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Direktzug verbessern statt Bahnangebot verschlechtern

Pressemitteilung der FDP-Fraktion

Nach den bisherigen Erkenntnissen soll der Güldenwerther Bahnhof nicht von dem neuen stündlichen Direktzug zwischen Remscheid und Düsseldorf angefahren werden. Aus welchen Gründen in Remscheid ein Haltepunkt nicht angefahren wird und damit der gesamte Remscheider Westen und auch Fahrgäste vom Hasten und Teilen der Innenstadt von dem RE 47 abgekoppelt werden, ist nicht verständlich. Weil außerdem bisherige Verstärkerfahrten am Morgen und am Nachmittag für den Berufspendelverkehr wegfallen sollen, wird sich das Bahnangebot am Güldenwerther Bahnhof sogar verschlechtern. Mit Blick auf das Ziel, die Mobilität mit Bus und Bahn attraktiver zu gestalten und mehr Menschen zu einem Umstieg auf den ÖPNV und den SPNV zu bewegen, ist dieses Vorhaben nicht nachvollziehbar.

Bislang stellt die Linie S 7 für die Stadt Remscheid die einzige Anbindung an den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) dar. Fahrgäste, die nach Düsseldorf reisen, müssen zwingend in Solingen umsteigen. Nur am Haltepunkt Remscheid-Lüttringhausen bestehen mit der Anbindung an den RE 4 und den RE 13 (ab Wuppertal-Oberbarmen) zwei weitere gleichwertige Verbindungen nach Düsseldorf. Der Umstieg in Solingen Hauptbahnhof von der S 7 in die S 1 in Richtung Düsseldorf ist der Haltepunkt mit dem höchsten Umstiegsaufkommen im gesamten VRR-Gebiet. Die Notwendigkeit, in Solingen umzusteigen, beeinträchtigt nicht nur den Komfort, sondern bietet für die Fahrgäste eine Sollbruchstelle auf ihrem Weg, wenn aufgrund von Verspätungen der Anschluss nicht erreicht werden kann.

Diese Situation beeinträchtigt die Attraktivität der Bahnverbindung von Remscheid nach Düsseldorf erheblich. Lediglich am Morgen und am Nachmittag bestehen für den Berufspendelverkehr einzelne durchgehende Verstärkerfahrten. Die Stadt Remscheid setzt sich daher bereits seit langen Jahren für eine durchgehende Bahnverbindung von Remscheid nach Düsseldorf ein. Nunmehr scheint zum Fahrplanwechsel 2022/2023 mit dem RE 47 eine stündliche neue Direktverbindung zwischen Remscheid und Düsseldorf eingerichtet zu werden. Nach Medienberichten werden durch den RE 47 in Remscheid die Haltepunkte Remscheid-Lennep und Remscheid Hauptbahnhof angefahren. Der Haltepunkt Remscheid-Güldenwerth soll danach von dem Direktzug nicht bedient werden. Mit dem Einsatz des RE 47 würde nicht nur der Umstieg in Solingen entfallen, sondern durch den Wegfall von Halten kann die Fahrzeit zwischen Remscheid-Lennep und Düsseldorf Hauptbahnhof um zehn Minuten verkürzt werden.

Die fehlende Anbindung des Güldenwerther Bahnhofs ist nicht ohne Weiteres verständlich. Die RE 47 dürfte insbesondere für Remscheid und die Solinger Ortsteile, die vor dem Solinger Hauptbahnhof liegen, interessant sein, da für diese Fahrgäste der Umstieg entfällt, während die Fahrgäste, die ab Solingen Hauptbahnhof in Richtung Düsseldorf reisen, bereits jetzt nicht umsteigen müssen. Aus welchen Gründen also ausgerechnet in Remscheid ein Haltepunkt nicht angefahren wird und damit der gesamte Remscheider Westen und auch Fahrgäste vom Hasten und Teilen der Innenstadt von dem RE 47 abgekoppelt werden, ist nicht nachvollziehbar. So werden die beiden Haltepunkte Solingen-Grünewald und Solingen-Mitte beispielsweise angefahren, obwohl diese nur einige hundert Meter auseinanderliegen. Soweit die eingesparte Fahrzeit der Grund für das Auslassen einiger Haltepunkte ist, erscheint es uns angebracht, auf diesen Vorteil zu verzichten, um stattdessen auch Remscheid-Güldenwerth an die neue Linie anzubinden. Die Attraktion der neuen Verbindung besteht schließlich in erster Linie nicht in der eingesparten Fahrzeit, sondern in dem Wegfall des Umstiegs im Solinger Hauptbahnhof.

