Skip to content

OB zu DOC-Urteil: „Das Ende einer großen Chance!“

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Am 8. Februar haben Vertreter von McArthurGlen und der Stadt zusammen beraten, welche Konsequenzen aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum DOC zu ziehen sind. Voraussetzung für McArthurGlen, das Projekt weiter zu verfolgen, wären ein bestandskräftiger Bebauungsplan, eine bestandskräftige Baugenehmigung und die bestandskräftige Einziehung der Wupperstraße auf der Basis einer Verkaufsflächengröße von 20.000 m². Beide Seiten stimmen darin überein, dass der Aufwand, die Kosten und die Risiken, dies zu erreichen, unverhältnismäßig hoch seien. Um diese Voraussetzungen zu erfüllen, müssten erneut mehrere Millionen Euro Planungs-, Gutachten und juristische Beratung investiert werden. Ein neues Bebauungsplan-Verfahren - einschließlich der erwartbaren Klagen - würde sich aus heutiger Sicht über mindestens fünf bis sieben Jahre hinziehen.

Weder McArthurGlen noch die Stadt sehen sich in der Lage, dies zeitlich, finanziell und strategisch zu leisten. Dies hat zur Folge, dass beide Seiten das Projekt zum DOC einvernehmlich nicht weiterverfolgen werden. Der Entwicklungschef von McArthurGlen, Gary Bond, und Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gelangten zum Ergebnis, dass man sich gezwungen sehe, einander die Hand zu geben und ohne gegenseitige Vorwürfe auseinander zu gehen und zu konstatieren, dass ein für beide Seiten wichtiges und zukunftsweisendes Vorhaben an dem Widerstand einiger weniger Kläger und an einem nur schwer nachvollziehbaren Urteil gescheitert ist.

„Man muss sich das vor Augen führen: Es gibt ein Grundstück, einen Investor, keine Konkurrentenklagen, kein vorheriges Windhundrennen um die Frage, wer denn investiert. Es gibt ein mehrfach wiederholtes positives Votum des Rates! Und dennoch darf das DOC aus formaljuristischen Gründen infolge einer zwischenzeitlich veränderten Rechtsprechung nicht umgesetzt werden. Daraus kann man kaum schlau werden! Das ist für viele Menschen in unserer Stadt nicht nachvollziehbar“, so Burkhard Mast-Weisz.

Für McArthurGlen, die bereits bisher 16 Millionen Euro investiert haben und nun abschreiben müssen, ist das Urteil auch ein Warnruf für den Wirtschaftsstandort Deutschland. „Wie soll ein Investor noch verlässlich planen können, wenn trotz aller politischer Zustimmung ein solche Investition nicht aus sachlichen, sondern ausschließlich formalen Gründen scheitert“, stellt Henning Balzer fest.

Der Stadt und der gesamten Region entgeht eine riesige Chance. 170 Mio. Euro Direktinvestition, 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze, Aufträge für die regionalen Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe: All das ist nun nicht mehr möglich. Für Hotellerie und Gastronomie wäre es eine große Chance gewesen – nicht nur in der Lenneper Altstadt. Die Erfahrungen anderer Center zeigen, dass nicht nur die jeweilige Stadt, sondern auch das Umfeld davon profitiert. Insofern ist auch das ehrliche Bedauern aller Nachbarstädte über das Urteil in Leipzig nachvollziehbar.

Die Stadt bedankt sich bei McArthurGlen für die Geduld mit einem Verfahren, das mit mehr als zehn Jahren Planungen, außergerichtlichen Auseinandersetzungen und mehreren Gerichtsverfahren für ein Projekt mit einer so hohen Bedeutung für den Standort viel zu lange gedauert hat. „Ich danke auch allen Kolleginnen und Kollegen sowie den Mitgliedern des Rates, die sich für das Vorhaben ausgesprochen und mit viel Engagement verfolgt haben, für ihren Einsatz und ihre Geduld“, so OB Burkhard Mast-Weisz abschließend. „Wir werden jetzt zeitnah Überlegungen zur weiteren Planung in Lennep mit Rat und Bezirksvertretung beraten und die Bürgerschaft in geeigneter Weise frühzeitig einbeziehen.“

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Ulrike Kaiser am :

Welche Stadt, welches Kommunalparlament, welcher Investor mag sich unter solchen formaljuristischen Unvorhersehbarkeiten noch an ein großes Projekt wagen?

