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Vier Stimmen fehlten für einen Zusatz zum Stadtnamen

Künftig 'Werkzeug- und Röntgenstadt Remscheid‘", titelte der Waterbölles gestern. Da aber hatte er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Besser wäre es gewesen, ein Fragezeichen hinter die Aussage zu setzen. Aber irgendwie hatte ich mich in den vergangenen Tagen so mit dem Antrag der Wählergemeinschaft W.i.R. angefreundet, die Ortseingangsschilder der Stadt Remscheid um den Schriftzug „Werkzeug- und Röntgenstadt“ zu ergänzen, dass ich gar nicht in Erwägung gezogen hatte, der Rat der Stadt könnte dazu auch Nein sagen. Bestätigt hatte mich in meiner Annahme die befürwortende Stellungnahme der Verwaltung. Doch die erforderliche Mehrheit von 45 Stimmen (bei 52 anwesenden Ratsmitgliedern) kam überraschenderweise nicht zustande. Mit Ja stimmten nur 41. Damit war der Antrag abgelehnt!

Als er den Antrag aufrief, hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz noch einal dafür geworben: „Ich finde das richtig!“ Aber er fügte hinzu: … und bin gespannt auf die weitere Diskussion". Ahnte er da schon etwas? Sein Satz nach der Abstimmung: „Das Thema werden wir erst wieder aufgreifen, wenn aus der Politik ein mehrheitsfähiger Vorschlag kommt!“

Die „Diskussion“ bestand aus einigen kurzen Wortmeldungen von Sven Wolf (SPD) und David Schichel (Grüne), aus denen hervor ging, dass aus ihren Reihen auch Nein-Stimmen zu erwarten waren (was dann auch zutraf), Brigitte Neff-Wetzel (Linke), die für ihre Fraktion ein Ja ankündigte, und Philipp Wallutat (FDP), der als einziger etwas ausführlicher wurde: „In Remscheid ist das seit 2011 schon mehrfach diskutiert worden. Aber es gibt bis heute kein einheitliches Bild, auch in der RGA-Umfrage nicht. Und 88 Prozent aller Kommunen  in NRW haben von der Möglichkeit des Namenszusatzes bisher keinen Gebrauch gemacht.“ Deshalb riet Wallutat von einer Namensänderung ab. Entsprechend stimmte die FDP-Fraktion anschließend mit Nein. Ob geschlossen, war aus der letzten Reihe des Saales leider nicht zu erkennen.

Waterbölles: SPD und Grüne hatten die Abstimmung freigegeben, das bestätigte das Abstimmungsergebnis. Schade nur, dass sich von den Gegnern des Zusatzes „Werkzeug- und Röntgenstadt“ (aus den übrigen Fraktionen und Gruppen außer der FDP) kein Einziger traute, seine Haltung zu begründen. Das hätte dann vielleicht wirklich zu einer Diskussion führen können. So war der Umgang der Politiker:innen mit diesem Thema insgesamt eher enttäuschend.

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Kommentare

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Jürgen Koball am :

Man weiß nicht, was in Köpfen der Parlamentarier vorging. Je, länger ich darüber nachdenke, desto mehr Fragen tuen sich auch für mich auf. Röntgen und Werkzeugstadt wären, an allen Ortseingangsschildern, historisch nicht korrekt. Würde eigentlich nur für Lennep zutreffen. Gleichwohl wäre Werkzeugstadt für alle drei ehemals selbstständigen Städte zutreffen. Vielleicht tut man den Damen und Herren im Rat, Unrecht und sie haben sich mehr Gedanken gemacht als man glauben möchte. Der Erdball wird sich weiter drehen.

Lothar Kaiser am :

Unentschlossen die einen, konfliktscheu die anderen Kommunalpolitiker. Im RGA kommentiert das heute Axel Richter so: „Wer sich in den Stadtrat wählen lässt, um für andere Verantwortung zu übernehmen, sollte schon so viel Mumm in den Knochen haben, um Widerspruch auszuhalten.“

David Schichel am :

Diesen Kommentar fand ich schon bemerkenswert. Zum einen sind alle anwesenden Ratsmitglieder, inkl. mir selbst, ihrer Verantwortung zu entscheiden, selbstverständlich nachgekommen. Zehn von ihnen, inkl. mir selbst, haben nicht zugestimmt. Ob die Entscheidung über einen Namenszusatz im Vergleich zu anderen Entscheidungen des Stadtrates ein besonderes Maß an Verantwortung oder "Mumm" erfordert, muss natürlich jedes Ratsmitglied für sich selbst beantworten, ich jedenfalls hatte schon mehr Bammel vor aus meiner Sicht wichtigeren Entscheidungen. Interessant ist das Argument trotzdem, weil die zehn Ratsmitglieder ja offensichtlich "Mumm" bewiesen haben, mit der Kritik einer großen Tageszeitung war ja zu rechnen. Noch interessanter finde ich, dass sich die gleiche Zeitung darüber beklagt, dass inhaltliche Debatten über Sachthemen mitunter langatmig und redundant sein können, sich eine langatmige und redundante Diskussion über einen Namenszusatz aber offenbar wünscht. Ich bleibe dabei, dass solche Fragen am besten bei den Bürgerinnen und Bürgern aufgehoben sind. Der Rat sollte auf einen repräsentativen Vorschlag aus der Bürgerschaft abstimmen und das nicht von oben herab festlegen. Abschließend möchte ich gerne noch preisgeben, dass ich persönlich "Werkzeugstadt" bevorzugen würde, ist aber Geschmackssache.