Nach den Medienberichten über den RE 47 sollen zudem Verstärkerfahrten auf den Linien S 1 und S 7 wegfallen. Bislang bestehen zwei Verstärkerfahrten zwischen 8 und 9 Uhr (Remscheid-Lennep – Düsseldorf Hbf.) und zwei Verstärkerfahrten zwischen 16 und 18 Uhr (Düsseldorf Hbf. – Remscheid-Lennep) auf dieser Strecke. Der Bahnhof Güldenwerth würde also nicht nur von dem neuen Angebot des RE 47 ausgeschlossen, sondern das Bahnangebot verschlechterte sich sogar gegenüber dem gegenwärtigen Zustand. Mit Blick auf das Ziel, die Mobilität mit Bus und Bahn attraktiver zu gestalten und mehr Menschen zu einem Umstieg auf den ÖPNV und den SPNV zu bewegen, ist es nicht nachvollziehbar, wenn sich für den Remscheider Westen, den Hasten und Teile der Innenstadt das Bahnangebot verschlechtert. Wenn keine weiteren Haltepunkte in Remscheid angefahren werden sollen, so wird dies wohl auch Folgen für den künftigen Haltepunkt Remscheid-Honsberg haben. Die bauliche Umsetzung soll ab dem Jahr 2026 erfolgen. Noch vor Abschluss der Planungen ist möglicherweise klar, dass dieser neue Haltepunkt nicht an den RE 47 angeschlossen werden kann und damit der Hauptbahnhof selbst für den Honsberg der attraktivere Ein- und Ausstieg vieler Fahrgäste bleiben wird.

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Kommentare

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Dirk Schaefer am :

Ja liebe FDP, deshalb nennt man das ja auch Regional-EXPRESS! Und die Lüttringhauser sind ja auch von einer Direkt-Verbindung abgehangen, da diese immer schon umsteigen müssen. Im Moment sogar mehrmals, da mal wieder zwischen Lennep und Oberbarmen ein SEV bis zum 1.4 angesagt ist. Dieser wurde gestern morgen weder auf den Bahnsteigen, in verschiedenen Apps noch durch die Presse angekündigt. Womit ich beim neuen Betreiber VIAS wäre. Geändert hat sich, außer den neuen Logos an den Zügen,gegenüber Abellio eigentlich nichts. Außer in Sachen Information.An der Informationsseite zuginfo.nrw nimmt VIAS nicht teil, in den verschiedenen Apps erfährt man maximal 15 Minuten vorher, ob der Zug überhaupt fährt und ob er pünktlich ist. Von der rechtzeitigen Ankündigung eines SEV ganz zu schweigen. Kurzum, in Sachen Informationen für die Fahrgäste existiert VIAS eigentlich nicht. Wer sich also für einen attraktiven ÖPNV und SPNV stark machen will, sollte sich vielleicht nicht nur für eine bequeme Fahrt nach Düsseldorf einsetzen...

