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Von den „seltsamen Strohns“ und „däm Schlüffken“

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Unter den vielen historischen Lenneper Originalen findet sich auch eines, das um die Wende des 18. ins 19. Jahrhundert im Städtchen lebte. Der Lenneper Heimatforscher Kapitän a.D. Paul Windgassen schrieb dazu einmal in seinen im Remscheider Stadtarchiv erhaltenen Aufzeichnungen: Ein altes Original, das ich aber leider nicht mehr gekannt habe, war der unter den Erbauern des gemeinschaftlichen „Trockenhauses“ an der Wallstraße zu nennende Ambrosius Strohn, der den Spitznamen „Spey Ambros“ hatte. Aufgrund eines krankhaften Tics spuckte er hin und wieder die Leute an. Das heute nicht mehr existente Trockenhaus zwischen Wall- und unterer Poststraße, später als Johann-Daniel-Fuhrmanns-Lagerhaus bekannt, war für die gemeinsamen Zwecke von fünf Lenneper Tuchfabrikanten errichtet worden: Peter Schürmann & Schröder, Peter Caspar von Pollem, Wilhelm Hölterhoff, Johann Peter Wirths sowie Peter Wilhelm Strohn.

Paul Windgassen berichtet weiter, dass er ein anderes Mitglied dieser Familie Strohn, deren Geschichte in Lennep Jahrhunderte zurückreicht, selbst noch gekannt habe. Es soll in Lennep bis ins hohe Alter unter dem sehr viel „hübscheren“ Namen „Der schöne Jüngling“ bekannt gewesen sein. Der Grund dafür war folgender: In seiner Jugend war dieser Mann einmal vom Nebenzimmer aus belauscht worden, wie er, vor dem Spiegel stehend, zu sich selbst sagte: „Bin ich nicht ein schöner Kerl?“ Der Herr war Junggeselle und wurde sehr alt, man konnte ihn später noch im Wollkontor Stoffe verkaufen sehen, als er kaum noch mit der Sprache herausrücken wollte. Ein trauriges Bild! Aber gerade solche Dinge prägen sich oft in das Bewusstsein ein und werden noch lange weiter erzählt.

Auch der langjährige Schriftleiter der des Lenneper Kreisblatts „Fritz aus dem Wieschen“ alias Richard Thielmann wusste von so manchem Lenneper Original und kolportierte so manches Vertällchen. So schrieb er einmal: In der Jägergasse am Markt wohnte „dat Schlüffken“, eine unsaubere Frau, die Haare wirr um den Kopf, die Kleidung schmutzig und zerrissen. Es hieß, sie sei ehemals eine sehr schöne, blitzsaubere Putzmacherin gewesen, die aber durch den übermäßigen Alkoholgenuss auf die schiefe Bahn gekommen war. Hatte sie ihr Fenster im Parterre auf, dann war es für die Jugend ein Vergnügen, einen Stein in ihr Zimmer zu werfen. So prompt, wie ein Geldstück im Automaten herunterfällt, schoss dann das „Schlüffken“ ans Fenster und schrie mit schriller Stimme: „Et Säue!“

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