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Ein paar Anmerkungen zum DOC in Lennep

Waterbölles-Gastkommentar

von Horst Kläuser

Als altem Remscheider (in fast jeder Hinsicht 😊) tut es mir leid, dass die Pläne für ein Design Outlet Center zunächst gescheitert sind.

Ich hätte es mir gut vorstellen können und den Lennepern gewünscht, dass unsere recht kleine, aber sympathische Stadt auswärtigen Besuchern positiv aufgefallen wäre. Nicht nur das DOC selbst, auch die Altstadt, in der es gewiss neue attraktive Gastronomie und Boutiquen hätte geben können, hätte profitiert. Ein gewisser Tourismus hätte Remscheid, Lennep, Lüttringhausen, ja, vielleicht dem gesamten Bergischen Land vermutlich gutgetan.

Impulse, Investitionen – frischer Wind in einer Stadt, die auch wegen ihrer Topographie kaum expandieren, ansässigen. erfolgreichen Firmen kaum Grundstücke bieten kann.

Ich werde keine Urteilsschelte betreiben, weil ich den Wortlaut nicht kenne, kein Jurist bin. Wir haben Gerichte, die politische Entscheidungen und Verwaltungshandeln überprüfen. Das ist gut so.

Ich werde auch nicht beurteilen, ob Planungsfehler seitens der Stadtverwaltung gemacht wurden. Was ich weiß, ist, dass sich Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz in vorbildlicher Weise für die Zukunft unserer Stadt eingesetzt hat. Dies darf man auch dann gut finden, wenn man eigentlich gegen das DOC war.

Und ich werde auch nicht auf die Kläger einschlagen, die heute sicher ihre Sektflaschen knallen lassen. Sie hatten alles Recht der Welt vor Gericht zu ziehen und haben vorerst obsiegt.

Das Gericht geht aber, soweit ich es verstehe, auf die in Remscheid immer wieder vorgetragenen Gründe der DOC-Gegner gar nicht im Detail ein: Umweltschutz, Verkehrsüberlastung, miese, überflüssige Artikel minderer Qualität, schlecht bezahlte Arbeitsplätze, Rückschritt ins vergangene Jahrhundert – all das wurde hier vorgetragen, ist aber nach meinem Dafürhalten gar nicht Gegenstand oder Kern des Urteils.

Diese Vor-Urteile seitens der Gegner des DOC, von diesem, wie fast immer lauter vorgetragen als die positiven Gründe der großen Mehrheit der Befürworter, haben indes zu einer Verschlechterung der innerstädtischen Stimmung geführt.

Statt Aufbruch, dem Gedanken an etwas Neues, etwas Modernes – Stopp! „Wir wollen, das alles so bleibt wie immer.“

Dass auch in Remscheid Geld verdient werden muss, was nicht nur durch Betriebe, sondern auch durch Erhöhung der Attraktivität unserer Stadt für Besucher, auswärtige Arbeitskräfte und die Anwerbung neuer Fachkräfte geschieht, wurde meines Erachtens auf der Waagschale der Argumente zu leicht bewertet.

Unsere Vorfahren, die Talsperren bauten (die ersten), Röhrenwerke (die ersten), Eisenbahnbrücken (die höchsten), ungezählte Werkzeugfabriken (die besten), würden sich über die Zaghaftigkeit im 21. Jahrhundert wurden.

Unser Remscheid braucht neue Impulse. Sich über Rückschlage jahrelanger Planung, fast einhellig vom Stadtrat befürwortet, zu freuen und zu jubeln, ist rechtlich vielleicht okay, als Stadtgefühl bedrückt es mich.

Eine kleine Gruppe aktiver Kläger feiert über den Wunsch vieler, vieler Remscheider hinweg ihren juristischen Sieg. Ich feiere ausdrücklich nicht mit ihnen!

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Kommentare

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Jürgen Koball am :

Ich denke, dies ist mehr Wunschdenken. Letzten Samstag war ich im Ruhrpark. Es gibt sicherlich die eine oder andere Sehenswürdigkeit in Bochum. Hat mich aber nicht interessiert. Mein Ziel war einzig und alleine, der Ruhrpark.

