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Karl Bernhard Wiedenhoff: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen“

Der am vergangenen Donnerstag von der SPD angekündigte Antrag, dem Leiter des städtischen Rechnungsprüfungsamtes (RPA), Karl Bernhard Wiedenhoff, das Misstrauen auszusprechen und dem Rat seine Abberufung zu empfehlen, wurde heute von Bürgermeister Lothar Krebs (SPD) im Rechnungsprüfungsausschuss eingebracht und begründet, auf Antrag der CDU aber nicht weiter erörtert. Allerdings hatte Wiedenhoff in der von Philipp Wallutat (FDP) geleiteten Sitzung Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. Dabei zeigte er Verständnis für die Reaktion der SPD, zugleich gab er sich aber auch kämpferisch: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen.“ Es sei bedauerlich, dass der Antrag auf Abberufung am Anfang der Beratungen stehe und nicht an deren Ende. Nunmehr wird sich der Rat der Stadt in seiner nächsten Sitzung damit beschäftigen müssen, sofern der Rechnungsprüfungsausschuss nicht in der vorausgehenden Sondersitzung, die heute angekündigt wurde, den Antrag erneut aufgreift.

Bürgermeister Lothar Krebs (SPD). Foto: Lothar KaiserWie am vergangenen Donnerstag der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Meinecke sprach heute auch Lothar Krebs (Foto) von einem Vertrauensbruch Wiedenhoffs gegenüber dem Rat der Stadt. Die SPD sei nicht nur über den Verlust von 12,7 Millionen Euro entsetzt, sondern auch über das Stillschweigen und die Duldung durch den Leiter des Rechnungsprüfungsamtes. Damit war das Gespräch gemeint, zu dem Stadtkämmerer Müller und Bernd Imig, der Leiter des  Kassen- und Steueramtes, Wiedenhoff an jenem hektischen Tag im Oktober vergangenen Jahres gebeten hatten, an demn die hochspekulativen Derivate mit einem Verlust von 12,7 Millionen Euro verkauft worden waren. Lothar Krebs: „Der Rat muss zum Leiter des Rechnungsprüfungsamtes absolutes Vertrauen haben. Aber dieses Vertrauen ist nun futsch. Denn Herr Wiedenhoff hat es nicht für nötig gehalten, die Parteien von diesem Gespräch und dem Verkauf der Papiere zu unterrichten; vier Monate lang hat er geschwiegen. Dieser Vertrauensbruch kann nicht ungeahndet bleiben!“ Hinzu komme, dass Wiedernhoff an dem Verkauf der Papiere mitgewirkt habe. Dadurch habe er seine Neutralität als Leiter des Rechnungsprüfungsamtes verloren.

Bevor sich Wiedenhoff dazu äußerte, ging er auf den Teil des SPD-Antrages ein, in dem die Oberbürgermeisterin gebeten wird, ihn bis zur Ratssitzung von seinen Aufgaben zu entbinden. Dies sei nach dem Beamtenrecht im Vorfeld eines Disziplinarverfahrens nur bei Verstößen möglich, „die mit dem Strafrecht in Verbindung stehen“. Wiedenhoff: „Nach vierzig Dienstjahren mit Kriminellen auf eine Stufe gestellt zu werden, ist wenig erbaulich. Wäre die Oberbürgermeisterin dieser Aufforderung der SPD nachgekommen, ich hätte im Eilverfahren das Verwaltungsgericht angerufen!“

Zur Sache selbst: In dem Gespräch am 23. Oktober hätten ihm Stadtkämmerer und Kassenleiter auf Befragen erklärt, die Politik sei über die Vorgänge informiert. Und das habe er später auch aus den Protokollen des Finanzausschusses herausgelesen. „Informiert auch über die Summen“, habe er damals beide gefragt, und Jürgen Müller wie Bernd Imig hätten mit Ja geantwortet, versicherte Wiedenhoff heute im Rechnungsprüfungsausschuss. Zitat: „Ich hatte keinen Anlass, an den Aussagen beider Herren zu zweifeln, ihnen zu misstrauen.“ Erst später habe er von Obertbürgermeisterin  Wilding erfahren, dass auch sie in die Vorgänge nicht eingeweiht war. Karl Bernhard Wiedenhoff: „Das war für mich bis dahin undenkbar!“

