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Oktober 2011: Der Waterbölles blättert zurück

Am 26. Oktober 2011, einen Tag nach dem Großbrand, bei dem Teppich-Partner in Schutt und Asche fiel, war das 1800 Quadratmeter große, zweigeschossige Gebäude,  in dem neben Teppichen u.a. auch Parkett, Laminat, PVC-Beläge, Linoleum, Kork, Tapeten und Farben gelagert hatten, nur noch ein qualmendes schwarzes Etwas. Wo im Jahre 1978 die Firma Holz Brand ein Raub der Flammen geworden war, brach am 25. Oktober 2011 vermutlich infolge eines Kurzschlusses ein Feuer aus, und dichte, schwarze Rauchschwaden zogen bei leichtem Ostwind in die Innenstadt und verdunkelten den Himmel.

Foto: Lothar KaiserFoto: Lothar KaiserThomas und Michael Merten, die Eigentümer von „Teppich-Partner“, standen vor den Trümmern langjähriger Arbeit. Ihm und seinen drei Mitarbeitern in der Halle blieb keine Zeit, wichtige Papiere oder gar einen Computer mit ins Freie zu retten, so schnell breitete sich das Feuer aus. Übrig blieb schließlich nur noch eine verkohlte und verbogene Ruine aus Blech und Stahlträgern. Ein Millionenschaden.

Ansicht der neuen Moschee von der Stachelhauser Straße aus.Zehn Jahre ist es inzwischen her, da kündigte die Türkisch-Islamische Union (DITIB) an, auf ihrem Grundstück Stachelhauser Straße 41 innerhalb von 18 Monaten für drei Millionen Euro ein Gebets- und Begegnungszentrum bauen  zu wollen mit einem schlanken Minarett, das von der Weststraße aus 27,80 Meter in den Himmel ragen werde, 8,16 Meter über den angrenzenden zweigeschossigen Gebetsraum hinaus. Was aufregend sein könnte? „Nichts“, urteilten damals der evangelische Superintendent Hartmut Demski und der katholische Stadtdechant Thomas Kaster, die an der Pressemitteilung er DITIB teilnahmen. „Es ist gut, dass der Islam endlich einmal aus dem Hinterhofmilieu in die Öffentlichkeit kommt!“, betonte Demski. Der mit dem Projekt betraute Himmet Ertürk erklärte, der Moscheeverein hoffe, schon im Frühjahr 2012 30 Prozent der veranschlagten Baukosten zusammen zu haben, um mit den Arbeiten beginnen zu können. Dieser Wunsch ging allerdings nicht in Erfüllung. Eingerweiht wurde die Moschee erst gestern (Bericht im Waterbölles folgt).

In einzelnen Fertigbauteilen wurde das neue Tankstellengebäude angeliefert. Foto: Lothar Kaiser Mit Hochdruck wurde vor zehn Jahren an einer neuen Tankstelle an der Burger Straße gegenüber einem Autohaus und gleich neben der früheren Tankstelle von Paul Birkenstock gearbeitet. Auf dem Foto sieht man, wie das dritte von mehreren Fertigbauteilen für das künftige Tankstellengebäude in Stellung gebracht wird.

Im Oktober 2011 ließ die Jugendorganisation der CDU, die Junge Union, fürs DOC die Hüllen fallen. Und berichtete davon in einer Pressemitteilung. So wolle sie „die Remscheider Bürger dazu animieren, die bisher sehr gute Wahlstimmung bei der Bürgerbefragung (Waterbölles: zum DOC an der Blume!) bis zum Sonntag, 16. Oktober, beizubehalten“. Kreisvorsitzende der Jungen Union Remscheid war damals Mathias Heidtmann, heute Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes:  „Ich denke, dass ein DOC unsere Stadt attraktiver macht und wir damit den Abwanderungen der jungen Leute entgegen wirken können. Denn mit einer Fülle von Arbeitsplätzen und neuen Shopping Möglichkeiten bietet Remscheid eine Perspektive für unsere Jugend.“ Der Remscheider Stadtrat hat im Juli 2011 beschlossen, allen Bürgerinnen und Bürgern Remscheids die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung über die Frage der Ansiedlung eines Designer-Outlet-Centers (DOC) im Bereich der Autobahnanschlussstelle Remscheid-Lüttringhausen/Lennep (Blume) zu äußern. . Die Bürgerbefragung fand am Sonntag, 16. Oktober 2011, von 8 bis 18 Uhr in insgesamt 57 Stimmbezirken statt.