Stefan Holzhauer am :

Der Ruhrpark steht weit ab von allem an der Autobahn und hat keine Altstadt fußläufig, zudem ist der Ruhrpark kein DOC. Äpfel & Birnen. Vergleichbar ist das eher mit Roermond, da bin ich interessehalber kurz im DOC gewesen, danach bin ich deutlich ausgiebiger durch Roermond flaniert und habe dort auch Geld gelassen.

Brigitte Dörpinghaus am :

Lieber Herr Kläuser, ich kann Ihren Worten nur in vollem Umfang zustimmen! Besser kann man es nicht darstellen! Leider bleibt es jetzt wieder beim Stillstand. Stillstand in der leider in vielen Bereichen maroden Altstadt mit ihren Leerständen. Aber dafür bleibt es natürlich schön ruhig. :-) Und leider kostet das wieder viele Arbeitsplätze. Wahrscheinlich können es sich manche gut betuchte Mitbürger und Mitbürgerinnen nicht so recht vorstellen, dass für weniger gut dastehende Familien auch einer der so oft gering geschätzten Minijobs wichtig sein könnte.

Matthias Blum am :

Herr Kläuser, Sie loben unseren Bürgermeister Mast Weisz zu Recht. Leider lebt er, wie wir, mit einer unprofessionellen Verwaltung, die das heutige Urteil des Bundesverwaltunggerichts und der Vorinstanz zu verantworten hat. Nicht nur hier wurde versagt, auch bei dem Projekt "Sinn-Leffers". Nun könnte man die Verwaltung in Schutz nehmen, weil derartige Projekte nicht das Alltagsgeschäft sind und man sich deshalb nicht so gut mit der Materie auskennt. Angesichts der Tatsache, dass beim DOC auch auswärtige "Kompetenz" eingekauft wurde, muss sich die Verwaltung zumindest fehlerhaftes Auswahlermessen vorwerfen lassen.

Bettina Stamm am :

Andersrum, Herr Kläuser. Seit fast zehn Jahren Stillstand, die Beschränkung des Einzelhandels auf der Grundlage eines – nun obsoleten– Einzelhandelskonzeptes, leergezogene Häuser, ein Stadion und eine intakte Schule die man hat verwahrlosen lassen, und nicht zu vergessen die Mio. Euros an städtischer Vorleistung für den Investor. Das Geld ist weg. Nur um einen kleinen Teil an Kollateralschäden zu nennen, die alleine der Glaube an das DOC und „wir ziehen das durch, egal was es kostet“ ohne abzuwarten. was die Gerichte dazu sagen, hier angerichtet hat. Traurig genug und kein Grund. um Sektkorken knallen zu lassen. Dass es nun anders als geplant gekommen ist, liegt nicht an der „kleinen Gruppe der aktiven Kläger“, denn es waren nicht die Kläger die den unwirksamen Bebauungsplan aufgestellt haben. Hinweise, dass dieser scheitern könnte, hat es frühzeitig, nicht nur aus den Reihen der Gegner, genug gegeben.

Jochen Wingsch am :

Da stimme ich Bettina Stamm zu. Sicherlich, auch Verwaltungsangestellte machen Fehler. Aber 10 Jahre Fehlplanung und das Scheitern mit Ansage, das ist ein verwaltungstechnischer Schildbürgerstreich mit einem gewissen Geschmäckle. Aber das können wir in RS ja gut, wie uns auch das kürzliche Beispiel des Sinn-Leffers-Gebäudes vor Augen geführt hat. In der freien Wirtschaft würde man für dererlei Fehlwirtschaften fristlos gefeuert. Wird aber öffentliches Geld verbrannt, dann hat man alles richtig gemacht.

Christoph Humpert am :