Die von der SPD kritisierte „Beteiligung“ des Rechnungsprüfungsamtsleiters an dem Derivate-Verkauf beschränkte sich, wie Wiedenhoff heute plausibel darstellte, auf einen „buchungstechnischen Vorgang“, auf die Zustimmung zur Verbuchung des Verlustes auf einen „Vorschusskonto“. Zur ordentlichen Verbuchung der 12,7 Millionen Euro hätte ein Antrag an den Rat auf überplanmäßige Bereitstellung gehört – ein Vorgang, der erst im vergangenen Monat eingeleitet wurde. Wiedenhoff: „Damals verloren die Papiere stündlich an Wert. Mit meinem damaligen Wissensstand würde ich heute wieder genauso handeln, um Schaden von der Stadt abzuwenden. Aber heute sind wir aller schlauer.“

Stephan Jasper von den Grünen erinnerte daran, dass zwei Tage nach dem Verkauf der Derivate eine Ratssitzung stattfand. „Herr Wiedenhoff, das wäre die Gelegenheit gewesen zu berichten!“ Hierfür habe er nach der Aussage von Stadtdirektor Müller keine Eile mehr gesehen, antwortete Wiedenhoff. In seinem turnusmässigen Kassenbericht wäre er darauf selbstverständlich eingegangen. Aber: „Wenn ich gewusst hätte, was ich heute weiß, hätte ich den Rat unverzüglich unterrichtet!“ Er wünsche sich von der Politik ein Mindestmaß an Vertrauen zurück, denn: „Ich würde meine Arbeit gerne weitermachen!“

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Waterbölles am : Karl Bernhard Wiedenhoff arbeitet an neuem Baubetriebshof

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In der in der Ratssitzung am 27. Mai, in der der Beigeordnete Jürgen Müller sein Amt verlor, war Karl Bernhard Wiedenhoff (59) als Leiter des Rechnungsprüfungsamtes abgewählt worden. Seit vier Tagen - nach Monaten im „vorübergehenden Ruhestand“ - hat Wied

Kommentare

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Chronist am :

„Die CDU handelt nicht nach dem Motto ‚Den Kleinen hängt man auf’, bevor sie nicht weiß, was mit dem ‚Großen’ geschehen soll“, äußerte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl Heinz Humpert heute zum Antrag der SPD, den Leiter des städtischen Rechnungsprüfungsamtes (RPA), Karl Bernhard Wiedenhoff, abzuberufen. Sollte heißen: Erst steht die Abwahl von Stadtdirektor Jürgen Müller an.

Frank Schneider am :

Ich das "Vergnügen" hatte diese RPA-Sitzung live zu erleben. Ja, Herr Wiedenhoff hat plausibel seine Beteiligung an den Derivat-Verkäufen erklärt. Zudem hat er eine tolle Vorstellung mit brillianter Rhetorik und Dramatik abgeliefert. Außerdem hat er sehr effektiv Herrn Müller als Wurzel allen Übels dargestellt. In Zukunft kann ich auf solche "Vergnügen" verzichten, denn diese Showrunde hätte man sich sparen können!

Chronist am :

"Bei der Klärung der Verantwortlichkeiten darf aus unserer Sicht die Rolle des Leiters des Kassen- und Steueramtes Herrn Imig nicht außen vorgelassen werden. (...) Zum Abberufungssantrag der SPD bezüglich des Rechnungsprüfungsamtleiters Herr Wiedenhoff sagen W.i.R. nach unserem heutigen Kenntnisstand NEIN." (schreibt die W.I.R.-Frakrtion auf ihrer Homepage)

Chronist am :

Auf Antrag der SPD befasste sich der Rat der Stadt am Donnerstag mit der von den Sozialdemokraten beantragten Abberufung des Leiters des Rechnungsprüfungsamtes, sondern vertagte den Punkt auf die bevorstehende Sondersitzung zur Abwahl von Stadtdirektor Jürgen Müller.

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