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Stadtbäume brauchen unterirdische Wasserspeicher

Die NRW-Landesregierung hat den Kommunen Fördergelder angeboten, damit die Stadtzentren grüner werden. Das Geld fließt unter der Voraussetzung, dass sie in den Innenstädten insgesamt 2.000 Bäume pflanzen. So der 3. Förderaufruf  zum „Sofortprogramm Innenstadt“, an dem sich die Stadt Remscheid mit den Fördergebieten Alleestraße und Lennep beteiligt. Geprüft werde derzeit, ob die Förderung weiterer Stadtbegrünung auf ihre beiden Fördergebiete anwendbar sei, teilt die Verwaltung dem Hauptausschuss zur Sitzung am 2. Dezember mit. In Lennep müssten Begrünungsmaßnahmen in Überlegungen zur Gestaltung der Kölner Straße einbezogen werden; dagegen seien in der Altstadt „die oft beengten Platzverhältnisse zu berücksichtigen“. Eine allgemeine Fördermöglichkeit von Begrünungen im Stadtgebiet sei im Übrigen mit dem Förderaufruf nicht verbunden.

„Und was ist mit dem 'Schwammstadt'-Prinzip?“, will die CDU-Fraktion wissen. Das wurde in Skandinavien entwickelt und wird unter anderem bereits in Wien praktiziert. Dabei bekommen Bäume unterhalt der befestigten Oberfläche mehr Raum zur Entfaltung ihres Wurzelballens. Ein „normal“ gepflanzter Stadtbaum wird auf verbauter Fläche nur 20 bis 25 Jahre alt. Älter werden könnten sie, wenn das Prinzip der Schwammstadt angewendet würde. Dabei wird Regenwasser dort zwischengespeichert, wo es fällt. Das erfordert versickerungsfähige Verkehrsflächen und Pflaster, Mulden, Pufferspeicher (Rigolen), urbane Grünflächen und Feuchtgebiete.

Schon mehrfach haben die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) darauf hingewiesen, dass sich Pflanzgruben für Baumstandorte mindestens an den Standards der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) orientieren müssten. Aber: „Leider wurde hierauf in der Vergangenheit nicht geachtet.“ Allerdings würden jetzt größere Pflanzgruben bei der Planung der neuen Bepflanzung auf dem Friedrich-Ebert-Platz berücksichtigt. „Die Möglichkeiten des Einsatzes der Schwammstadt-Prinzipien in Remscheid soll im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Stadtbaumkonzepts 2050 vertieft untersucht werden“, kündigt die Verwaltung an. Mit der Verabschiedung des fertigen Gesamtkonzepts sei „aufgrund der Komplexität des Vorhabens und der Notwendigkeit der Einbindung vielfältiger Akteure nicht vor Ende des Jahres 2022 zu rechnen“.

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Volker Dubbel (Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst, Fakultät Ressourcenmanagement, in Göttingen). Er hat in dem verwaltungsinternen Auftaktworkshop am 16. Juni 2020 die Fachbereiche herausgearbeitet, die vom Thema „Stadtbaum" tangiert sind, und sich mit möglichen Konfliktbereichen und Lösungswegen beschäftigt. Zwischenzeitlich wurden noch drei weitere Workshops abgehalten. Weitere sollen folgen auf der Ebene der vier Remscheider Stadtbezirksebenen. Auf Basis aktueller Klimaprognosen gelte es, Aussagen über die Zukunftsfähigkeit der bisherigen Artenzusammensetzung des Stadtbaumbestands zu treffen und eine klimaresistente Stadtbaumliste für Remscheid zu erarbeiten (Remscheider Zukunftsbaumliste).
Des Weiteren nennt die Verwaltung:

  • Identifizierung möglicher und geeigneter (!) Pflanzstandorte für neue Remscheider Stadtbäume
  • Prüfung der Remscheider Baumschutzsatzung im Hinblick auf zukünftige Herausforderungen und Möglichkeiten einer Baumfördersatzung
  • Konzepte für Baumpatenschaften und bürgerschaftliches Engagement
  • Optionen der Optimierung der bisherigen Baumbewässerung
  • Erarbeitung von Remscheider Pflegeleitlinien für die verschiedenen Altersstufen von Bäumen  (Jungbaum-, Alterungs- und Reifephase)
  • Frühzeitige Berücksichtigung der Baumbelange bei Umsetzung einer klimagerechten und zukunftsweisenden Stadtplanung und -entwicklung

Die Prinzipien der Schwammstadt will die Verwaltung im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie mit betrachtet: „Die Ergebnisse können in das Stadtbaumkonzept einfließen.“

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