Ich kann mich noch an den lange zurückliegenden Abend erinnern im Remscheider Ämterhaus, an dem die Ergebnisse der Bürgerbefragung zum Bau des Designer Outlet Centers verkündet wurden. Ich war sehr glücklich über das überwältigende Votum der Stadt, das Einkaufszentrum zu bauen. Mir als in Lennep geborener Remscheider, der die Stadt vor 13 Jahren verlassen hat, wird die heutige Entscheidung noch sehr lange leid tun. Es war eine wahrhafte Jahrhundertchance, die nun zerplatzt ist! Es hatte viele Gründe, warum ich Remscheid verlassen habe. Entscheidend war jedoch, dass mir die Stadt keine Arbeit bieten konnte. Es war schon während meiner Studienzeit nicht einfach, in der Stadt einen Nebenjob zu finden. Es gibt in der Stadt sehr viele Jobs für Fachkräfte vereinzelter Gewerbebetriebe (z.B. Werkzeugmacher, Elektriker), in klassischen Dienstleistungsberufen (z.B. Altenpflege, Krankenschwester) oder im kommunalen Öffentlichen Dienst. Für alle anderen Jobvorstellungen muss ein junger Mensch die Stadt irgendwann verlassen. Hätte es damals ein Designer Outlet Center in Remscheid gegeben, dann hätte mir die Stadt und Region zumindest in der Studienzeit eine Arbeit in der Gastronomie oder im Einzelhandel bieten können. Es kam anders, denn ich habe die Stadt in Richtung Rheinland verlassen. Die tausenden Studenten der Wuppertaler Uni, also das heranwachsende Humankapital der Region, hätte sich sicherlich auch über ein paar Hundert Studentenjobs in Remscheid gefreut. Nicht vorzustellen, welche Umwegrendite ein Designer Outlet Center in Remscheid, Wuppertal und Umgebung in die Kassen gespült hätte. Ein schönes Beispiel ist das H2O. Die kommunale Politik in Remscheid wird vor nicht allzu langer Zeit dafür gefeiert, kostenlosen Eintritt als Corona-Geschenk anzubieten und über den Kommunalhaushalt die Mindererlöse auszugleichen. Wer sich die seit Jahren schrumpfenden Besucherzahlen des H2O im Geschäftsbericht anschaut, dem dürfte Angst und Bange werden, wie lange sich die Stadt bzw. Stadtwerke dieses Zuschussgeschäft noch leisten können. Nicht auszudenken, wie viele Familien nach einem Besuch im Designer Outlet Center noch einen so dringend notwendigen Abstecher ins H2O gemacht hätten! Natürlich ist auch die Wahrheit, dass Designer Outlet Center Ihren kommerziellen Höhepunkt mit großer Wahrscheinlichkeit hinter sich haben. Es ist aber eine der wenigen Arten des stationären Einzelhandels, die überhaupt eine Zukunft haben. Remscheid hätte über mehrere Jahrzehnte Millionen von Besuchern mit Geld in der Tasche empfangen. Es ist bitter, dass dies nicht passieren wird und die Leute weiter Ihre Bekleidung im Ausland in Roermond und Maasmechelen kaufen. Bei dem ganzen Trauerspiel bitte ich die Verantwortlichen der Stadt, möglichst schnell den Kopf aus dem Sand zu ziehen. Es gibt an allen Ecken der Stadt Arbeit, da reicht eine Fahrt durch die Stadt, um das zu sehen! Nutzt die Folgen der -P und versucht, die Stadt als Wohn- und Familienstandort zu entwickeln. Bei drei bis vier Tagen Homeoffice in der Woche werden einige Leute die Idee im Kopf haben, die teuren Großstädte im Umland zu verlassen. Ich auch!

Michael Heimlich am :

Auch hier bedarf es der Korrektur bzw. der Einordnung: 87 000 Bürger konnten am 16. Oktober 2011 über die DOC-Pläne an der Blume abstimmen. Bei einer Wahlbeteiligung von 38,9 % stimmten 25 771 Bürger/-innen = 29,6 % von 87000 Wahlberechtigten (aufgrund der geringen Wahlbeteiligung =76,5 Prozent der Wähler/-innen mit Ja für ein DOC an der Blume). Wie aber erst hinterher öffentlich bekannt wurde zu einem gar nicht in Frage kommenden DOC-Standort , Nahe der BAB-Auffahrt Blume, auf der grünen Wiese. Erst danach wurde politisch beschlossen, wie schon mehrfach hier erwähnt, ein DOC im Zentrum der Lenneper Altstadt zu planen. Kein Grund zur Freude, da die Bürgerbefragung zum falschen Standort durchgeführt wurde, denn eine eneute Bürgerbefragung zum neuen DOC Standort wurde ja bekanntlich mehrheitlich immer von der Remscheider Politik abgelehnt. Keine vertrauensbildende Massnahme seitens der Politik, so wurde schon damals vor über 11 Jahren der Protest gegen ein DOC in Lennep gesät.

