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Zum Breitbandausbau "keine belastbare Auskunft" möglich

Breitbandausbau: Intensivere Zusammenarbeit vereinbart“ war am 24. Juni 2021 die *Überschrift im Waterbölles zu einer Pressemitteilung der Stadt über eine Zusammenkunft im Rathaus, in der beschlossen worden war, „die Zusammenarbeit für einen schnelleren Breitbandausbau zu intensivieren“. Teilgenommen hatten daran Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und der Konzernbevollmächtigte der Telekom Region West, Dr. Frank Schmidt, sowie Ordnungsdezernentin Barbara Reul-Nocke, der für den Breitbandausbau zuständige Technische Beigeordneten Peter Heinze und der Leiter der Technikniederlassung West der Deutschen Telekom, Jens Bammann. „Wir waren mit der Ausbaugeschwindigkeit in Remscheid unzufrieden und haben sehr sorgfältig neue Unternehmen für die Tiefbauarbeiten in Remscheid gesucht und nun auch gefunden“, so Frank Schmidt damals. Und Burkhard Mast-Weisz sagte zu, dass die Genehmigungsbehörde weiterhin ein zügiges Verfahren für die erforderlichen Arbeiten im Straßenverkehr gewährleisten werde: „Stadt, Telekom und Tiefbauunternehmen werden im Rahmen der Genehmigungserteilung eng zusammenarbeiten, um die Antragstellung noch effektiver zu gestalten“.

Realisiert waren damals gerade mal 30 der geplanten 124 Kilometer Breitbandausbau. Tiefbau realisiert, d.h.  lediglich 450 von 3617 Gebäude waren an das schnelle Glasfasernetz angeschlossen. Und heute – sind gerade mal 58 der 124 Kilometer fertiggestellt (= 44 Prozent), von den vorgesehenen 202 Netzverteilern sind es 89 ( = 44 Prozent)  und von den 920 Hausanschlüsse 27 Prozent. „Auf Grund der Restlaufzeit des Zuwendungsvertrages und des Bewilligungszeitraumes des Fördergebers (bis 31. August 2022) wird es der Telekom nicht möglich sein, das Projekt fristgerecht umzusetzen“, teilte gestern die Verwaltung den Mitgliedern des Schulausschusses mit. Die Telekom habe der Stadt am 3. Dezember eine „Verzögerungsanzeige“, wonach das Projekt um ein Jahr verlängert werden müsse. Die Telekom begründet das mit dem frühen Wintereinbruch, Kapazitätsengpässe aufgrund des Hochwassers in der Region, dem Ausscheiden von Auftragnehmern und der anhaltenden Corona Pandemie, die zwar nicht zu einem Baustopp, aber zu Verzögerungen im Ausbau geführt habe und weiterhin führe.

Weiter heißt es in der Vorlage, zum 31. Oktober hätten im Bereich Westen, Langenhaus und Ölingrath 157 Häuser und sieben Gewerbebetriebe mit Glasfaser versorgt sein sollen. Der Ausbau der Ortschaften Westen, Langenhaus, Oelingrath, Flügel und Grüne sei zwar inzwischen abgeschlossen, jedoch technisch noch nicht in Betrieb. „Das Ausbaucluster 2 (Remscheid-Mitte und Lüttringhausen) sollte zum 31.12.2021 in Betrieb genommen werden. Hier war der Anschluss von 843 Häusern, 85 Gewerbebetrieben, 15 Schulen, drei Kindergärten, zwei Sportstätten, einer Feuerwehr und zwei Verwaltungsgebäuden geplant.“ Aber: „Der einzige Glasfaseranschluss an Schulen, der von der Telekom im Ausbaucluster 2 bis Ende 2021 in Betrieb genommen wurde, ist der von der GGS Adolf Clarenbach in der Pestalozzistr. 17 (technisch nur asymmetrisch). In Remscheid-Mitte ist von der Telekom bis Ende 2021 keine Schule in Betrieb genommen worden. In Remscheid-Mitte ist bisher einzig die Ortschaft Spelsberg erschlossen. Die Bereiche Sieperstr., Ronsdorferstr., Ratherstr. und Rath sind seit mehr als einem Jahr Ausbau / Tiefbau noch nicht vollständig fertiggestellt. Alle weiteren Bereiche wie Am Sieper Park, Hägenerstr und Steinberg, Nüdelshalbach und untere Haddenbacherstr., Goldenberg und untere Remscheiderstr., Clarenbach und Teile der Ronsdorferstr. sowie Birgdener Berg und Birgden III sind noch nicht begonnen worden.“

