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Landwirte erheben Einspruch gegen Fahrradstraße

Antrag: Fahrradstraße durch das Feldbachtal“, titelte der Waterbölles am 9. Oktober 2021. Zur Sitzung des Rates der Stadt am 9. Dezember hatten die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP den Antrag gestellt, eine „Fahrradstraße von der Engelsburg durchs Feldbachtal Richtung Kräwinklerbrücke“ einzurichten. In Absprache mit Straßen.NRW sei dafür die Zuwegung und die Überquerung der L 412 (Engelsburg) für Radfahrer sicher zu gestalten. Das Feldbachtal werde immer häufiger von Radfahrer*innen genutzt, um das Angebot rund um die Kräwinklerbrücke zu nutzen, aber auch um hier weitere ausgeschilderte Radverbindungen wahrzunehmen. Da die Straße schmal sei und ein gewisses Gefälle aufweise, seien Radfahrende durch die anderen motorisierten Verkehrsteilnehmer*innen erhöht gefährdet. Zur Sitzung des Naturschutzbeirats am 23. November (inzwischen abgesagt) hat die Ortsbauernschaft Remscheid schriftlich Bedenken geäußert. Diese Fahrradstraße „würde zu einer erheblichen negativen Beeinträchtigung der anliegenden landwirtschaftlichen Betriebe führen“, weshalb darum gebeten wird, „über alternative Verbesserungen für den Radverkehr nachzudenken“.

„Auf den landwirtschaftlichen Flächen entlang der Straße wirtschaften mehrere Remscheider Betriebe. Weiterhin liegen zwei Betriebe mit ihren Hofstreifen direkt an der Straße. Die Straße ist der einzige Zuweg zu diesen Flächen und Höfen“, heißt es in der Begründung. „Der zahlreicher werdende Fahrradverkehr auf der engen, einspurigen Straße stellt heute schon eine Herausforderung bei der Saat, Pflege, Düngung und Ernte der Flächen dar. Gerade bei gutem, sonnigem Wetter, wenn die Feldarbeiten anstehen, sind auch viele Erholungssuchende im Feldbachtal unterwegs. Nur bei gegenseitiger Rücksichtnahme und Ausweichen an geeigneten Stellen ist ein Aneinandervorbeikommen von Radfahrern und Wanderern und unseren großen landwirtschaftlichen Maschinen möglich. In der Regel gelingt dies. Im Pendelverkehr zwischen Feld und Hof bei der Ernte ist dies aber auch jetzt schon ein erheblicher Mehraufwand an Zeit für die Betriebe.“

Bei der Einrichtung einer Fahrradstraße befürchtet die Ortsbauernschaft weniger Rücksichtnahme der Radfahrer/innen auf den landwirtschaftlichen Verkehr. Die Strecke von der Niederfeldbach bis zur Engelsburg über fast drei Kilometer mit einer Höhendifferenz von ca. 80 Metern – insbesondere zwischen Oberfeldbach und Repslöh sei sie recht steil – werde von Radfahrer ohne E-Antrieb oft mit Schrittgeschwindigkeit befahren. „Wenn zunehmend mehr Radfahrer unsere Traktoren nicht mehr passieren oder überholen lassen, weil sie auf ihr Recht auf einer Fahrradstraße pochen, droht vor allem in der … Erntezeit ein hoher Zeitverlust. (…) Eine Fahrradstraße kann sinnvoll nur auf einer ebenen Straße eingeführt werden, aber bestimmt nicht auf so einer Steigungsstrecke.“ Alternativ werden in der Eingabe der Landwirte folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Neuanlage mehrerer geschotterter Ausweichstellen
  • Reduktion der erlaubten Höchstgeschwindigkeit auf der abschüssigen Straße von der Ortschaft Oberfeldbach nach Repslöh (mit einer sehr schlecht einsehbaren Kurve, die von Radfahrer oft so zu schnell befahren werden, dass sie vor einer entgegenkommenden landwirtschaftlichen Arbeitsmaschine kaum mehr bremsen könnten), deshalb auch dort Anlage einer Ausweichstelle.
  • Dauerhafte Installation des Straßenpollers, der den Durchgangsverkehr von Pkw zwischen Wuppersperre Engelsburg verhindern soll.

