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Arme Reiter: Blind und für Pferde-Plaketten kein Geld mehr

„Mit Recht ist Lennep stolz darauf, den Bürgern viele Möglichkeiten zum Wandern, Joggen oder Spazierengehen anbieten zu können. Das ist eine gute Sache und trägt sicher zur Beliebtheit von Lennep als Wohnplatz bei. Wenn. ja wenn da nicht die vielen Freizeitreiter wären, die ganz selbstverständlich alle Wege durch Wald und Flur als ihre Reitwege" ansehen und damit erhebliche Schäden an den oftmals durch Regen aufgeweichten Waldwegen anrichten“, beklagte sich Peter Schmale schriftlich bei der Bezirksvertretung (BV) Lennep. Die diskutierte das Problem in ihrer gestrigen Sitzung zusammen mit Frank Stiller vom Landschaftsamt und  Forstamtsleiter Markus Wolff.

Aufgefallen waren Peter Schmale Reiter insbesondere auf dem Weg über die Höhe von Nagelsberg (dort befindet sich ein Reiterhof) zur Panzervorsperre: „Bei Frost hierzu gehen, ist kein Problem, aber wenn es etwas wärmer ist, kann man als ‚Fussgänger’ diese Wege ohne Gummistiefel nicht mehr benutzen. Aufgeweicht, zertrampelt , beapfelt präsentieren sich dann die Wege, so dass man sie als Wanderer besser meidet. Das gilt auch für andere Wege in der Umgebung, so z.B. für den Weg von Nagelsberg um die Wuppersperre nach Unterfeldbach. Es gibt in dem gesamten Bereich Reitwege, aber es ist offensichtlich bequemer, auf den nicht für Pferde freigegebenen Wegen zu reiten. Nichts gegen Pferde und ihre Reiter, aber ein Pferd ist nun mal schwerer als ein Mensch, und dass führt dazu, dass die Hufe der Pferde vor allem bei nassem Wetter in den Wegen liefe Eindrücke hinterlassen ( die sieh mit Wasser füllen und den Untergrund aufweichen).“ Schmales Bitte an die Mitglieder der BV Lennep: Man möge die Reifer „offiziell" auffordern, die öffentlichen Reitwege zu benutzen, oder die Stadt Remscheid materiell zu unterstützen, so dass die Wege  wieder hergerichtet werden könnten.

Die Verwaltung machte klar: „Das Reiten in der freien Landschaft und im Walde ist im Landschaftsgesetz (LG) NRW geregelt. Der angesprochene Weg über die Höhe von Nagelsberg zur Panzervorsperre befindet sich in der freien Landschaft. Er wird von land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen, von Spaziergängern, Joggern und von Reitern benutzt. Das Betreten und das Reiten auf solchen Wegen ist in der freien Landschaft nach den Bestimmungen des Landschaftsgesetztes NRW (§ 49 Abs. 1, § 50 Abs. 1) auf eigene Gefahr erlaubt.“ Soll heißen: Auch von Reitern. Anders sieht es bei dem gutgut ausgebaute und reizvolle Weg (für Fußgänger und Radfahrer) von Nagelsberg nach Unterfeldbach, der abschnittsweise dem Wupperverband und der Stadt Remscheid gehört. Er verläuft auf einigen Kilometern durch Wald. Und § 3 Abs. 1e des Landesforstgesetz erlaubt das Reiten nur auf dafür eigens gekennzeichneten Waldwegen. Das „vergessen“ Reiter gerne. Seltsam: Dort für Reiter aufgestellte Verbotsschilder verschwanden schon mehrfach spurlos.