Zu Fragen von Bürgerinnen und Bürger aus den fertiggestellten Gebieten nach der Inbetriebnahme des Glasfasernetzes durch die Telekom kann die Stadtverwaltung nach eigener Darstellung „derzeit keine belastbare Auskunft geben“.  Auch zur Inbetriebnahme von Schulen habe die Telekom bislang keine weiteren verbindlichen Termine mitgeteilt. Zusammenfassend stellt die Verwaltung in ihrer Mitteilung an den Schulausschuss fest: „Die Telekom ist derzeit nicht in der Lage, der Stadt Remscheid ein wirtschaftliches Angebot für einen bedarfsgerechten symmetrischen Breitbandanschluss der Schulen zu unterbreiten. (…) Eine Inbetriebnahme von Schulstandorten bedeutet vorerst, dass ein asymmetrisches Produkt (max. 1GBit/s Download und 200Mbit/s Upload für Privatkunden bzw. Telekom@School) buchbar und ein symmetrisches Produkt (1GBit/s Download und 1Gbit/s Upload für Businesskunden) bestellbar ist“. Letzteres sei nach Beauftragung frühestens in vier Monaten verfügbar. Die Stadt hat zur Wahrung ihrer Interessen und Ansprüche ein Rechtsanwaltsbüro eingebunden, „um im Austausch mit der Telekom verbindliche Abläufe zur Umsetzung des Zuwendungsvertrages festzulegen“.

Der Stand des Breitbandausgabe an den Remscheider Schulen im Einzelnen: Mit Glasfaser erschlossen und in Betrieb genommen, jedoch nur mit Buchungsmöglichkeit einer asymmetrischen Anbindung, sind mittlerweile GGS Adolf Clarenbach, GGS Kremenholl, GGS Reinshagen, Käthe-Kollwitz-Berufskolleg, und Rudolf-Steiner-Schule. Baulich vollständig mit Glasfaser versorgt, jedoch noch nicht in Betrieb genommen sind GGS Eisernstein, GGS Hasenberg, GGS Mannesmann, Karl-Kind- Schule, Gewerbeschulstr.1, Alexander-von-Humboldt-Schule und Leibniz-Gymnasium.

Mit Glasfaser versorgt, jedoch ohne Anbindung des Hauptkabels, sind GGS Daniel-Schürmann, GGS Freiherr-vom-Stein, GGS Steinberg, GGS Walther-Hartmann, KGS Menninghausen, GHS Hackenberg, Wilhelmstr. 25, Heinrich-Neumann-Schule, Röntgen-Gymnasium, Albert-Einstein-Schule und Berufskolleg Technik. Tiefbautechnisch erschlossen (Leerrohr ohne Glasfaserkabel) sind GGS Hasten, GGS Dörpfeld, GGS Hackenberg, GGS Siepen, KGS Franziskus, Schule für Kranke, Karl-Kind-Schule, Kölner Str. 82, Kölner Str. 82, Hilda-Heinemann-Schule, GHS Hackenberg, Albert-Schweitzer-Schule, Gertrud-Bäumer-Gymnasium, Sophie-Scholl-Gesamtschule, und Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung, Stuttgarter Str. 13. Für folgende Schulen sind die Arbeiten noch nicht begonnen worden: GGS Adolf Clarenbach, GGS Am Stadtpark, GGS Dörpfeld, Nelson-Mandela-Schule, Weiterbildungskolleg, Gustav-Michel-Weg 18, und Emma-Herwegh-Gymnasium.

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Kommentare

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Norbert Landen am :

Was kann man dazu sagen, große Worte von allen Beteiligten und wie meistens nichts dahinter. Leider.

Florian Fray am :

Der Anschlussarbeiten im Bereich Langenhaus sind leider überhaupt nicht abgeschlossen. Die Glasfaser wurde bisher in vielen Häusern nicht eingeschossen, sondern meist lediglich die Leerrohre. Die Tiefbauarbeiten wurden zügig, wenn auch völlig überraschend vorgenommen. Eine Vorankündigung gab es leider nicht, daher war es bei uns purer Zufall, dass die Arbeiten im Haus erledigt werden konnten. Das portugiesische Team war allerdings sehr freundlich und hat unseren Abschnitt binnen weniger Tage mit den Leerrohren versorgt. Auch die Straßenbauarbeiten wurden danach flott erledigt. Leider sind seither keine Arbeiten mehr zu erkennen. Gerade in diesen Zeiten warten wir natürlich sehr auf bessere Leistungen. Mit mehreren Kindern im Homeschooling sind parallele Online-Unterrichtseinheiten einfach nicht möglich. Allerdings ist das zuletzt auch oft auch an der Infrastruktur gescheitert, die Schulen und Lehrern zur Verfügung steht. Überrascht hat mich allerdings die Aussage, dass es symmetrische Bandbreiten überhaupt geben soll. In der Regel wird von der Telekom mit GPON gearbeitet. Bei dieser Technologie sind keine symmetrischen Bandbreiten möglich, außerdem teilen sich die Kunden diese Leitung und verfügbare Bandbreiten. Ich kann unseren Schulen nur wünschen, dass sie über leistungsfähigere Anschlüsse verfügen werden und bin sehr froh, dass einige der genannten Schulen seit ca. einem Jahr wenigstens über bessere VDSL Anschlüsse verfügen. Interessant ist allerdings, dass derzeit nur zwei Glasfaser-Tarife für Schulen angeboten werden (Telekom@School FTTH 250 für 49,95 und FTTH 1000 für 89,95 pro Monat). Der kleinere von beiden unterscheidet sich nicht wesentlich vom leistungsfähigsten VDSL Tarif. Die alte Technologie basiert nicht auf einem geteilten Medium, so dass die Bandbreite hier nicht mit anderen Kunden geteilt wird. Daher könnte der Leistungszuwachs für einige Schulen ernüchternd sein. Es wäre trotzdem sehr interessant zu erfahren, ob die Schulen nun also wirklich dedizierte Leitungen bekommen werden, die sie sich nicht mit der Nachbarschaft teilen müssen. Außerdem wäre es spannend, welche Tarife die Stadt den Schulen wirklich zukommen lassen wird. Ein Experte der Telekom hat übrigens vor kurzem mitgeteilt, dass nur der Gesamtausbau in Betrieb genommen werden soll. Die Inbetriebnahme fertiger Teilabschnitte sei eigentlich nicht vorgesehen (https://telekomhilft.telekom.de/t5/Glasfaserausbau/Netzausbau-fuer-Turbo-Internet-in-Remscheid/ba-p/4592602/page/3#comments). Also warten wir noch ein weiteres Jahr ab und hoffen, dass nicht die auslaufenden Förderzusagen dem Gesamtprojekt einen Strich durch die Rechnung machen.