Die enge Straße im Feldbachtal könne nur bei Rücksichtnahme aller Beteiligten gefahrlos genutzt werden.

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Kommentare

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Heinz Wäscher am :

Gemäß Verwaltungsvorschrift zur StVO kommen Fahrradstraßen nur dann in Betracht, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist. Weiterhin sollte allen am Verkehr Teilnehmenden der § 1 der deutschen StVO eigentlich immer und überall geläufig sein. Nebenbei bemerkt: der selige Adolf Tegtmeier bemühte sich bereits vor Jahrzehnten den wesentlichen Inhalt des § 1 zu beschreiben: https://youtu.be/xEDpuDTMrQI?t=413

Fraktionen von SPD,Grünen und FDP am :

Nachdem SPD, GRÜNE und FDP ihren gemeinsamen Antrag zur Einrichtung einer Fahrradstraße von der Engelsburg durchs Feldbachtal Richtung Kräwinklerbrücke in der Bezirksvertretung Lennep (BV 3) geschoben haben, haben sich nun Mitglieder der drei Fraktionen mit den ansässigen Landwirten zu einem Gespräch vor Ort getroffen und sich ihre Sorgen – auch unabhängig von der geplanten Fahrradstraße – schildern lassen. Dabei berichteten die Bauern eindrücklich von ihren Ängsten vor Verkehrsunfällen an der Straße Eichenhof, an der sie ihre Höfe und landwirtschaftlichen Flächen besitzen und bewirtschaften und die in eine Fahrradstraße umgewidmet werden soll. „Das nehmen wir sehr ernst“, sagt Bezirksbürgermeister Rolf Haumann (Grüne). „Insbesondere die Gefahren durch und für Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Fußgängerinnen und Fußgänger während der Erntezeit, aber auch die Nutzung der Straße durch nicht ortsansässige Autofahrende müssen im Rahmen der Einrichtung der Fahrradstraße bedacht werden.“ Jürgen Kucharczyk, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, ergänzt: „Sicherheit und Rücksichtnahme müssen für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer an erster Stelle stehen. Wenn wir die Maßnahme in ein Pilotprojekt mit einer Laufzeit von einem Jahr einfügen, können wir die einzelnen Parameter regelmäßig evaluieren und gegebenenfalls anpassen.“ Torben Clever, Lenneper Ratsmitglied der Freien Demokraten, begrüßt das Engagement der Ortsbauernschaft: „Der Ausbau des Radverkehrs ist notwendig, um die Mobilität in Remscheid klimafreundlicher zu gestalten. Gleichzeitig wollen wir die Remscheiderinnen und Remscheider nicht in ihrer Mobilität einschränken. An diesem praktischen Beispiel im Feldbachtal können wir nun diese beiden Aspekte in Einklang bringen. Ich freue mich, dass sich die Ortsbauernschaft engagiert und diesen Prozess unterstützt, indem sie ihre Bedürfnisse einbringt.“ Daher sind die Ampel-Partner übereingekommen, den Antrag mit flankierenden Maßnahmen zur Steigerung der Sicherheit sowie um eine kritische Auswertung der Erfahrungen nach einem Jahr zu erweitern. Rolf Haumann: „Wo Radfahrende mehr Rechte bekommen, haben sie auch mehr Verantwortung. Daher werden wir die Stadt bitten, eine Kampagne zur gegenseitigen Rücksicht im Straßenverkehr zu entwickeln. Dazu gehört auch die Rücksicht auf den landwirtschaftlichen Verkehr.“ Ein entsprechender Ergänzungsantrag wird momentan von den Ampel-Parteien erarbeitet.

Chronist am :