Michael Heimlich am :

Ein bisschen mehr Sachlichkeit, professionellere Recherche und Neutralität von einem ausgewiesenen Moderator hätte ich mir schon gewünscht. Hat jemand von den DOC-Gegnern gesagt : "Wir wollen, das alles so bleibt wie immer.“? Das ist doch blanke Polemik und ganz schlechter Stil!

Lothar Kaiser am :

Ein neutraler Kommentar ist nicht vorstellbar.

Horst Kläuser am :

Schön, Herr Heimlich, dass Sie mich in Sachen Journalismus belehren. Danke. Es war/ist ein Kommentar, kein Bericht - Meinung! Und die Anführungszeichen sind in diesem Fall nicht Zeichen eines wörtlichen Zitats, sondern die zusammengefasste, empfundene Meinung - schon mal "Gänsefüßchen" gehört? Und zur Redlichkeit: der Kläger behauptet, er wüsste, dass die Mehrheit der Remscheid gegen das DOC wäre. Interessant. Haben Sie, hat er unlängst eine Umfrage gemacht? Und: warum stimmen mir unter demselben Text bei Facebook "Remscheider unter Remscheidern" über 400 Remscheider zu und nur zwei argumentieren dagegen?

Manfred R. Reiff am :

Hallo, Herr Kläuser! Ich oute mich zunächst als Gegner von Outlet-Centern. In allen hiesigen Begründungen wurde immer herausgestellt, dass ein solches Großprojekt positive Einflüsse auf die Entwicklung in der gesamten Stadt haben würde. Wer kann das eigentlich ZUVERLÄSSIG belegen? Niemand! Es sind zunächst einmal leere Worthülsen! Erst wenn ein solch riesiges Einkaufszentrum seinen Betrieb aufgenommen hat, kann dazu eine erste Einschätzung geben. Weitere Auswirkungen zeigen sich mitunter erst Jahre später. Sind es negative Auswirkungen, ist es dann womöglich zu spät korrigierend eingreifen zu können. In Ihrem Kommentar bedauern Sie, dass die Gerichte, gemeint sind OVG und BVerwG, nicht auf inhaltliche Aussagen für oder gegen das DOC eingegangen sei. Das brauchten die Gerichte in diesem Fall auch nicht! Denn beide Gerichte haben übereinstimmend festgestellt, dass die planungsrechtliche Grundlage für das DOC (die B-Plan-Satzung = "örtliches Gesetz") in so erheblichem Maße rechtsfehlerhaft sei, dass der angefochtene B-Plan schon in der ersten Prüfungsphase, der rechtlichen Prüfung, gravierende Fehler aufwies und damit nichtig sei. Man könnte es auch "Gerichtsökonomie" nennen. Denn wozu sollen Gerichte noch eine zweite, eine inhaltliche Prüfung vornehmen, wenn der B-Plan bereits nach der rechtlichen Prüfung nichtig ist? Für eine eventuell gerichtsfeste inhaltliche Prüfung würde man keine "Bonuspunkte" bekommen, so dass dadurch die Nichtigkeit möglicherweise hätte entfallen können. Andererseits, und da muss ich Ihnen zustimmen: Es wäre natürlich für ALLE, für Befürworter und auch für die Gegner eines DOC und selbstverständlich auch die Planer in der Stadtverwaltung wünschenswert gewesen, zu erfahren, ob die Stadt in den inhaltlichen Aspekten sauber genug gearbeitet hat, um vor Gericht inhaltlich hätte obsiegen können. Für die Planer in der Stadtverwaltung wird es nun, insbesondere nach den umfangreichen Ausführungen des OVG, wohl deutlich schwieriger werden, einen rechtskonformen B-Plan zu erarbeiten. Wie das BVerwG seine Entscheidung begründete, wissen wir erst, wenn das Urteil veröffentlicht wurde. Es ist jedoch noch nicht auf der BVwerwG-Webseite eingepflegt (ist wohl auch noch viel zu früh!). Aber ich nehme mal an, dass deren Begründung ähnlich lauten dürfte wie die des OVG. Bei jedem kommenden B-Plan werden die Planer nun mit der Ungewißheit leben müssen, dass dieser inhaltlich eventuell so bedeutsame Fehler aufweisen KÖNNTE(!), das auch dieser oder ein anderer künftiger B-Plan nichtig