Chronist am :

Wilhelm R. Schmidt: "Ja, nun wird erst mal nix mit dem Professor Röntgen auf dem Remscheider Ortsschild. Übrigens ist auch in Gießen, wo Wilhelm Conrad Röntgen als ordentlicher Professor in den Jahren 1879 bis 1888 wirkte, das Andenken an den Lenneper ungebrochen. In Gießen finden heutzutage öfter Röntgenkongresse statt, und es gibt einen nach Röntgen benannten Lions Club. Das Familiengrab Röntgens ist noch heute auf dem sog. Alten Friedhof der Stadt Gießen zu besichtigen. Dort liegen Constance Charlotte Röntgen (geb. Frowein, 1806–1880) und Friedrich Conrad Röntgen (1801–1884), sowie deren Sohn Wilhelm Conrad Röntgen mit seiner Frau Berta (geb. Ludwig, 1839–1919). Ein Röntgendenkmal wurde n Gießen 1962 errichtet. Es besteht aus Metallstäben, die einen aus Naturstein gebildeten Knochen durchdringen und damit die Röntgenstrahlen symbolisieren (s.obiges Foto). Ähnlich wie beim Lenneper Röntgendenkmal (z.B. "Lenneper Lieschen" oder "Frau mit dem Eishörnchen") gab auch das Gießener Denkmal Anlass zu witzigen bis spöttischen Benennungen. Es wird manchmal "Gießener Knochen" oder auch "Gießener Schaschlik" genannt, weil die metallenen Strahlen an Schaschlikspieße erinnern. Dieses Röntgendenkmal habe ich auch einmal auf einer Torte abbilden lassen und und in Lennep bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung spendiert. Aber auch jetzige Gießener gedenken des kurzzeitigen Einwohners Lenneps, eine Röntgenabteilung der Uni und ein besonders an Lennep Interessierter haben z.B. Fenster in Röntgens Geburtshaus gestiftet." (aus Facebook)

Horst Kläuser am :

Erstaunlich, wie ein scheinbar nebensächliches Thema zu Streit führt. Natürlich, Wohl und Wehe Remscheids hängen nicht von einem Namenszusatz ab, doch beide Vorschläge "Werkzeug-" oder "Röntgen-"Stadt, auch in Kombination, träfen zu und täten unserer Stadt wohl. Zwar verstehe ich nicht, dass bei einem eher kleinen Thema eine so große Mehrheit erforderlich ist, aber nun eine Krise des Stadtrats herbeizureden, gar den Mitgliedern Mumm abzusprechen, geht m.E. zu weit. Ich persönlich finde es schade. Mir hätte die Kombination gut gefallen, denn sie schlägt die historische Brücke zwischen einem physikalischen Genie, das den ersten Nobelpreis für Physik bekam und den Produkten, die unsere Stadt weltberühmt machten - übrigens Tuche und Bänder auch... Wir sprechen über ein kommunalpolitisches Detail, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wenn es also zu so harmlosen und freundlichen Zusatzbezeichnungen für Remscheid nicht reicht, vielleicht kann man sich auf "ehrliche" Bezeichnungen verständigen. Vorschläge? Wie wär's mit "Schuldenstadt" oder "Fast-Outlet-Stadt" oder "die Stadt am Stauende"? Nicht? Dann doch lieber "Werkzeug- und Röntgenstadt"

Hanno von Wollstein am :

Nehmen wir doch "Seestadt auf dem Berge" - althergebracht und zukunftsweisend zugleich.

Manfred Zenk am :

Als ich 1959 zum ersten Mal nach Remscheid kam, wurde ich mit beeindruckenden Schildern "Röntgenstadt" begrüßt. Als ich mich 1999 hier niederließ, waren sie fort. - Werkzeuge werden woanders auch hergestellt, ein Röntgen-Geburtshaus und das "Deutsche Röntgenmuseum" gibt es nur in Remscheid. Deshalb plädiere ich für "Röntgenstadt", könnte aber mit dem etwas sperrigen Zusatz "Röntgen- und Werkzeugstadt" auch leben. Ich frage mich, ob es dazu den Stadtrat braucht. Kann nicht einfach derjenige den Zusatz anbringen, der die Schilder abgebaut hat?

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