Die Verwaltung wird beauftragt, die Implementierung einer Fahrradstraße nacheinem Jahr insb. im Hinblick auf Unfall- und Gefahrensituationen zu evaluieren und auszuwerten, wie sich die Fahrradstraße auf die gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen auswirkt. Des Weiteren wird die Verwaltung beauftragt, einen entsprechenden Begleitungsprozess durchzuführen und dabei insb. die ansässigen Landwirte miteinzubeziehen. Die Einrichtung einer Fahrradstraße wird mit einer Informations- und Öffentlichkeitskampagne begleitet, welche das Ziel verfolgt, die gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu erhöhen. Dabei soll ein Fokus auf den landwirtschaftlichen Verkehr gesetzt werden. Die Verwaltung prüft zusätzliche zu treffende Verkehrssicherheitsmaßnahmen und berichtet über die möglichen finanziellen Auswirkungen. Zu diesen Maßnahmengehören u.a.:- Klappschilder, die auf Erntearbeiten hinweisen- Einrichtung einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 10 km/h in S-Kurven- Einrichtung von geschotterten Ausweichbuchten in S-Kurven- Prüfung der Anbringung von Verkehrsspiegeln. Die Verwaltung prüft zusätzliche Maßnahmen zur Durchsetzung der ausschließlichen Nutzung des motorisierten Anliegerverkehrs im Bereich Feldbachtal: Die Anbringung neuer/zusätzlicher Zufahrtsbeschränkungen (Poller, Schranken, o.ä.)im Bereich Ecke Eichenhof/L412 und im Bereich der Vorsperre Kräwinklerbrücke. (Ergänzungsantrag von Fraktionen von SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und FDP laut Pressemitteilung von heute)

Chronist am :

… konnten sich am Donnerstag im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Mobilität aber nicht durchsetzen. Die Gestaltungsmehrheit von SPD, Grünen und FDP überstimmten CDU, W.i.R. und Linke mit ihrer Idee einer Fahrradstraße, auf der Radfahrer nebeneinander fahren und von nachfolgenden Verkehr nicht überholt werden dürfen. So könne man mehr Menschen für das Radfahren begeistern.

Fraktion der Grünen in der BV Lennep am :

CDU, Linke und AfD präsentierten sich in der Bezirksvertretung Lennep einmal mehr als unheilvolle Allianz der Verhinderer. So stimmten sie in der gestrigen Sitzung (30.03.2022) der BV 3 gegen den Antrag von SPD, GRÜNE und FDP zur Errichtung einer Fahrradstraße von der Engelsburg durch das Feldbachtal zur Kräwinkler Brücke. „Ich habe kein Verständnis für diese Ablehnung“, sagt Bezirksbürgermeister Rolf Haumann. „Es geht ja erst einmal um eine Probephase, nach deren Ablauf man dann die Erfahrungen auswertet. Damit hätte man konkrete Ergebnisse, auf deren Grundlage man über Sinn oder Unsinn einer Fahrradstraße an dieser Stelle entscheiden könnte. Das wäre fundierter als Argumentationen im luftleeren Raum.“ Petra Kuhlendahl, Fraktionsvorsitzende der BV 3: „Überall in Deutschland werden momentan Fahrradstraßen gebaut, aber in Lennep wehrt man sich dagegen. Dabei erweist sich vor allem die Linke in der BV 3 als unberechenbar. Erneut stimmt ausgerechnet sie gemeinsam mit CDU und AfD, nur um einen Antrag der Gestaltungsmehrheit zu verhindern. Damit hat die BV eine Chance vertan, etwas für die Radfahrenden aus der Region zu tun und die Verbindung zwischen Balkantrasse über die Engelsburg zur Kräwinkler Brücke zu verbessern.“ Susanne Fiedler (Sprecherin des AK Rad und Fuß): „Wenn schon keine Mehrheit für diese Fahrradstraße zu finden ist, muss man hinter die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes in Remscheid wohl ein großes Fragezeichen setzen. Die Verhinderungsallianz aus CDU, Linke und AfD in Lennep verhält sich bei diesem Thema dramatisch unfortschrittlich.“

Colin Cyrus - Bezirksvertreter der Linken am :