Archivbild von Werbekampagne. Fünf Prozent Rabatt räumte das Kaufhaus Remscheid vor zehn Jahren seinen Kundinnen und Kunden ein aus Anlass seines fünfjährigen Bestehens. Und warb dafür auf einem großflächigen Plakat. Eine ganze Woche lang Woche bot das Kaufhaus Remscheid ein täglich wechselndes, preiswertes Frühstück an als kulinarische Reise durch verschiedene europäische Kulturen. Es gab sogar eine Modenschau.

Alte Postkarte der 'Lenneper Talsperre'. Sammlung Wilhelm R. SchmidtVor zehn Jahren erteilte die Bezirksregierung Düsseldorf als Obere Wasserbehörde die Genehmigung zur Sanierung der Panzertalsperre in Remscheid erteilt. Damit das einzigartige technische Denkmal und Biotop für die Nachwelt erhalten bleiben könne, seien umfangreiche Sanierungsmaßnahmen – insbesondere zur Herstellung der Standsicherheit – erforderlich. Die Panzertalsperre war die zweitälteste Trinkwassertalsperre in Deutschland. Sie wurde in den Jahren 1891 bis 1893 in einer ersten Ausbaustufe errichtet. Die heutige Form entspricht weitgehend der im zweiten Ausbauabschnitt 1903 bis 1905 abgeschlossenen Gestaltung.

Foto: Lothar Kaiser Einen Rucksack voll mit altem, trockenem Brot brachte ein Pärchen vor zehn Jahren zum (damals noch mit Wasser gefüllten) Stadtparkteich, um Enten zu füttern. Und die kamen denn auch gleich aus allen Richtungen angeflogen. Von einem Fütterungsverbot hätten sie noch nie etwas gehört, sagten der junge Mann und seine Partnerin. Und tatsächlich: Nirgendwo stand ein Verbotsschild, obgleich man im Rathaus sehr wohl weiß, dass die Enten auch ohne Brot satt werden und viele Brotstücke nicht in den Mägen der Vögel, sondern in denen von Ratten landen. In anderen Städten, z.B. Wuppertal und Düsseldorf, habe man die Erfahrung gemacht, dass sich das Füttern trotz Beschilderung und Kontrollen durch das Ordnungsamt nicht unterbinden lasse, gab die Verwaltung damals an. Die einzigen Tiere, die in Remscheid in der Öffentlichkeit nicht gefüttert werden dürfen, seien Tauben (Ortsrecht Ziffer 3.95).

Als die Remscheider AWO im Oktober 2011 ihr traditionelles Familienfest gemeinsam mit der B.A.F. im Flüchtlingswohnheim Wülfingstraß1 feierte, wurde an dem Wohnheim das Schild „Respekt – Kein Platz für Rassismus“  angebracht - das erste Schild bei einem korporativen Mitglied der Remscheider AWO. Im Bild  Von links nach rechts AWO-Kreisvorsitzender Norbert Horn, Bürgermeister Lothar Krebs (verdeckt), der SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf und die B.A.F.-Geschäftsführerin Daniela Krein.

Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2011 berichteten vor zehn Jahren auf Einladung der LINKEN Vertreter aus drei Gastarbeiter-Generationen in der „Kraftstation“ über ihre Erfahrungen und Erlebnissen zu „50 Jahre türkische Gastarbeiter in Remscheid“. Es sei schwierig gewesen, in Remscheid anzukommen und sich einzuleben, wurde berichtet. Die ersten Gastarbeiter hätten in engen Wohnheimen gelebt und seien durch eine Gemeinschaftsküche mit deutschem Essen verpflegt worden, was ihnen überhaupt nicht geschmeckt habe. Ein Teilnehmer berichtete, „in Deutschland sind wir die Ausländer und in der Türkei die Deutschen!“

Die ehemalige städtische Mülldeponie an der Solinger Straße oberhalb des Morsbachtals werde rekultiviert, erhalte aber auf absehbare Zeit aus Kostengründen keine Sandpiste als Freizeitanlage (Foto rechts unten). Diese wäre mit zusätzlichen Kosten von drei Millionen Euro für die Standfestigkeit der Halde verbunden gewesen. Zuviel für die finanzschwache Stadt. Es solle jedoch eine Fuß- und Radwegverbindung vom Deponiefuß nach Stockden geschaffen werden. „Diese kann ein Baustein einer Verbindung zwischen dem Brückenpark Müngsten und der Trasse des Werkzeugs sein“, so die Verwaltung damals. Hat sich das eigentlich bewahrheitet?

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