werden könnte. Doch ganz gleich was wir uns auch gewünscht hätten - wir müssen es so nehmen, wie es kam und damit leben! Da Ihr Beitrag eindeutig als "Gastkommentar" gekennzeichnet ist, reflektiert er Ihre persönliche Meinung. Die wir zu akzeptieren haben. Jedoch stimme ich Ihnen als "Zugereister" jedoch in folgendem Punkt nicht zu: So schön wie Sie empfinde ich diese Stadt keineswegs. Es gibt in etlichen Stadtbezirken teilweise erheblichen Erneuerungsbedarf. Erneuerungsbedarf, der auch durch ein DOC keineswegs hätte gelöst werden können. Manche Teile der Stadt verkommen leider zunehmend. Die Probleme in der Stadtentwicklung sind hausgemacht und hätten auch nicht durch ein DOC gelöst werden können. Ich habe die DOC-Bemühungen, die übrigens schon wesentlich früher diskutiert wurde (siehe Kennepohls "Village" auf der gegenüberliegenden Seite der "Blume"), schon immer als Bankrotterklärung der Verantwortlichen gesehen. Denn alle bis dato unternommenen Schritte zur Verbesserung der Situation egal wo im Stadtgebiet blieben mehr oder weniger erfolglos. Anders als von Ihnen ausgeführt, ging es den Gegnern nicht darum, zu irgendeinem früheren Zustand zurückkehren zu wollen. Es ging hier ausschließlich um die durch ein solches Großprojekt ausgelösten Probleme. Ich kann auch nicht sehen, wie dieses DOC diese Stadt hätte vorbringen können. Und wie dadurch u.U. Fachkräfte angeworben werden können, erschließt sich mir nicht. Auch halte ich den Vergleich zwischen der Errichtung von Talsperren, Röhrenwerken, Eisenbahnbrücken und Werkzeugfabriken und der von Ihnen kritisierten "Zaghaftigkeit im 21. Jahrhundert" für nicht angebracht. Was soll an einem DOC für das 21. Jh. so besonders sein, es mit den vorgenannten Baumaßnahmen in eine Reihe setzen zu wollen? Die genannten Baumaßnahmen waren unbestreitbar Innovationen. Ein DOC ist keine Innovation, sondern mehr eine clevere, aber immer wieder kritisierte Geschäftsidee. Andererseits stimme ich Ihnen voll und ganz zu: JA, Remscheid braucht (neue) Impulse. Dass es seit sehr vielen Jahren in RS kaum positive Impulse gibt, liegt aber nicht an den DOC-Gegnern, sondern an Rat und Verwaltung. Eine Stadtentwicklung hat es zumindest in den letzten zehn Jahren fast gar nicht gegeben. Und die Ideen, die vorgestellt und eventuell auch beschlossen wurden, sind m.E. keineswegs innovativ (siehe Friedrich-Ebert-Platz). Hoffen wir, dass die Verantwortlich nunmehr zur Besinnung kommen, die unsehnlichen Tagträumereien beiseite legen und vernünftige Projekte finden und entwickeln, die dieser Stadt die nicht nur von Ihnen gewünschten Impulse bringen mögen. Doch sollten die Verantwortlichen sich im Klaren sein, dass sie solche Projekte nur dann erfolgreich umsetzen können, wenn sie für die Bevölkerung überzeugend sind. Das waren die DOC-Pläne jedoch nicht (siehe die Aussagen hinsichtlich der damaligen Abstimmung)! Ich brauche nicht Ähnliches wiederholen, was Frau Stamm zu Recht kritisierte! Denn wer die Begründung des OVG-Urteils gründlich gelesen hatte, konnte schon damals zumindest erahnen, wie das höchste deutsche Verwaltungsgerichtentscheiden könnte. Nun stehen die Verantwortlichen vor einem selbstverschuldeten Trümmerhaufen, an dem nicht "die Verwaltung" Schuld hat, sondern OB und Politik! Wer glaubt denn ernsthaft, dass ein "kleiner Verwaltungsmitarbeiter", ja selbst ein Abteilungs- oder Amtsleiter, den erklärten Weg des OB kolportieren würde? Aber warten wir's ab, vielleicht ist an diesem (neuerlichen) Disaster ja auch die "Gesamtverwaltung" Schuld...! ;-)

Michael Heimlich am :