Wäre dieser Kommentar heute rausgekommen, hätte ich ja lachen können. So bin ich aber sichtlich irritiert. Ich entscheide nach meinem Gewissen und meinen Prinzipien, und ob ich Anträge für sinnvoll für unsere Stadt halte oder nicht – unabhängig vom Abstimmungsverhalten anderer Parteien. Ich beteilige mich nicht an kindischen politischen Kleinkriegen, die den Fortschritt in Remscheid lähmen. Dieses Prinzip mag den Vertreter:innen der Ampelparteien, die ständig aus koalitions- und fraktionsdisziplinarischen Gründen entgegen ihrer Überzeugung stimmen, offenbar fremd und „unberechenbar“ erscheinen, sollte aber demokratischer Standard sein. Meine diesbezügliche Leitlinie sollte eigentlich auch allen Beteiligten aufgefallen sein, denn ich habe am Mittwoch zwar diesen Antrag aus guten Gründen abgelehnt, aber noch auf derselben Sitzung anderen Anträgen der Ampel zugestimmt, die mir sinnvoll erschienen. Welche Allianz hab ich da geschmiedet? Außerdem habe ich sogar gesagt, dass ich einige Vorschläge aus dem Ergänzungsantrag für sinnvoll halte (z.B. Ausweichbuchten, die Zuwegung zur Straße usw.) und deshalb vorgeschlagen getrennt abzustimmen. Das wurde aber gänzlich ignoriert. Wäre es der Ampel um die Fahrradfahrenden gegangen, hätten sie eine getrennte Abstimmung zugelassen. Aber man hielt lieber am Label „Fahrradstraße“ fest – nur einer an dieser Stelle komplett unnötigen Fahrradstraße, die knappe personelle und finanzielle Ressourcen der Stadt bindet, konnte ich nicht zustimmen. (Was ich übrigens im Mobilitätsausschuss letzte Woche auch schon nicht getan habe) Und da ich hier so öffentlich und persönlich angegriffen wurde und wiederholt (!) in eine Ecke oder „Allianz“ mit einer rechtsextremen Partei gestellt wurde, sage ich auch mal ganz ehrlich meine Meinung dazu, die ich in den Ausschüssen aus Respekt und Zuneigung zurückgehalten habe: Dieser Antrag dient hauptsächlich dazu das Portfolio der Ampelparteien zu schmücken. Faktisch hat er keinen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger. Es geht nur darum an den Wahlständen und vor der Presse zu betonen, dass man X Kilometer Fahrradstraßen erschaffen hat. Und das ist etwas, was ich an Politik hasse und warum sich viele Menschen von ihr abwenden. Ich bin ehrlich gesagt persönlich schon ein Stück weit enttäuscht von meinen Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich auch schon konstruktiv zusammengearbeitet habe und von denen ich eigentlich gedacht habe, dass sie mich mittlerweile besser kennen würden. Ich habe auch kein Problem mit harten sachlichen und politischen Auseinandersetzungen – aber das ist schon fast Verleumdung. Dennoch halte ich an meiner Linie fest und werde nicht aus Trotz mein Abstimmungsverhalten ändern. Und für Gespräche bin ich auch weiter offen, denn ich habe keine Lust auf lähmende Kleinkriege...

Bettina Stamm am :

Eine ausgewiesene Fahrradstraße ist dem Radverkehr vorbehalten und darf durch andere Fahrzeuge nicht befahren werden, es sei denn, diese sind per Zusatzschild zugelassen. Dem Antrag ist nicht zu entnehmen welcher Verkehr, nach der Ausweisung als Fahrradstrasse, zugelassen wird. Auch stellt sich hier die Frage, ob die Straße die Voraussetzung für die Ausweisung als Fahrradstrasse erfüllt. Wie die Antragsteller bereits festgestellt haben ist die Straße, mit Begegnungsverkehr, schmal. Gem. der Sicherheitsbewertung von Fahrradstraßen der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. sollte die Fahrgasse von Fahrradstraßen im Regelfall 4 m betragen, um das gleichzeitige Begegnen von jeweils zwei nebeneinander fahrenden Radfahrern sicher zu ermöglichen. Eine Fahrgassenbreite von min. 4,60 m ist erforderlich wenn gewährleistet werden soll, dass auch zwei nebeneinander fahrende Radfahrer einem Pkw sicher begegnen können. Diese Voraussetzung ist meines Wissens auf dieser Strecke nicht gegeben. Welche Verbesserungen mit der Einrichtung einer Fahrradstrasse für Radfahrer an dieser Stelle einhergeht erschliesst sich mir nicht. Ob die Aussicht demnächst in Grüppchen mit dem Rad vor einem Trecker oder PKW herfahren zu können ausreicht, um Menschen zum Radfahren zu motivieren, sei dahingestellt. Zu der gewünschten Reduzierung von motorisierten Durchgangsverkehr und Lärmaufkommen trägt eine Fahrradstrasse an dieser Stelle mit Sicherheit nicht bei. Weitaus geeigneter und erfolgsversprechender erscheinen dafür die Maßnahmenvorschläge der Ortsbauernschaft zur Rücksichtnahme, Verkehrssicherheit und Zufahrtsbeschränkung, die deshalb unabhängig von der Einrichtung einer Fahrradstrasse umgesetzt werden sollten.