Stefan Holzhauer am :

Während Außenbereiche der Stadt schleppend verglasfasert werden, schauen die gesamten Bürger der Innenstadtbereiche in die Röhre und müssen sich weiterhin mit Anbindung per Klingeldraht abfinden. Und das im Jahr 2022. Währenddessen bekommt man in skandinavischen Ländern oder den Niederlanden als Privatkunde bereits Anbindungen mit zehn Gigabit und mehr.

Karsten Neldner am :

Eigentlich sollte Corona doch den Durchbruch für die Digitalisierung der Remscheider Schulen bringen. Nach dem Lockdown sind Lehrer*innen und Eltern zum grössten Teil froh, dass die Kinder wieder IN die Schule gehen. Der beste Distanzunterricht ersetzt keinen Präsenzunterricht. Leider ist dann auch die Begeisterung für Lernmanagementsysteme, WLAN, IPads etc. ein wenig verloren gegangen. Was hilft es, wenn die Schulen einen Glasfaseranschluss und einen Tarif mit genug Bandbreite haben, die Schüler mit ihren digitalen Endgerätenaber nicht einmal das schulinterne WLAN nutzen dürfen oder im Falle einer "IPad-Klasse" in den Flur müssen, um Empfang zu haben. Die Fortführung des Medienentwicklungsplans lässt auf sich warten. Erst 2024/25 sollen die Schulen entsprechend ausgestattet sein. Die Telekom ist also nicht die einzige, die mehr Zeit braucht...

Stefan Holzhauer am :

Schul-Digitalisierung in Deutschland ist und bleibt ein Trauerspiel. Dabei muss man nur in die Niederlande oder insbesondere nach Dänemark schauen, um zu sehen, wie das gehen muss. Leider wollen die Verantwortlichen hierzulande unbedingt alle Fehler die anderswo bereits gemacht wurden und behoben sind, selbst machen. Teil des Problems ist allerdings auch das Schulsystem selbst, in dem es Protagonisten gibt, die sich immer noch mit Händen und Füßen dagegen wehren zu erkennen, dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind.

Heinz Wäscher am :

In relativ vielen Kommunen in diesem Land scheint nicht nur diesbezüglich keine Fortschritt erkennbar zu sein, da mitunter selbst in den jeweiligen kommunalpolitischen Gremien einiger Städte und Gemeinden die Zeit diesbezüglich stehen geblieben zu sein scheint und man gefühlt immer noch wie im ausgehenden 20. Jahrhundert arbeitet. Leider werden in solchen kommunalpolitischen Gremien auch die Entscheidungen zur Mittelbereitstellung zur Digitalisierung der kommunalen Schulen getroffen. Meine Aussagen beruhen auf eigenen Erlebnissen aus benachbarten Kommunen sowie Remscheid selbst.

Peter Paas am :

Warum jetzt ein 'Brandbrief' (Rheinische Post)??? In einem Artikel vom 13.07.2021 schrieb der RGA : "Die Fertigstellung bis zum vereinbarten Termin wird sich freilich nicht halten lassen. " Aber für den Breitbandkoordinator war das damals schon kein Problem, Zitat im RGA: „Das Ziel werden wir nicht erreichen, aber das ist bei ähnlichen Projekten in anderen Städten genauso. Niemand schafft es in der Zeit“, erklärt Christian Marré. Nach dieser hoch qualifizierten Aussage war doch alles klar!! ;-)

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