Ich belehre niemanden, ich stelle lediglich fest. Im Übrigen war ihre Moderation seinerzeit bei der DOC-Info-Veranstaltung im Schulzentrum Hackenberg für mein Empfinden auch in dieser Angelegenheit nicht von absoluter Neutralität geprägt. Die "Gänsefüßchen" habe ich übrigens in der Schule auch als " Anführungszeichen" kennen gelernt, wie Sie im Nachfolgenden bei meinem kleinen Faktencheck feststellen werden. In der WDR Lokalzeit Bergisch Land vom 25.01.22 sprach der Kläger im Interview übrigens von " dass ein großer Teil der Bürgerinnen und Bürger in Remscheid gegen das DOC ist...." und nicht wie sie in ihrem Kommentar hier anführen " dass die Mehrheit der Remscheid(er) gegen das DOC wäre". Und nein, ich habe keine eigene Umfrage gemacht, habe mich aber immer für eine erneute Bürgerbefragung zum tatsächlichen DOC-Standort ausgesprochen. Aber die Pro-DOC Koalition im Rathaus war scheinbar zu ängstlich. Bürger-Umfragen zu falschen Standorten sind aber sinnbefreit u. verantwortungslos zugleich. Warum Sie persönlich 400 Befürworter in Facebook haben, kann ich auch nicht sagen. Ich selbst nutze Facebook nicht, aus gutem Grunde. Mit Facebook verbinde ich im Übrigen auch nicht den Anspruch von Repräsentativität, wie auch bei einigen anderen "sozialen" Medien nicht.

Jutta Hill am :

Vielleicht liegt es den Lenneper einfach in den Genen, dass sie Investoren nicht trauen.... Auf der Webseite des Verkehrs- und Fördervereins Lenneps wird schon von kritischen Lennepern aus dem Jahr 1746 berichtet: "Nach den drei großen Stadtbränden von 1325, 1563 und 1746, die teilweise Lennep völlig zerstörten, mussten die Bürger ihre Stadt immer wieder aufbauen. Nach der letzten Feuerbrunst, die über 400 Häuser vernichtete, schlugen die Bewohner ein scheinbar lukratives Angebot für den Neuaufbau aus. Der damalige Landesherr Kurfürst Carl Theodor bot 10.000 Taler an, wenn Lennep wie die Residenzstadt Mannheim mit schachbrettartigem Straßenverkauf wieder aufgebaut würde. Die Lenneper lehnten dieses Angebot ab. Daher blieb uns dieser einzigartige Rundling erhalten. Dieser Rundling ist noch heute durch die Strassen durch die Wallstraße und den Gänsemarkt bzw. durch den äußeren Ring, Poststrasse, Thüringsberg, Hardtstrasse, Spielberggasse begrenzt."

Stefan Holzhauer am :

Da steht der Kläger vor der Kamera im WDR und behauptet dreist, eine "Mehrheit der Remscheider Bürger" sei gegen das DOC. Wenn ich mir das Ergebnis der Bürgerbefragung ansehe, bei dem sich 76,5 Prozent der Stimmabgeber dafür ausgesprochen haben, frage ich mich, woher der Kläger diese Informationen hat? Subjektive Wahrnehmung? Auch wenn ich Designer Outlet Center nicht ganz unkritisch sehe, die Verkehrssituation problematisch geworden wäre ich und auch nicht die Zielgruppe für ein DOC darstelle, hätte es sicherlich erhebliche Synergieeffekte für die Lenneper Altstadt gegeben, von Arbeitsplätzen noch gar nicht gesprochen. Da klagen die Lenneper seit Jahren über Unattraktivität und Leerstand, das hätte sich mit Besuchern aus dem DOC sicherlich geändert. Ich habe aber genauso den Eindruck, dass Änderungen in Lennep trotz aller Leerstand-Beschwerden seitens einiger besonders lauter Lenneper überhaupt nicht gewünscht sind, in typisch deutscher "not in my backyard"-Mentalität. Nur eins geht: Entweder Belebung der Lenneper Altstadt oder "ich will hier meine Ruhe haben", beides nicht. In Zukunft sollte man bei neuerlichen Beschwerden aus dieser Richtung auf das gescheiterte Projekt hinweisen, das in Zukunft ganz sicher weitere potentielle Investoren mit Projekten für Remscheid abschrecken wird.