Ernst Bärwaldt am :

Die Grünen wollen schon immer bestimmen, was aus ihrer Sicht für die Bürger gut ist. Die Belange der Anlieger werden, wie so oft, nicht ausreichend berücksichtigt. Warum will man ändern, was bisher gut funktioniert hat?

Stefan Holzhauer am :

Manchmal habe ich den Eindruck, in Lennep ist man gegen alles, vor allem gegen Veränderung (auch gegen solche Veränderungen, die Lennep attraktiver machen würden). Der Begriff "Fahrradstraße" ist in Deutschland übrigens klar definiert, auch in der StVO. Sinngemäß: "In Deutschland sind Fahrradstraßen dem Fahrradverkehr vorbehalten. Mit anderen Fahrzeugen dürfen sie nur dort benutzt werden, wo dies durch Zusatzzeichen angezeigt ist." Deswegen verstehe ich die Diskussion um "andere Fahrzeuge" nicht. Ebenso verstehe ich nicht, was "Anlieger" gegen eine Fahrradstraße haben könnten? Ich wohne direkt neben einer, und die Lärmbelästigung durch Fahrradfahrer liegt bei null, währen direkt daneben Tag und Nacht Autos vor sich hin dröhnen.

Eva Leonhardt am :

Es handelt sich hier in der Tat um eine Politik, der das schicke Etikett „Fahrradstraße“ wichtiger ist als die Belange der Fahrradfahrer. Die hätten an dieser Strecke erheblich mehr von einer Anbindung an die Balkantrasse und werden auf große Würfe wie eine fahrradtaugliche Verbindung von Lennep nach Remscheid wohl noch sehr lange warten müssen, weil die Verkehrswende für unsere „Gestaltungsmehrheit“ auch jetzt noch keine Rolle spielt. Auf die praxisnahen Vorschläge der Anlieger zur Verbesserung der Verkehrssituation (Tempobeschränkungen an gefährlichen Stellen, Ausweichmöglichkeiten usw.) sollte in jedem Fall eingegangen werden, um bestehende Probleme zu entschärfen; der landwirtschaftliche Verkehr sollte nicht in unzumutbarer Weise eingeschränkt werden. Ich kann Herrn Cyrus nur zustimmen, wenn er beklagt, der Antrag diene nur dem Show-Zweck, man habe etwas für den Fahrradverkehr getan. Unfortschrittlich, Frau Fiedler, ist Ihre Bezeichnung „Verhinderungsallianz aus CDU, Linke und AfD in Lennep“. Ist das schon Wahlkampf statt zielorientierter Kommunalpolitik? Ebenso daneben liegt Frau Kuhlendahl mit der Bemerkung, dass man in Lennep keine Fahrradstraße wolle. Das Gegenteil ist richtig, mehr Fahrradstrecken sind dringend erwünscht und Sie wissen das! Aber eben nicht vorrangig im Feldbachtal. Und so bleibt´s, wie es ist: Die „Gestaltungsmehrheit“ ist sich selbst genug, ignoriert betroffene Bürger/Anwohner und gute Argumente, weil sie aus der Opposition kommen.

Brigitte Neff-Wetzel am :

Wenn die "Gestaltungsmehrheit" mit ihren politischen Ideen auf Gegenwind stößt, dann liegt es nicht an der (Un-) Sinnhaftigkeit und dem Inhalt des Antrags, sondern an den politischen Gegnern, die geheime Absprachen treffen und unheilvolle Allianzen schmieden. Dieses Narrativ beruht tatsächlich auf einer sehr simplen Strategie. So braucht keine politische Auseinandersetzung mehr stattzufinden, Gegenargumente, (hier zum Beispiel der Landwirte) oder andere Ideen, brauchen gar nicht erst zur Kenntnis genommen zu werden. Anträge INHALTLICH auszuloten und nicht danach zu beurteilen, welche Fraktion sie gestellt hat, wäre demgegenüber ein echter Fortschritt und würde Remscheid mit Sicherheit nach vorne bringen.