Ratsfraktionen von SPD, Grünen und FDP am :

Das von vielen Bürgerinnen und Bürgern und der regionalen Wirtschaft lang ersehnte und geplante DOC in Lennep wird es nicht geben. Die Gestaltungsmehrheit aus SPD, GRÜNEN und FDP nimmt dies mit großem Bedauern zur Kenntnis. Heute ist kein guter Tag für Remscheid. Das endgültige Aus für das DOC in Lennep ist zweifelsfrei eine vertane Chance für unsere Stadt. Sehr viel Arbeit, Herzblut und auch Hoffnung sind in den vergangenen Jahren in dieses Projekt geflossen. Das ist eine große Enttäuschung für uns, für alle Beteiligten, vor allem aber auch für die Lenneperinnen und Lenneper, die darin eine Zukunft ihres Stadtteils gesehen und die nun viele Fragen haben. Wir danken McArthurGlen ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit und den Mut, dieses große Projekt gemeinsam mit der Stadt Remscheid gewagt zu haben. Anerkennung verdienen auch der lange Atem, mit dem sie das DOC vorangetrieben haben und die freundschaftliche Art, nach gemeinsamer Beratung auseinanderzugehen. Wir danken auch der Verwaltung dafür, dass sie dieses komplexe Verfahren professionell geführt und dabei Politik und Bürgerschaft stets eingebunden und gut darüber informiert hat. Unverständlich bleibt uns weiterhin die Dauer der Prozesse und das überkomplizierte Planungsrecht. Denn sowohl Befürworter als auch Gegner hätten rascher eine Antwort verdient. Unsere persönlichen Erfahrungen werden wir an geeigneten politischen Ebenen einbringen, um diese Prozesse zu verbessern. Solche Großprojekte erscheinen sonst künftig nicht mehr realisierbar. Aus unserer Sicht liegt aber in dieser Enttäuschung auch eine große Chance, wenn wir es zügig schaffen, die umfangreichen und mitten in Lennep gelegenen Flächen sinnvoll und nachhaltig zu entwickeln. Die vielen guten Ideen der Bürgerinnen und Bürger, der Politik und der Wirtschaft werden wir in diesen Prozess gerne aufnehmen und in einem konstruktiven Verfahren zusammenbringen. Als Gestaltungsmehrheit im Rat der Stadt Remscheid nehmen wir diese Herausforderung an.

Fraktion der Linken am :