Thomas Fritsche am :

Hier wird mehrfach ein Bürgerbefragung bemüht, die sich mehrheitlich für ein DOC ausgesprochen hat. Es wird aber nicht gesagt, dass hier um einen Bau an der Blume abgestimmt wurde. Eine Abstimmung zum den Standort am Stadion hat es nicht gegeben. Die Verwaltung wird gerügt aber der OB ist unschuldig?

Barbara Zirbes am :

"Konstruktives Träumen" erlaubt - statt lamentieren und "was wäre wenn" gewesen ! ? Eine zeitnahe, echte Bürgerbefragung DOC Lennep YES or NO und eine von der Verwaltung und Politik ernstgenommene Ideenbörse der Remscheider Bürger ab 16 Jahren - fände ich angebracht - könnte auch als bürgernahe Bedarfsermittlung bezeichnet werden. Bezahlbarer, sozialer Wohnraum fällt mir als erstes dazu ein - eine ansprechende "GENERATIONEN-SIEDLUNG" für alt und jung, ökologisch, klimafreundlich - mit kleinen und größeren Wohneinheiten, mit Spiel-, Erholungs- Begegnungsflächen, Parkflächen außen rundum, mit multifunktionalem Spiel/Seniorenhaus - alles auf auf dem ursprünglich geplanten DOC Gelände :-) Jungendzentrum Welle, FUNBOX, diverse kleine Geschäfte und Restaurants der Altstadt und die "neue KÖ" würden gut dazu passen ;-)

Klaus Runge am :

Sehr geehrter Herr Kläuser, ich bin erstaunt, mit welchem Gedankenreichtum Sie sich zum Erfolg der DOC-Nichtlieberhaber in Leipzig äußern. Ich frage mich aber, ob Sie sich schon jemals Gedanken über die ökologischen Folgen einer DOC-Realisierung für Lennep und seine Einwohner gemacht haben. Über das Kleinklima in unserem Tal, aber sogar auch noch über die Auswirkungen auf den inzwischen ganz eindeutig fortschreitenden überregionalen Klimawandel mit allen vor nicht sieben Monaten erlebten Gefahren und über die Quadratkilometer großen Zerstörungen auch in den Bergischen Wäldern, sogar in den Wäldern Remscheids am Westabhang des Wuppertals. Remscheider wohnen nicht mehr in der Seestadt auf dem Berge geschützt vor allen Gefahren. Hier in diesem Blog gab es schon die Kurzansicht: Das DOC ist ein Klimakillerprojekt. Es wird alle treffen, wenn wir weiter mit allen DOC-Folgen an der Spitze emsig CO2 in die Luft blasen und Laubbäume absägen. Aber wenn sogar der Oberbürgermeister diese Zusammenhänge nicht beachten will, dann haben Sie das Recht, d a r ü b e r sorgfältig zu schweigen. PS: Ich bin sogar ein UrUrUrUrUR - Enkel der Remscheider Bökers, an deren Unternehmungsgeist Sie in Ihrem Kommentar lobend erinnern. Das Wichtigste daran war die durchgesetzte Trinkwasserversorgung mit der angestrebten Rettung vor Cholera und Typhus. Ich bin gegen den Klimawandel.

Klaus Peter Lohest am :

Die Stadt würde Größe, Vernunft und Zukunftsperspektive beweisen, wenn sie nunmehr gemeinsam mit der BI an einer nachhaltigen Entwicklung der Lenneper Altstadt arbeiten würde - natürlich mit Beteiligung der Bürger*innen

Bürgerinitiative Lennep am :

