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Planungen beginnen erst nach dem Grundstückskauf

Ein Grund für die jüngste Starkregenkatastrophe ist für Ratsmitglied Bettina Stamm (echt.Remscheid) „die massive Flächenversiegelung“. Jeder asphaltierte Quadratmeter, der als Versickerungsraum für Regenwasser fehle, trage zu solchen Starkregenereignissen und zur Klimaerwärmung durch Aufheizung bei. „Die Planungen zu den Gewerbegebieten ‚Erdbeerfelder‘ (14 ha) und Gleisdreieck (35 ha) mit einer Gesamtfläche von 490.000 qm beinhalten die Flächenversiegelung in der Größenordnung von ca. 69 Fußballfelder“, stellt sie in einer Anfrage an die Stadtverwaltung fest: „Grund und Boden sind endlich und nicht vermehrbar, d. h. spätestens, wenn die letzten Gewerbeflächen veräußert sind müssen neue, flächenunabhängige Konzepte entwickelt werden, um Arbeitsplätze und Firmen in Remscheid anzusiedeln und zu halten.“

Der Technische Beigeordnete Peter Heinze hat darauf in der jüngsten Ratssitzung mündlich geantwortet, seine Ausführungen anschließend zu Protokoll gegeben und die im Gespräch mit dem Waterbölles ergänzt. . „Das letzte städtische Gewerbegrundstück ist bereits verkauft“, stellt Heinze fest. Die Remscheider Wirtschaftsstruktur sei auch 2021 noch stark durch das produzierende Gewerbe geprägt. Der IHK Zahlenspiegel habe für das produzierende Gewerbe in Remscheid einen Anteil von 42,6 Prozent berechnet. Damit liege Remscheid deutlich vor Wuppertal (31,5 Prozent) und Solingen (30,1 Prozent). Der NRW-Schnitt liege bei lediglich 27,9 Prozent.

Zum produzierenden Gewerbes zählt das verarbeitende Gewerbe. Auch hierbei liegt Remscheid mit einem Anteil von 36,4 Prozent vor den beiden Nachbarstädten und über den NRW Schnitt. Peter Heinze: „Das produzierende Gewerbe funktioniert  n i c h t  flächenunabhängig, und die Produkte unsere Unternehmen lassen sich (glücklicherweise) nicht im Home-Office herstellen. Auch für Transformationsprozesse und neue Ideen in den Unternehmen brauchen Platz. Die Endlichkeit von Grund und Boden und der sorgsame Umgang damit sollte uns Allen wichtig sein.“

Jenen Unternehmen, die in jüngster Vergangenheit das Stadtgebiet verlassen hätten, habe man keine Entwicklungsperspektiven aufzeigen können (Fa. Dönges, Fa. Neuenkamp). In der alten Messerfabrik habe sich der Handwerksbetrieb Franz & Krause angesiedelt – „ein richtiger Glücksfall, keineswegs alltäglich bei Nachnutzungen“. Die Widernutzungsquote von freigewordenen Flächen, Hallen und Gebäude liege bei 75 Prozent, so dass keine echten Gewerbeflächenbrachen entstünden. Die vorhandenen gewerblichen Brachflächen befänden sich jedoch alle in privatem Besitz und stünden aus verschiedenen Gründen dem Markt nur eingeschränkt zur Verfügung. „Die Wirtschaftsförderung ist mit den Eigentümer:innen im Austausch, um Hemmnisse abzubauen.“ Und bei Anfragen von Unternehmern nach möglichen Standortverlagerungen werde geprüft, ob das Baurecht am gegenwärtigen Standort eine höhere Auslastung zulasse. Ratsam sei in manchen Fällen auch die Optimierung aktuellen und künftiger Betriebsabläufe. Heinze: „Unsere hochspezialisierten Unternehmen mit ihren top ausgebildeten Fachkräften sind auf Entwicklungsperspektiven anwiesen. Viele schieben Ihre Expansionspläne seit Jahren auf, da sie auf Entwicklungen in Remscheid warten und darauf auch vertrauen!“

Im Zusammenhang mit den Gewebegebiete „Erdbeerfelder“ und „Gleisdreieck“ weist der Technische Beigeordnete darauf hin, dass die Stadt diese nur entwickeln werde, wenn sie sich in ihrem Besitz befänden. Dies sei aber (noch) nicht der Fall. Auch müssten für beide Standorte zunächst der Landesentwicklungsplan und der Flächennutzungsplan angepasst werden, bevor Baurecht schaffende Bebauungspläne folgen könnten. „Die Stadt Remscheid hat sich dazu entschieden, keine weiteren Planungskosten für Gutachten und Planungsleistungen auszulösen, so lange die Flächen noch nicht verfügbar sind und sich in Privatbesitz befinden.“ Grundstücksgeschäfte seien ein sehr zeitaufwendiges und personell bindendes Geschäft, bei dem unterschiedliche Bedürfnisse und Aspekte berücksichtigt werden müssten. Hier und da menschele es auch…

Im interkommunalen Gewerbegebiet „Gleisdreieck“ sieht Heinze die derzeit einzige größere Chance, Remscheider Unternehmern eine Perspektive bieten zu können, bzw. übergeordnet zu einer zukunftsgerichteten, nachhaltigen und strategischen Stadtentwicklung: „Jetzt besteht für Remscheid die Möglichkeit, in die Flächensicherung einzusteigen und die Planungen voranzutreiben. Damit unsere Unternehmen eine Zukunftsperspektive bekommen, auch generationsübergreifend.“ Denn nur wenn der Stadt keine weiteren Unternehmen durch Abwanderung verloren gingen, könnten freiwillige städtische Leistungen beibehalten werden (VHS, Symphoniker, Museen, Schwimmbäder, Sport- und Turnhallen, Zuschüsse an Vereine), „all das, was unsere Stadt lebens- und liebenswert macht!“

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