DIE LINKE Remscheid begrüßt die offiziell verkündete Entscheidung der Stadtspitze, sich von den DOC-Plänen zu verabschieden. Nach Jahren des Stillstands besteht nun für Lennep die Chance, sich zeitgemäß und nachhaltig weiterzuentwickeln. Schade und unnötig finden wir allerdings die subtilen Seitenhiebe gegenüber Kläger und Gericht seitens der Stadt, an deren Stelle vielleicht eher etwas selbstkritische Demut angebracht wäre. „Aber jetzt ist nicht die Zeit zum Nachtreten oder Trauern. Natürlich bedauern auch wir die verschwendeten Ressourcen und dass Warnrufe lange ignoriert wurden. Doch das müssen wir jetzt abhaken, nach vorne schauen und gemeinsam kreativ werden und anpacken, um unser Lennep zukunftsfähig zu machen!“ So der Landtagskandidat Peter Lange. Wichtig ist, dass die Stadt aus den begangenen Fehlern lernt und das nicht nur in planungsrechtlicher Hinsicht. „Bei den künftigen Überlegungen und Plänen für die Zukunft der betroffenen Flächen und ganz Lenneps, müssen nun von Anfang an die Bürgerinnen und Bürger gehört und mitgenommen werden.“ Sagt unser Lenneper Bezirksvertreter Colin Cyrus. „So ein offener und partizipativer Prozess schafft nicht nur gute Ideen und erhöht die Planungssicherheit, sondern bildet auch wieder Brücken zwischen den Befürworter:innen und Kritiker:innen des DOC-Projekts.“ So Cyrus weiter. DIE LINKE Remscheid und ihre Mitglieder beteiligen sich jedenfalls gerne und konstruktiv an Ideen und Prozessen zur weiteren Entwicklung Lenneps. Die zentrumsnahen und freien Flächen bieten allerhand Möglichkeiten, um den Stadtteil attraktiver zu gestalten und nachhaltig voranzubringen. „Wir diskutieren natürlich schon länger Nachfolgeoptionen, doch gerade nach dem letzten Gerichtsurteil haben wir uns nochmals zusammengesetzt und viele Ideen und Möglichkeiten eruiert“, betont die Fraktionsvorsitzende Brigitte Neff-Wetzel. Eine zuletzt öffentlich diskutierte Wohnbebauung wäre auch für DIE LINKE denkbar und realistisch. So könnte ein ganz neuer Stadtteil „Neustadt“ neben der Altstadt entstehen, mit viel Grün, höhen ökologischen Standards, hohen Anteil an sozialgebundenen Wohnraum und offenen Angeboten für die Stadtgesellschaft, wie beispielsweise Reparaturcafés, Upcycling-Werkstätten oder Angebote für Kunst- und Kulturschaffende. Gastronomie und Gewerbe blieben in der Altstadt und würden von höher Frequentierung profitieren. Wichtig wäre aber auch Platz für Kitas oder OGS. „Ansonsten wären wir aber auch für innovative und kreative Ansätze offen, wie z.B. universitäre, forschende oder studentische Einrichtungen anzusiedeln (Röntgen- und Industriestadt) oder auch eine große Mehrzweckhalle - falls sich Möglichkeiten dazu ergeben und die Rahmenbedingungen passen.“ So Neff-Wetzel weiter

Armin Gerhardts am :

Prima, gibt es schon Investoren für einen Reparaturcafé-Neubau?

Klaus Runge am :

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, bei einer Chance kann man gewinnen oder verlieren. Der Bebauungsplan war wohl nicht das Glückslos. Das DOC scheiterte nicht am Widerstand einiger weniger Kläger und unverständlichen Gerichtsurteilen. Es scheiterte an Konsumrausch, Verkehrslawine, Umweltschädlichkeit und totaler Missachtung der Notwendigkeiten des Klimawandels. Sie sollten bei FFF in die Lehre gehen, um zu realisieren, ob es noch Fünf vor Zwölf oder schon Drei nach ist. Anscheinend muss Ihnen fast der ganze Stadtrat folgen.

Fraktion der CDU am :

