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Es gibt noch Flächenpotentiale für Unternehmen

Als Tischvorlage zur gestrigen Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt, Stadtentwicklung, Klimaschutz beantwortete die Verwaltung die Frage, die Ratsmitglied Bettina Stamm am 25. Oktober zum geplanten Gewerbegebiet „Gleisdreieck“ gestellt hatte.

Frage: Grund und Boden sind endlich und nicht vermehrbar, d. h. spätestens, wenn die letzten Gewerbeflachen veräußert sind müssen neue, flächenunabhängige Konzepte entwickelt werden, um Arbeitsplätze und Firmen in Remscheid anzusiedeln und zu halten. Wie sieht der Plan der Verwaltung aus?

Antwort: Die Entwicklung neuer Gewerbeflächen ist unter den Restriktionen v.a. der Flächenverfügbarkeit und der Möglichkeit einer Baurechtsschaffung eine fortlaufende Aufgabe. Geht das eine Gewerbegebiet in die Vermarktung, muss die nächste Flächenentwicklung bereits angestoßen sein. Dieser Zyklus wird aufgrund der Endlichkeit des Faktor Bodens irgendwann ein Ende haben. Dieses „Ende“ ist in Remscheid derzeit nicht gegeben. Flächenpotentiale hinterlegt mit ersten planungsrechtlichen Grundzügen stehen grundsätzlich zur Verfügung, Nachfragen nach neuen Gewerbeflächen liegen vor. Alle nicht mit Restriktionen belegten städtischen Gewerbegrundstücke sind aktuell veräußert (Restriktionen können z.B. eine fehlende Erschließung oder fehlendes Baurecht sein). Die Remscheider Wirtschaft ist weiterhin stark vom produzierenden Gewerbe geprägt, so dass flächenunabhängige Konzepte nur begrenzt möglich sind. Trotzdem ist unsere Wirtschaft auch einem ständigen Wandel unterzogen. Jedoch reagiert die bergische Wirtschaftsstruktur sehr robust auf die Tertiärisierung. Dies kann sowohl bei kleinen und mittleren Unternehmen wie auch bei Großunternehmen beobachtet werden. Gerade für Transformationsprozesse von Unternehmen und neue Ideen wird vielfach Fläche benötigt. Die Endlichkeit dieses Gutes und der sorgsame Umgang mit diesem sollte Allen mehr als wichtig sein. Künftige Gewerbegebiete werden nicht mehr nur als Standorte für Gewerbebetriebe dienen können, sondern werden sich optisch und funktional von den bisherigen Gewerbegebietsplanungen unterscheiden müssen.

In der Vergangenheit haben Unternehmen das Stadtgebiet Remscheid verlassen, da Ihnen keine Entwicklungsperspektiven in Form von verfügbaren Gewerbeflächen in benötigter Quantität und Qualität aufgezeigt werden konnten. Hierzu zählen trotz intensiver Beratung und Begleitung durch die Wirtschaftsförderung u.a. die Unternehmen Dönges und Messerfabrik Neuenkamp. Die Wirtschaftsförderung ist nach der Entscheidung zur Standortverlagerung weiterhin eng mit den Unternehmen im Austausch, so dass die freigezogenen Bestandsflächen in Remscheid (Hallen und Gebäude) nachgenutzt bzw. recycelt werden konnten (im Falle der Immobilie der Fa. Dönges im Jägerwald mit der Ansiedlung eines Unternehmens aus Wuppertal, im Falle der Immobilie der Messerfabrik Neuenkamp an der Neuenkamper Straße durch Umsiedlung eines Remscheider Unternehmens). Hierzu wurde neben den gewohnten Vermittlungsaktivitäten das etablierte Remscheider Immobiliennetzwerk genutzt. Dieses Instrument versetzt die Wirtschaftsförderung in die Lage ein hohes Maß an gewerblichen Vermietern in Remscheid zu erreichen und mit potenziellen gewerblichen Nutzern zu vernetzen.

Die Wiedernutzungsquote liegt gemäß städtischem Gewerbeflächenkonzept (Stand 2018) bei ~75 % der Flächeninanspruchnahme, sodass keine „richtigen“ Gewerbeflächenbrachen entstehen. Die vorhandenen gewerblichen Potential- /Brachflächen, i.d.R. mit aufstehender Bebauung, sind alle in privatem Besitz und stehen aus verschiedenen Gründen dem Markt nur eingeschränkt zur Verfügung. Die Wirtschaftsförderung ist mit den Eigentümern und Eigentümerinnen im Austausch, um ggf. vorherrschende Hemmnisse abzubauen. Dies ist eine der Hauptaufgaben der Wirtschaftsförderung. Hierzu zählt auch, die Umwandlung von (ehemals) gewerblichen Standorten in andere Nutzungen wie Wohnen oder Einzelhandel kritisch zu hinterfragen. Aufgrund derzeit fehlender Gewerbeflächen in marktgerechter Quantität und Qualität bilden verfügbare Bestandsgewerbestandorte eine wichtige Basis für die Vermittlung von Standortanfragen.

Aufgrund der fehlenden Flächenverfügbarkeit wird bei unternehmerischen Anfragen zu Standortverlagerungen / -erweiterungen / -ansiedlungen geprüft, ob das vorhandene Baurecht auch eine höhere Grundstücksauslastung zulässt. Neben diesen verwaltungsinternen Prüfungen stehen auch externe Beratungen zur Optimierung aktueller und zukünftiger Betriebsabläufe im Fokus (Stichwort: Fabrikplanung). Flächenkonkurrenz hört nicht an der Stadt- oder Regionsgrenze auf. Unsere hochspezialisierten Unternehmen mit Ihren top ausgebildeten Fachkräften sind darauf angewiesen, Entwicklungsperspektiven aufgezeigt zu bekommen. Viele Unternehmen schieben Expansionspläne seit Jahren auf, da Sie auf die Gewerbegebietsentwicklungen in Remscheid warten und auch vertrauen.

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