Skip to content

Neues Stadtbaumkonzept nicht vor Frühjahr 2023

„‘Remscheider Zukunftsbaumliste‘ kommt Mitte 2022“, titelte der Waterbölles 13. Mai 2021. Mit der Arbeit an dem neuen „Remscheider Stadtbaumkonzept“ hatten die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) im August 2020. begonnen. Mit wissenschaftlicher Unterstützung durch Prof. Dr. Volker Dubbel von der Göttinger Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst, Fakultät Ressourcenmanagement. Ziel des Stadtbaumkonzeptes ist die „Entwicklung strategischer Handlungsgrundlagen mit ressortübergreifend fachlich abgestimmten Empfehlungen und Leitlinien zum Erhalt und zur
nachhaltigen Entwicklung des Stadtbaumbestandes“, so die Verwaltung.

„Geplant sind mehrere Workshops, zumindest auf Ebene der vier Remscheider Stadtbezirksebene“, hieß es vor zwei Jahren. Die mussten „aus Gründen weiterhin angespannter Personalressourcen“ verschoben werden. Zur Sitzung der Bezirksvertretung Süd am 4. Mai teilte die Verwaltung mit, dass deshalb mit dem Konzept „nicht vor dem Frühsommer/Sommer 2023 zu rechnen“ sei – auch aufgrund von Umweltereignissen, „u.a. der Hochwasserkatastrophe vom Juli 2021, mehrerer kurz aufeinander folgender Stürme, zuletzt Ende Februar 2022, und dem Fortschreiten der Dürreproblematik“. Im Anschluss an die im Herbst 2020 begonnenen und in 2021 digital fortgeführten verwaltungsinternen Workshops hätten weitere Workshops in Präsenz sowie die angedachten Bürgerbeteiligungen in den Stadtbezirken corona-bedingt noch nicht stattfinden können.

Die Remscheider Zukunftsbaumliste mit 175 zukunftsfähigen Baumarten wurde im Rahmen einer Projektarbeit im Masterstudiengang Urbanes Baum- und Umweltmanagement der Göttinger Hochschule erarbeitet. „Aufgenommen wurden darin ausschließlich Baumarten, die unter den Aspekten Trockentoleranz und Winterhärte für Remscheid mit ‚sehr gut geeignet‘ und ‚gut geeignet‘ eingeschätzt werden“, teilt die Verwaltung der BV Süd mit. Im Rahmen einer weiteren Projektarbeit in dem Masterstudiengang sei auch der Entwurf einer möglichen Baumfördersatzung in Ergänzung zur Baumschutzsatzung der Stadt Remscheid als Diskussionsvorschlag entwickelt worden.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Chronist am :

Dass sich das neue Stadtbaumkonzept verzögern werde, bedauerte Barbara Kempf (Grüne) in der heutigen Sitzung der Bezirksvertretung Süd. De Verwaltung möge doch bitte ihre Prioritäten überdenken. Denn: „Es ist längst fünf nach 12!“

Colin Cyrus am :

Die Linke hatte im vergangenen Sommer eine Änderung der Baumschutzsatzung beantragt. Diese sollte auf das Niveau des Städte- und Gemeindebunds NRW angehoben werden. Damals waren es v.a. die Grünen, die sich dagegen aussprachen - mit Verweis auf das geplante Stadtbaumkonzept 2050. Ich habe schon damals gesagt wer weiß, wann und ob dieses Konzept kommt und was dort drin steht. Man hätte damals die Chance gehabt mehr Stadtbäume zu schützen und mehr Gelder für Nachpflanzungen zu generieren! Insofern sollten auch die Grünen mal ihre Prioritäten überdenken und sich bei ökologisch sinnvollen Anträgen zwischendurch auch mal aus den koalitionsdisziplinarischen Fesseln befreien. Bis zur Implementierung dieses Konzepts werden hunderte Stadtbäume ohne Ersatzpflanzung und ohne Ersatzgelder gefällt werden. Und Geld benötigt man auch dringend für die Umsetzung des neuen Konzepts. Das wird das nächste große Hindernis.

David Schichel am :

Lieber Colin Cyrus, danke für die hilfreichen Tipps! Gut, dass die Linke bei allen internen Querelen noch Zeit hat, mit dem Finger auf die Grünen zu zeigen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass wir Euren Antrag abgelehnt haben, weil e ein schlechter Antrag war. Mustersatzungen unangepasst abzuschreiben, die z.B. die Fichte oder sog. invasive Arten ausnahmslos unter Schutz stellen, genügt in Zeiten, in denen sich Dürre und Starkregen abwechseln, nunmal leider nicht mehr. Daher ist die bestehende Satzung besser als Euer Vorschlag. Der Ansatz des Stadtbaumkonzeptes hingegen hat uns überzeugt. Darum ist es in der Tat ärgerlich, dass es so lange dauert. Es wird dafür aber mehr nützen und länger tragen als die Mustersatzung des Städtetags, die Ihr vorgelegt habt.

Colin Cyrus am :

Lieber David Schichel, unser Antrag ging über eine unangepasste Übernahme der Musterbaumschutzsatzung hinaus. Unser Kompromissvorschlag damals war aber, unsere Remscheider Satzung wenigstens auf das Niveau des Städte- und Gemeindebunds anzuheben, weil wir dachten, angesichts der Baumproblematik müssten die anderen Fraktionen zumindest damit d´accord sein. Ich sehe auch nicht, warum eine strengere Baumschutzsatzung nicht mit dem anvisierten Stadtbaumkonzept verträglich ist. Wie du weißt, bedeutet die kommunale Unterschutzstellung von Bäumen nicht, dass diese nicht gefällt werden dürfen (Genehmigungsquote über 99%), sondern nur, dass bei Fällungen Ausgleiche geschaffen werden müssen. Aktuell kann jeder gesunde Nadelbaum einfach so gefällt werden, ohne Ersatzpflanzung und ohne Ausgleichsgelder an die Stadt. Und das soll für die Stadt und ihre Begrünung besser sein? Mit unserem Vorschlag hätte es wenigstens mehr Ersatzpflanzungen (müssen nicht zwingend Nadelbäume sein) und auch mehr Ausgleichsgelder für Neupflanzungen gegeben! Und wir brauchen dringend Geld, um unsere Stadtbäume klimafester zu machen. Die ordentlichen Nach- und Neupflanzungen in Lennep dieses Jahr kosten 225.000 Euro für 53 Bäume – also über 4.000 pro Baum. Als Ausgleichszahlungen hat die gesamte Stadt 2021 aber nur 22.000 Euro eingenommen – bei knapp 200 genehmigten Fällungen. Das ist viel zu wenig! Wenn man erkannt hat, dass es 5 nach 12 ist, muss man auch an solchen Schrauben drehen.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!