„Wer heute aus dem Fenster schaut, sieht dunkle Wolken über Remscheid. Diese Beobachtung gilt aber nicht nur fürs Wetter, sondern auch in Bezug auf die aktuellen Entwicklungen. Denn dunkle Wolken ziehen auch über Remscheid auf, wenn man einen Blick auf die Stadtentwicklung wirft. Es liegt uns fern, jetzt Gerichts- oder Richterschelte zu betreiben, denn solche Kritik kann die Autorität der Institutionen in unserer Demokratie untergraben. Aber eins kann man zu dem Leipziger Urteil wohl anmerken: Wenn sich Urteile wie das des Bundesverwaltungsgerichts häufen, dann dürfte es jetzt und in Zukunft sehr schwierig sein, in Deutschland noch kommunale Großprojekte durchzuführen. Diese Entwicklung bedauern wir ausdrücklich, denn wir sind der Ansicht, dass solche Projekte auch eine gewisse Rechtssicherheit benötigen“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende und stellvertretende Kreisvorsitzende Markus Kötter. „Die CDU stand von Anfang an hinter diesem ‚Jahrhundertprojekt‘, das Lennep und unserer Stadt insgesamt einen Schub nach vorn verliehen hätte. Wir haben daher auch nach dem Leipziger Urteil dem Investor für die bisherige Zusammenarbeit gedankt und erklärt, dass wir bereit wären für einen erneuten Anlauf. Die Entscheidung von Stadt und Investor, keinen zweiten Anlauf zu machen, ist aber nachvollziehbar und verständlich. Klar ist aber auch: Jede Lösung, die jetzt für die für das DOC vorgesehene Fläche gefunden wird, ist nur die zweitbeste Lösung. Wir halten nichts davon, schon Alternativplanungen anzustellen, bevor ein Projekt wirklich ‚tot‘ ist. Doch jetzt müssen Alternativen auf den Tisch. Und hier sehen wir den Oberbürgermeister und das ihn tragende Ampelbündnis in der Pflicht, frühzeitig für ihre Ideen zu werben“, so Kötter. „Oberbürgermeister Mast-Weisz hat das DOC ja wie kein anderes Projekt zu einem Schlüsselprojekt seiner ersten und bisherigen zweiten Amtszeit gemacht und sich darauf sehr fokussiert. Wie enttäuscht muss er sein, dass er hiermit nun auf ganzer Linie gescheitert ist. Viele andere Projekte wurden in den letzten Jahren mit Verweis auf die städtischen Ressourcen, die vom DOC gebunden wurden, nicht energisch genug verfolgt. Dass es seit über 20 Jahren keine sichtbaren Fortschritte bei der Kölner Straße in Lennep gibt, dass auf der Alleestraße außer der Platzierung von ein paar Bänken nicht viel geschehen ist etc.: Dies alles ist nicht auf juristische Urteile zurückzuführen. Hierfür sind wir selbst verantwortlich“, ergänzt der CDU-Kreisvorsitzende Mathias Heidtmann. „Mir sind jetzt zwei Dinge wichtig. Wir brauchen sehr schnell ein Alternativkonzept für Lennep. Denn die dortige Altstadt darf nicht in Schönheit sterben. Und wir brauchen endlich Fortschritte bei dem einzigen Großprojekt, das verblieben ist. Für die Alleestraße sind bereits Fördermittel geflossen. Hier brauchen wir endlich sichtbare Erfolge. Und hier werden wir auch die Stadt in die Pflicht nehmen. Daher stellen wir den Antrag, dass künftig regelmäßig über die aktuellen Fortschritte von Seiten der Verwaltung informiert werden muss. Wir müssen da den Druck erhöhen, so dass - hoffentlich - endlich was passiert“, so Heidtmann.

Norbert Landen am :

Auch wenn es etwas platt klingt.Die Meldung ist das schönste Geburtstagsgeschenk,das ich dieses Jahr erhalten habe.

Stefan Holzhauer am :

"Aus formaljuristischen Gründen" - die Verwaltung wird zur Kenntnis nehmen müssen, dass Gesetze auch für sie gelten und höchstrichterliche Entscheidungen mit hoher Wahrscheinlichkeit geltendes Recht abbilden. Der Bebauungsplan war fehlerhaft, das ist das zentrale Problem. Für das Scheitern sind somit nicht die Kläger verantwortlich, sondern diejenigen in Verwaltung und Politik, die das fachlich zu verantworten haben. Die sind auch direkt verantwortlich für all das jetzt sinnlos verschwendete Geld, das sicherlich sinnvoller hätte investiert werden können. Erst der Patzer mit dem Sinn-Leffers-Gebäude, jetzt das. Kontrolliert eigentlich kein Gremium wirklich, was die Verwaltung verbricht?

