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Genügsam und ein erfolgreicher Mücken-Jäger

Zitterspinne in der Natur-Schule Foto: Jörg Liesendahl / Natur-Schule GrundDie Natur-Schule Grund stellt in ihrem aktuellen Naturerlebnis-Tipp eine typische Spinne im Haus vor: Unsere Lieblingseckenhockerin, die Große Zitterspinne, auch Langbeinspinne oder langbeinige Kellerspinne genannt, heißt vornehm Pholcus phalangioides und ist eine Webspinne aus der Familie der Pholcidae, der Zitterspinnen. Ihre großflächigen Raumnetze sind an Haltefäden befestigt und ohne weitere Struktur gewebt. Die Spinnfäden sind nicht klebrig, aber von hoher Dehnbarkeit und einem Wollfaden ähnlich gekräuselt, sodass sich die Beute in ihnen verfängt. Die Zitterspinne, die mit dem Bauch nach oben in ihrem Netz residiert, rennt zur Beute, betäubt sie mit Nervengift und wickelt sie zum direkten oder späteren Verzehr ein. Spinnen kauen nicht, sie injizieren einen Verdauungssaft in ihr Beutetier, wodurch deren Inneres zu einem Nahrungsbrei aufgelöst wird, den die Spinne dann genüsslich aufsaugen kann (extra-intestinale Verdauung).

Zitterspinnen wirken mit ihren etwa fünf Zentimeter langen, dünnen, fein behaarten Beinen sehr zerbrechlich. Die langen Hinterbeine sind beim Einwickeln der Beute hilfreich. Ihr Körper wird sieben bis zehn Millimeter lang und ist von graubrauner Farbe. Zitterspinnen können drei Jahre alt werden.Mit ihrem Speiseplan ist die Zitterspinne ein Nützling, sie entfernt z.B. Stechmücken aus Schlafzimmern und schreckt auch vor dem Verzehr der großen Hauswinkelspinne nicht zurück.

Paarungszeit ist Frühling/Frühsommer; von Juni bis August tragen weibliche Spinnen Eikokons zwischen ihren Tastern. In ihnen befinden sich etwa zwanzig Eier, in Seide verpackt, in denen zu einem späteren Entwicklungszeitpunkt auch die Spinnenbabys zu sehen sind. Bis sie schlüpfen, werden sie von der Spinnenmama getragen.
Männliche Zitterspinnen erkennt man an den verdickten Tasterenden; sie enthalten das Sperma, das in eine Öffnung am unteren Hinterleib der weiblichen Spinne eingeführt werden muss. Sie sollten bei der Annäherung an das Weibchen einen bestimmten Klopfcode kennen und diesen auf das Netz trommeln, um einer üblen Verwechslung zu entgehen.

Zitterspinne an der Decke Foto: Jörg Liesendahl / Natur-Schule Grund
 

Der Körper der Zitterspinne ist, etwa in Form einer Acht, unterteilt in Vorderkörper (Prosoma) und Hinterleib (Opistosoma). Am Vorderkörper sitzen die acht kompliziert aufgebauten Beine, die auch hören, fühlen und schmecken können. Kieferklauen (Cheliceren, zum Injizieren von Gift), Kiefertaster und die acht Punktaugen befinden sich ebenfalls am Vorderkörper.
Der weichere, größere Hinterleib dient der Verdauung und trägt die Spinnwarzen.
Zitterspinnen atmen mit Tracheen, haben ein röhrenförmiges Herz und ein Strickleiternervensystem.

Fühlt sich die die Spinne gestört, beginnt sie zu zittern, eigentlich zu schwingen. So verwischt sie ihre Konturen und ist für einen möglichen Feind kaum noch zu sehen. Daher der Name „Zitterspinne“.
Übrigens: Spinnen müssen sich häuten, um wachsen zu können. Das, was im Netz hängt und aussieht wie eine vertrocknete, tote Spinne, ist meistens ein zurückgelassenes Häutungshemd.

Unsere einheimischen Spinnen sind für uns weder giftig noch gefährlich. Sie haben es verdient, nicht unter einer Schuhsohle oder in einem Staubsaugerbeutel zu landen. Man kann einfach ein Glas über die Spinne stülpen, vorsichtig ein starkes Papier unter dem Glas hindurch schieben und die Spinne ins Freie entlassen.

Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp
Eure / Ihre Stefanie Barzen

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