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Infos für Sprachmittler und Migrantenvereine

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Am vergangenen Freitag fand in den Räumen des Restaurants „Esszimmer 5630“ eine Informationsveranstaltung des Adoptions- und Pflegekinderdienstes der Stadt Remscheid statt für Sprachmittler:innen und Migrantenselbstorganisationen. Thematisiert wurde der nach wie vor festzustellende Mangel an Pflegefamilien mit Migrationshintergrund in der Pflegekinderhilfe.

Ein Mangel an Pflegefamilien lässt sich bundesweit als große Herausforderung beobachten, und dies nicht nur mit Blick auf Migration, sondern als allgemeines Problem insbesondere in großstädtischen Ballungsräumen. Im Kontext Migration zeigt sich dieser Mangel jedoch noch einmal in besonderer Weise: Studien deuten darauf hin, dass der Zahl der Pflegekinder mit Migrationshintergrund eine deutlich geringere Zahl von potentiellen Pflegeeltern mit Migrationshintergrund gegenübersteht. Daraus werden in der Fachöffentlichkeit regelmäßig Forderungen nach einer Erweiterung des Pools der Pflegefamilien mit Migrationshintergrund begründet.

Es gibt zwar eine große Vielfalt sehr unterschiedlicher Akteur:innen in der kommunalen Migrations-/Integrationslandschaft (unterschiedliche Migrations- und Integrationsdienste, Kommunale Integrationszentren, Integrationsräte, Integrationsagenturen, Migrantenselbstorganisationen und viele mehr), aber die Fachkräfte der Pflegekinderhilfe haben wenig oder keine Kenntnis von diesen Strukturen. Die einzigen Zugänge der Pflegekinderdienste zur Migranten-Community ergeben sich in der Regel durch vereinzelte Kontakte durch bereits geschulte Pflegefamilien.

Hier setzt das Projekt des ISM (Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gemeinnützige GmbH: ism gGmbH) an, gefördert durch das Bundesamt für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und beauftragt durch das Kompetenzzentrum Pflegekinderhilfe: Der Pflegekinderdienst Remscheid wurde zunächst zu Migrationssensibilität fortgebildet, ein Netzwerk zwischen dem KI (Kommunales Integrationszentrum) und dem PKD (Pflegekinderdienst) wurde gesponnen und eine Netzwerkkarte von allen MSO (Migrantenselbstorganisationen) wurde erstellt. Am 24. September stellte Sandra Regier als Sachgebietsleiterin den Adoptions- und Pflegekinderdienst vor. Anschließend stellten die Kolleginnen des Pflegekinderdienstes – Saskia Düllmann, Elisabeth Böhne und Kathrin Scholten – abwechselnd mit aktiven Pflegeeltern die einzelnen Bereiche des Pflegekinderdienstes vor:

  • Bereitschaftspflege: Sie nehmen ein Kind von „Jetzt auf Gleich“ in einer akuten Krisensituation in Ihrer Familie auf, damit die Herkunftsfamilie gemeinsam mit dem Jugendamt ein dauerhaft gesundes Aufwachsen entweder im eigenen Haushalt, in einer Dauerpflegefamilie oder in einer Heimeinrichtung planen kann. Die Dauer des Aufenthaltes richtet sich nach der Klärung der Perspektive und kann bis zu sechs Monate dauern.
  • Kurzzeitpflege:  Wenn Eltern aufgrund eines Krankenhaus- oder Kuraufenthaltes nicht in der Lage sind, ihr Kind zu betreuen, lebt das Kind für maximal acht Wochen bei Ihnen.
  • Vollzeitpflege auf Dauer: Kinder, die aufgrund von Vernachlässigung, Verwahrlosung, Misshandlung und sexuellem Missbrauch nicht bei ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen können, leben Dauerhaft bei Ihnen. Wobei auch hier eine Rückführung jederzeit geprüft werden muss. Das Kind lebt dann in einer Familie, die durch den Pflegekinderdienst geschult wurde, oder aber in einer Familie innerhalb der Verwandtschaft.

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