Christoph Humpert am :

Ich würde mich freuen, wenn wichtige Meinungsmacher der Stadt die Sache unterstützen. Ich habe kein Netzwerk in der Stadt! Wenn nicht, dann auch okay, aber die 170 Mio. € Direktinvest, das Zwanzigfache an Umwegrendite für die Stadt und 1.000 Arbeitsplätze waren den Versuch wert, falls es scheitert! Alle Personen, die möchten, dass sich die Stadtverwaltung weiter mit der Umsetzung des Designer Outlet Center in Lennep beschäftigt, um uns den Stop des Projektes wirklich zu erklären und gegebenenfalls doch das Projekt fortzuführen, bitte ich, die nachfolgende Petition zu unterschreiben. Es ist nicht das Ende und es könnte weitergehen mit unserem Jahrhunterprojekt, wenn Ihr es wollt und die Stadtverwaltung zum Weitermachen auffordert! https://www.openpetition.de/!glgym

R. Langsfeld am :

55 Unterstützende, davon 48 aus Remscheid. Offensichtlich hat da nur die Remscheider Stadtverwaltung unterschrieben?

Jürgen Koball am :

Mach die Augen zu und wünsch dir einen Traum, aus dem Land der Illusionen. (Severine 1971) Mal reinhören.

Martina Litzner am :

Anstatt sich wegen des gerichtlichen Scheiterns des DOC hier einem Trauertrauma hinzugeben, sollte sich die Gestaltungsmehrheit des Rates der Stadt Remscheid im Sinne von Resilienz, wie sie mittlerweile von vielen Menschen angesichts sich verändernder Lebensumstände einfach mal so im Sinne von Anpassung verlangt wird, auch mal den gegebenen Umständen anpassen und unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt etwas gestalten, den ansonsten wird der Begriff Gestaltungsmehrheit ad absurdum geführt.

Alfred Leonhardt am :

Der Traum von enormen Investitionen in Lennep und nicht enden wollender Shoppingbesucherströme, die Politik und Verwaltung seit 10 Jahren getrieben haben, alle Hemmnisse und Widerstände aus dem Weg zu räumen, sind nun endgültig zerplatzt. Das entschlossene Vorgehen der Stadt hat aber tiefe Wunden in der Stadtgesellschaft hinterlassen. Nötig und möglich wäre nun ein pragmatischer, nach vorn blickender Neubeginn, der auf eine umweltfreundliche und klimaneutrale Stadtentwicklung ausgerichtet ist mit freundlichen, bezahlbaren Stadtwohnungen und hoher Lebensqualität auch für Kinder, Jugendliche, Familien und alte Menschen. Das sollte auch für Remscheid finanziell zu schaffen sein, zumal Infrastruktur, Spiel-, Sport- und Veranstaltungsplätze immer schon kommunale Aufgaben waren und die Wohn- und Geschäftsbauten immer schon mit privatem Geld verwirklicht wurden. Wenn aber selbst stadtbekannte Journalisten oder ein anerkannter Ex-Fernsehmoderator, Personen also, die von Berufs wegen sachlich, mäßigend und moderierend auftreten sollten, den Gegnern des DOC-Projekts und dem Kläger das Scheitern des DOC vorwerfen und den angeblich verpassten Chancen auf Arbeitsplätze, gute Geschäfte und sprudelnde Steuereinnahmen hinterherjammern, dann ist ein solcher Neubeginn zumindest schwer vorstellbar. Hoffentlich ist unser sehr erfahrener Oberbürgermeister mit seiner Gestaltungsmehrheit zu einem vernünftigen Neuanfang in der Lage. Dann müsste eigentlich auch die Bauverwaltung auf eine neue Spur gesetzt werden („lebenslanges Lernen“). Die Bürgerinitiative und Echt.Remscheid, speziell Herr Lange und Frau Stamm, haben für einen pragmatischen Neuanfang jedenfalls schonmal die Hand gereicht. Ich hoffe wirklich sehr, dass die Stadtgesellschaft nicht im kindischem Klein-klein stecken bleibt und die offenen Wunden gut verheilen können.