Frank Stiller berichtete in der Sitzung von „badenden Pferden in der Wuppersperre“ und Markus Wolff von zunehmenden Beschwerden von Joggern, Wanderern, Radfahrern und Nordic Walkern über Behinderungen durch Reiter. Aber: Wer soll die Wege kontrollieren, zumal an den Wochenenden, wenn die meisten Reiter unterwegs sind. Er wer soll dann einen Reiter daran hindern, seinem Pferd die Sporen zu geben, statt den Ausweis zu zeigen? Markus Wolff: „Eigentlich sollte es so sein: Die Reiter bezahlen die Plaketten für ihre Pferde (Anm.: 30 Euro pro Jahr), und von den Geld werden die Reitwege instand gehalten. Tatsächlich ist es aber so: Die Plaketten werden untereinander getauscht, und die Einnahmen reichen für die Instandhaltung nicht aus!“ In Zahlen: In Remscheid werden nach Schätzungen des städtischen Forstamtes zwischen 500 und 600 Pferde gehalten – und natürlich auch ausgeritten -, aber nur 150 bis 3200 Plaketten sind in Umlauf.

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Chronist am :

Die Reiter vom Nagelsberg haben inzwischen dagegen gehalten. Nach dem Orkan Kyrill hätten die Wege an der Panzertalsperre bei Baumarbeiten durch Traktoren tiefe Rinnen bekommen, die sich bei Regen mit Wasser füllen. Die Reitwege müssten neu befestigt werden. Und weil das 40 Kilometer lange Reitwegenetz im Stadtgebiet Remscheid Lücken habe, müssten die Reiter zwischendurch auch andere Wanderwege benutzen. Forstamtsleiter Markus Wolff räumt bei den Reitwegen Optimierungsbedarf ein, verweist aber zugleich darauf, dass rund 12.000 regelmäßigen Waldspaziergängern lediglich 150 Reiter gegenüberstehen.

Chronist am :

Von konstruktiven Gesprächen zwischen Verwaltung und Reitern bzw. Stallbesitzern wusste in der gestrigen Sitzung der BV Lennep Roland Kirchner von der W.i.R. zu berichten. Es habe Entgegenkommen von beiden Seiten gegeben. "Das Ganze hat sich zum Glück entkrampft!" - "Entwarnung" sozusagen.

Chronist am :

Auszug aus dem Protokoll des „3. Runden Tisches zur Reitsituation in Remscheid“, der am 10. Oktober im Rathaus stattgefunden hatte. Das Protokoll lag der Bezirksvertretung Lennep heute vor: „Herr Lohmann fragt an, ob auf Grund der zwischenzeitlich verstärkt erfolgten Aufklärung sei¬tens der Reitstallbesitzer mehr Reitplaketten verkauft wurden. Herr Werner teilt mit, dass in 2008 383 private Pferdebesitzer und sechs Reiterhöfe Plaketten ge¬kauft haben (Einnahme 10.025 €). In 2009 seien es bisher nur 318 (Einnahme 6.288 €). Die Tendenz sei daher momentan eher wieder rückläufig. (…) Herr R. Wolff (SGV) gibt Beschwerden der Wanderer bezüglich des schlechten Zustandes des Wanderweges an der Wuppersperre in Richtung Steffenshagen weiter. Er belegt mit Fotos, dass dieser Weg nicht begehbar ist, da er laufend beritten wird. Der aller¬dings in diesem Bereich ausgewiesene Reitweg wird dagegen nicht genutzt. Frau Schmitt entgegnet, dass dieser Reitweg nicht bereitbar sei. (…) Frau Schmitt weist nochmals auf Mängel an den Reitwegen im Lenneper Stadtwald und an der Grenze Remscheid/Hückeswagen hin und bittet diese kurzfristig zu beseitigen. Sie überreicht eine Zusammenstellung mit Fotos, in der Ausbesserungswünsche enthalten sind. Herr M. Wolff sagt eine Überprüfung zu. Sollten noch Mittel aus der Reitabgabe 2009 verfügbar sein, so würde hier vorrangig Abhilfe geschaffen. (…) Herr Leipzig fragt nach, ob das Führen von Pferden auf Wegen außerhalb der Reitwege erlaubt sei. Nach dem Stadtforstamt zwischenzeitlich vorliegender Rechtsprechung und Erlasslage ist auch des Führen eines Pferdes als ‚Reiten’ im eigentlichen Sinne zu verstehen.“ (Zitat Ende)

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