahl an Remscheider Firmen, die gerade aufgrund ihrer langen Tradition und ihrer Innovationsbereitschaft noch immer als Familienunternehmen mit Stammsitz in Remscheid eine führende Position auf dem Weltmarkt einnehmen. Im Landesvergleich resultieren daraus im Verhältnis die meisten Patentanmeldungen. (…) Besonders herauszustellen ist, dass die industrielle Revolution insgesamt ohne eine Erfindung aus Remscheid vollkommen anders verlaufen wäre. Erst durch die Erfindung der nahtlosen Rohre durch die Gebrüder Mannesmann konnte die Effizienz der Dampfmaschinen so gesteigert werden, dass die Kraft ausreichte, um die vielen Maschinen in den aus dem Boden schießenden großen Fabriken betreiben zu können.“

Die Verwaltung wird nach einem befürwortenden Beschluss die Genehmigung beim Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen beantragen. Nach Eingang der Genehmigung wird  die Verwaltung dem Rat eine Drucksache zur Änderung der Hauptsatzung zur Beratung und Beschlussfassung vorlegen. Danach werden dann die Ortseingangsschilder nach und nach ersetzt. Gleiches gilt für Schilder, Vordrucke, Dienstsiegel und Umschläge. „Noch vorhandene Bestände sind aufzubrauchen. Die Umstellung von DV-Vorlagen und E-Mail-Signaturen erfolgt sofort. Das bestehende Signet der Stadtverwaltung Remscheid ist entsprechend zu überarbeiten“, teilt die Verwaltung abschließend mit.

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