Bettina Stamm, echt.Remscheid am :

Auf welche Höhe belaufen sich die Kosten für das DOC Projekt inkl. der Planungskosten Hackenberg die nun die Stadt zu tragen hat? Der Kaufpreis für die Grundstücke fließt nicht wie erwartet in den städtischen Haushalt. Uber die Verlagerung der Grundschule und der Feuerwache hinaus, ist die Stadt für den Ausbau der DOC Infrastruktur für den Investor in Vorleistung getreten. Im Investitionsplan sind diese Kosten (und noch weitere Investitionen) durch den Kaufpreis gedeckt. Auf welche Höhe belaufen sich die Deckungslücken und wie werden diese finanziert? Welche weiteren Kosten hat die Stadt nach dem Scheitern der DOC Planungen zu tragen? (Entfernung Straßenmasten o.a.). Was passiert mit dem Baubüro in Lennep?

Norbert Landen am :

Natürlich ist es leider schwer vorstellbar, einen Neubeginn in Remscheid zu gestalten, wenn die Befürworter immer noch die Urteile der Gerichte in Frage stellen und von hiesigen Pressevertreter unterstützt werden, indem sie die Bevölkerung vor allem aus Lennep zu Antidemokraten stempeln. Es fällt mir schwer zu sagen, die oberste Spitze der Stadt hat die Absage ans DOC immer noch nicht begriffen. Leider ist auch der OB darunter. Unbegreiflich! Ich hoffe, es kommt bald auf den Tisch, was das alles bis heute gekostet hat, Wenn das geschehen ist, sind auch die Lenneper bereit, bei einem Neuanfang mitzuarbeiten, um ihren Stadtteil auf Vordermann zu bringen. Dies sei Politik und Verwaltung gesagt: Nur gemeinsam geht das.

Fraktion der CDU am :

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig war das endgültige Aus für das DOC keine Überraschung mehr. Dennoch war die Entscheidung des Gerichts für viele eine kalte Dusche, wenn nicht ein Schock. Der Vorwurf, die Stadt habe schon vor dem Leipziger Richterspruch an Parallelplanungen arbeiten müssen, trifft ins Leere. Die CDU-Fraktion teilt diese Ansicht jedenfalls nicht. Bei einem solchen Großprojekt ist es nicht möglich und auch nicht seriös, gleichzeitig auf mehreren Hochzeiten zu tanzen. Doch jetzt sind die Würfel gefallen. Wir müssen nicht nur die Zukunft Lenneps, sondern der gesamten Stadt neu denken. Es zirkulieren schon einige Ideen als Ersatz für die gescheiterten DOC-Planungen. Doch nicht derjenige, der seine Ideen als erster präsentiert, hat die besten Pfeile im Köcher. Wir brauchen jetzt keine Notlösungen und keine Schnellschüsse, auch wenn alles, was jetzt kommt, nur die zweitbeste Lösung für Lennep und Remscheid sein kann. Wir sollten alle daran arbeiten, dass dies eine sehr gute und sehr gut durchdachte zweitbeste Lösung ist. Aus unserer Sicht ist eine langfristige Planung nur im Rahmen eines integrierten Stadtentwicklungskonzepts möglich. Förderprogramme werden heute in der Regel an die Bedingung geknüpft, dass für die entsprechenden Planungen integrierte Konzepte vorgelegt werden.

Klaus Runge am :

Ich bin sicher, dass die CDU, SPD und weitere Ratsfraktionen den Zusammenhang zwischen dem Vorantreiben der DOC-Planung (= Verkehrsvermehrung statt Vermeidung) und einem weiteren Sturmtief oder einer Hochwasserkatastrophe nicht verständen. Sogar noch nicht einmal, wenn dadurch ihre Parteizentralen dem Totalschaden zum Opfer fielen.