Bernhard Dehler am :

Als ambitionierter Radfahrer begrüße ich grundsätzlich die Einrichtung von Fahrradstraßen. Das Feldbachtal hierfür als Pilotprojekt für Remscheid zu entwickeln ist für das Thema Klimaschutz, Verkehrswende, Radfahrerfreundlichkeit in Gesamtheit eher suboptimal, weil unnütz Fronten aufgebaut werden. Fahrradstraßen sind dort sinnvoll, wo zugunsten des Radverkehrs motorisierter Verkehr eingeschränkt wird. „Nice to have“, aber die Argumente der Landwirte wiegen schwer. Das Feldbachtal ist, so wie es ist, mit Fahrrädern in beide Richtungen angemessen zu befahren und es bedarf keiner gesonderten Ausweisung als Fahrradstraße. Dem „stärkeren Argument“ eines landwirtschaftlichen Fahrzeuges überlasse ich in gegenseitiger Rücksichtnahme gerne die Vorfahrt. Zur Versachlichung bringe ich folgenden Kompromiss ein: Das Feldbachtal wird nicht zur Fahrradstraße umgewidmet aber die Verbindung zur Balkantrasse deutlich verbessert, indem die Straße „Eichendahler Hof“ tatsächlich zu einer „Für Radverkehr und Fußgänger durchlässige Sackgasse“, wie ausgewiesen, umgestaltet wird. Aktuell ist bei geschlossener Schranke Fahrradverkehr nicht möglich. Hier sehe ich bei Verhandlungen zwischen dem Anlieger, der Ortsbauernschaft, der Stadtverwaltung und den politischen Gremien noch Spielraum, obwohl es sich, nach Auskunft der Stadtverwaltung, um eine Privatstraße handelt.

Ernst Bärwaldt am :

Sehr geehrter Herr Dehler, das ist ein sehr guter Vorschlag. Mal sehen, wie lernfähig die Ratsherren, Bezirksvertreter und die Herren der Stadtverwaltung sind.

Frithjof Grande am :

Als ambitionierter Radrennfahrer kann ich Herrn Dehler völlig zustimmen. Ich befahre seit Jahren diese Strecke und alles läuft einwandfrei ab. Die Politiker, die hier eine Fahrradstraße möchten, leben an der Realität vorbei. Hier wird ohne Sachverstand ein Fass aufgemacht, was total unnötig ist. Besser ist es, wenn die entsprechenden Politiker ihre Energie für andere, in Remscheid wichtige Themen einbringen würden.

Fraktion der Grünen am :

Der gemeinsame Antrag von SPD, GRÜNE und FDP zu Errichtung einer Fahrradstraße von der Engelsburg zur Kräwinklerbrücke hat in den vergangenen Wochen für viele Diskussionen und Ablehnung in der BV Lennep geführt. Heute (28.04.2022) steht der Antrag auf der Tagesordnung der Ratssitzung. David Schichel (Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN): „Bald ist Sommer und die Kräwi-Saison geht los. Das zieht vor allem viele junge Menschen aufs Fahrrad und an die Talsperre. Dann sind wir erleichtert, wenn wir mit einer Fahrradstraße für mehr Sicherheit auf dem Weg sorgen können und die Radfahrenden nicht die Landstraße benutzen müssen, die von schnell fahrenden Autos hoch frequentiert ist. Zudem wollen wir die Menschen auch aufs Rad bringen, weil auch die Parkplatzsituation an der Kräwi im Sommer eine Katastrophe ist.“ Petra Kuhlendahl (Fraktionsvorsitzender der Bezirksvertretung Lennep): „Mit unserem umfangreichen Begleitantrag, den wir nach unserem Orts-Termin mit den Bauern formuliert haben, sind wir ja bereits auf die Sorgen der Bauern eingegangen. Wir nehmen die Bedenken sehr ernst, aber wir richten unsere Verkehrspolitik sachlich aus und nicht nach einzelnen beratenden Mitgliedern der BV Lennep und ob diese im Winter vielleicht schon einen Radfahrer auf der Straße gesehen haben.“

Lothar Kaiser am :

Das Thema wurde heute nicht behandelt, sondern vertagt. Nach unterschiedlichen Beschlüssen in den Fachausschüssen will die Verwaltung vwersuchen, die Kuh vomn Eis zu holen.

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