Die BI Lennep e.V. ist erleichtert über die Bestätigung des Urteils von Münster durch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, da hierdurch die Umsetzung dieses umweltschädlichen Projektes in weite Ferne gerückt ist. Wie in der Vergangenheit wiederholt betont, hat es sich als Fehler erwiesen, die Stadtplanung in Lennep einzig auf das DOC auszurichten. Die Folge sind zwölf Jahre DOC-bedingter Stillstand der Entwicklung in Lennep und ein Schaden für die Bürger*innen und die sprichwörtlichen Steuerzahlenden, der bereits jetzt in die Millionen geht. Die BI Lennep e.V. fordert nun den Stadtrat und die Verwaltung auf, dem DOC-Projekt eine eindeutige Absage zu erteilen. Ärger über die Klage gegen das DOC-Projekt ist absolut fehlgerichtet: Wer einen fehlerhaften Bebauungsplan aufstellt, darf sich am Ende nicht wundern, wenn dieser einer Prüfung durch die Gerichte nicht standhält. Fernab von formalen Fehlern lag aber die eigentliche Schwäche des Projekts von Anfang an in der mangelnden Mitnahme der Bürger*innen und in der kompletten Ignoranz sämtlicher umweltpolitischer Aspekte. Die BI Lennep e.V. hatte vor Jahren ausdrücklich zum neuen Standort in Lennep eine erneute Abstimmung der Bürger*innen eingefordert, was von Politik und Verwaltung zurückgewiesen wurde. Auch Kritik an den vorgelegten Gutachten wurde vom Tisch gefegt. Eine Diskussion annähernd auf Augenhöhe kam erst im Jahr 2020 zustande, als der Gerichtstermin näher rückte. Allerdings ließen Stadt und Investor jegliche Bereitschaft vermissen, das Projekt tatsächlich umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten. Es ist jedoch unabdingbar, Bürger*innen bei großen städtischen Projekten zu beteiligen und eine nachhaltige Stadt(teil)politik nicht aus dem Blick zu verlieren. Hierzu bietet die BI Lennep e.V. ausdrücklich ihre aktive Mitarbeit an.(Peter Lange, BI Lennep e.V., Vorstand)

Manfred R. Reiff am :

Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir dieses Thema endlich ad acta legen könnten und uns auf kommende Aufgaben in dieser Stadt konzentrieren würden, die wir genauso kritisch begleiten sollten, um mögliche "Fehlentwicklungen" zu vermeiden. Durch die Entscheidung des BVerwG ist die Realisierung eines DOC nicht nur in Lennep, sondern auch anderenorts in Remscheid, definitiv nicht mehr möglich. Das MÜSSEN die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung, aber auch die DOC-Befürworter, endlich einsehen. Ein weiteres Herumlavieren und so zu tun, als gäbe es eventuell doch noch eine wie auch immer vorhandene Realisierungschance oder über angeblich vertane Entwicklungschancen zu jammern, ist schädlich für die weitere Entwicklung in Remscheid. Die Gerichte haben eindeutig geurteilt - damit PUNKT! Ende der überflüssigen Diskussion! Von Einigen wird gefordert, die Situation in der Lenneper Altstadt endlich zu verbessern. Ich möchte diese Forderung erweitern und sagen, dass es eine Lennepweite Erneuerung, u.a. in der Kölner Straße (ich sage hier nur: "Boulevard Kölner Straße"), aber auch an anderer Stelle in Lennep, geben muss. Ideen und erste Pläne gibt es bereits seit Jahren. Ich erinnere hier an die, aus meiner Sicht, sehr erfolgreichen "Workskops" in der Freiherr-vom-Stein-Schule vor Jahren. Diese Veranstaltung hat gezeigt, dass es in der Bevölkerung ein sehr großes Interesse an einer Weiterentwicklung in Lennep gibt. Und dass es wichtig ist, sie in die weitere Entwicklung aktiv einbinden. Es wurden zahlreiche wirklich gute Ideen entwickelt. Zu deren und meiner Enttäuschung wurden diese Aktionen verwaltungsseitig jedoch - ohne Nennung von Gründen - gestoppt. Alles was ich in Sachen Weiterentwicklung der Lenneper Altstadt, zumeist im Kontext mit dem DOC, hörte bzw. las, gründete sich auf dem Prinzip Hoffnung. Konkrete Vorschläge für diese Weiterentwicklung gab es und gibt es offensichtlich nicht. Auch wenn die Lenneper zunächst an ihren Stadtteil denken, so sollten wir nicht vergessen, dass es an vielen anderen Stellen im gesamten Stadtgebiet mehr als genug "Baustellen" gibt. Stattdessen werden Aber-Millionen Euro an Steuergeldern für die Stadt m.E. keineswegs voranbringende Großprojekte in der Remscheider Innenstadt bereitgestellt bzw. sind geplant. Das Binden all dieser Millionen Euro fehlt anderenorts, wo die Gelder sinnvoller eingesetzt werden könnten. Sei es im Südviertel, in Hasten, sei es am Zentralpunkt, in Lüttringhausen oder gar in Lennep. Was mir bei der städtischen Planung schon seit vielen Jahren fehlt, ist ein "roter Faden". Stattdessen wird mal hier, mal dort ein wenig getan, was Remscheid aber keineswegs voran bringt.

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