Bernhard Dehler am :

Wenn unser „Planungsdezernent“ imRGA vom 25.03.22 korrekt zitiert wurde, zweifele selbst ich, der sehr viel Verständnis für den öffentlichen Dienst hat, an dessen Kompetenz und Ortskenntnis. Zitat „…Ziel sei es deshalb gewesen, den neuen Direktzug „nicht an jeder Milchkanne halten zu lassen.“ Als langjähriger Berufspendler nach Düsseldorf mit Einstieg in Güldenwerth kenne ich wirklich ALLE Höhen und Tiefen des Bahnbetriebes von fahrplanmäßigem Verkehr bis Kampf ums Sammeltaxi in Ohligs zur Weiterfahrt nach Remscheid wg. Streckensperrung. Jedenfalls müssen in Güldenwerth - um im Bild zu bleiben - so wenige Milchkannen rumstehen, dass der VRR und die DB es richtigerweise für erforderlich hielten, einen zweiten, wesentlich größeren P&R-Parkplatz mit neuem Fußgängertunnel zu den Gleisen zu errichten. Das ist zwar schon einige Jahre her, die aktuelle Auslastung der beiden P&R-Parkplätze bestätigt aber die Entscheidung. Weil aber in Güldenwerth so wenig Milchkannen rumstehen, ist dort auch wahrscheinlich eher „zufällig“ ein Verknüpfungspunkt mit den örtlichen Buslinien incl. Buswendeschleife entstanden. Alles Fakten, die es geradezu erzwingen, einen RE nicht halten zu lassen - womöglich noch mit Zustimmung der Stadtverwaltung. Verkehrswende geht mit Sicherheit so nicht. Zusätzlich frage ich mich, wie es unsere Nachbarstadt geschafft hat, den RE an zwei Punkten halten zu lassen, die in der fast unüberbrückbaren Entfernung von ca. 0,7km liegen. Die Solinger scheinen irgendwie cleverer bzw. durchsetzungsstärker zu sein - es sei ihnen gegönnt. Meine letzte Hoffnung ist, das noch nichts in Stein gemeißelt ist und beim VRR noch Verhandlungsspielraum besteht.

David Schichel am :

Sehr geehrter Herr Dehler, als Ausschussvorsitzender und Leiter der besagten Sitzung möchte ich Herrn Heinze da gerne ins rechte Licht rücken. Er hat dieses Zitat in der Sitzung selbst in „Gänsefüßchen“ gesetzt, um die Gründe des VRR (nicht die seinen) für den wegfallenden Halt zu verdeutlichen. Wie das so ist mit Zeitungszitaten, sie sind immer aus einem Zusammenhang gerissen. Ihren Ärger über den Wegfall des Halts in Güldenwerth kann ich gleichwohl verstehen. Es wurden schlicht die Haltepunkte die Haltepunkte gestrichen, an denen statistisch die wenigsten Zu- und Ausstiege stattfinden, das betrifft übrigens auch dezentrale Haltepunkte in Solingen. Andere Aspekte, wie die P&R- Infrastruktur wurden dabei offenbar nicht einbezogen. Ob das die beste Entscheidung war, werden wir tatsächlich nochmal im Ausschuss diskutieren. Es zeigt sich aber einmal mehr, dass das Angebot auf der Jahrzehnte lang vernachlässigten Infrastruktur nur Schritt für Schritt verbessert werden kann. Aus meiner Sicht ist der RE 47 ein deutlicher Fortschritt, aber wir sind auf dem Weg zu einer guten Bahnanbindung damit noch längst nicht am Ziel.

Bernhard Dehler am :

Herr Schichel, ich danke für Ihre einordnende Erläuterung, die aber sofort weitere Fragen aufwirft. Aus welchem Erhebungszeitraum stammen die statistischen Daten der Ein- und Ausstiege in Güldenwerth, die die Nichtberücksichtigung als Haltepunkt für den RE rechtfertigen? Wenn ich mir - besonders tagsüber und wochentags - den Belegungsgrad der P&R-Anlagen ansehe, scheinen sie nicht mehr aktuell zu sein. Sollten die zugrunde liegenden Daten aber aktuell sein, hätten Sie Herr Schichel mir indirekt bestätigt, was ich schon länger vermute: Die P&R-Anlagen (auch in Lennep) werden vielfach nicht von Reisenden, sondern von Mitarbeitern umliegender Firmen, von Gewerbetreibenden und von Anwohnern belegt und somit Pendlern entzogen. Hier gilt es Lösungen zu finden, die eine Fehlnutzung von P&R-Anlagen verhindern oder mindestens minimieren.

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