Norbert Landen am :

Alles, was jetzt kommt, ist die zweitbeste Lösung für Remscheid und Lennep. Ein Armutszeugnis der CDU, so etwas zu sagen. Nur die beste Lösung muss es für Gesamt-Remscheid geben. Das haben die Remscheider verdient.

Bergische IHK am :

Oberbürgermeister Mast-Weisz war zu Gast beim IHK-Bezirksausschuss Remscheid und bekräftigte seine Nähe zur Unternehmerschaft. Die zügige Entwicklung eines neuen Plans für das Areal, auf dem das DOC geplant war - das versprach Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz bei der Sitzung des IHK-Bezirksausschusses Remscheid am 1. März in der Gründerschmiede Remscheid. Das Scheitern der DOC-Pläne und die Entwicklung einer Alternative für das Areal waren die Themen des Unternehmergremiums. Zu Gast war neben dem OB auch der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen und Wirtschaftsförderung, Peter Heinze. Wie eng der Draht zwischen Verwaltung und Unternehmertum ist und sein soll, machte Mast-Weisz mit dem Angebot deutlich, ab jetzt bei jedem Termin des Bezirksausschusses als Gast dabei zu sein. Die Teilnehmenden nahmen das einstimmig an. IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge betonte, so ein Angebot habe er noch nie erlebt und bedankte sich für die außergewöhnliche Gesprächsbereitschaft. IHK und Stadtverwaltung wollen in der kommenden Zeit eng zusammenrücken und Ideen für das Gelände entwickeln. Wenge bot hierzu Gespräche auf verschiedenen Ebenen an, um Ideen aus Sicht der Wirtschaft zu generieren, zu diskutieren und dann Vorschläge vorzustellen. IHK-Präsident Henner Pasch bat darum, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer sich mit Ideen an ihn oder den Ausschussvorsitzenden und IHK-Vizepräsidenten Dr. Roman Diederichs oder Bärbel Beck, ebenfalls IHK-Vizepräsidentin, wenden. Beck betonte, dass die neue Planung eine Chance für das Bergische Städtedreieck sein könne. Wuppertal plane die Bundesgartenschau, Solingen die BHC-Halle – nach dem Scheitern des DOC brauche auch Remscheid ein neues Projekt, um die Attraktivität des Standortes weiter zu verbessern. Pasch unterstrich, dass eine neue Planung von allen getragen und unterstützt werden müsse. Dr. Diederichs begann die Sitzung mit einer Schweigeminute in Gedenken an die Opfer der russischen Invasion in der Ukraine. Mast-Weisz berichtete von der Initiative der Stadt, möglicherweise ankommenden Geflüchteten zu helfen. Die Stadt hat eine Mail-Adresse für Angebote und Fragen eingerichtet: ukraine@remscheid.de.

Colin Cyrus am :

Es ist sicherlich richtig, dass eine Stadtverwaltung auch die Interessen der Unternehmerschaft berücksichtigen sollte. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass das in Remscheid nicht der Fall ist - im Gegenteil! Wenn eine Interessengruppe großen Einfluss in RS hat, dann sind das wohl die Unternehmer. Aber deren Interessen sind nicht immer deckungsgleich mit denen der Allgemeinheit. Ich glaube, die vielen anderen Interessengruppen in RS würden sich ebenfalls über eine permanente Präsenz des OB bei ihren Sitzungen freuen, um ihre Vorstellungen und Ideen zur Stadtgestaltung ungefiltert mitteilen zu können - gerade beim Thema DOC. Sonst könnte bei einigen der Eindruck entstehen, die Stadt sei sowas wie der verlängerte verwaltungspolitische Arm der Unternehmerschaft.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!