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Ein Ja zu Freiheit, Verantwortung, Respekt und Toleranz

Auf die offizielle Einbürgerunfsfeier im Theatersaal folge ein geselliges "Get Together" im oberen Fpyer bei Häppchen und Getränken. Fotos: Lothar Kaiser64 Eingebürgerte mit Begleitpersonen erwartete die Stadt Remscheid zu der gestrigen Einbürgerungsfeier im Teo Otto Theater. In den zurückliegenden drei Jahren hatten 488 Remscheider Mitbürgerinnen und Mitbürger die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt und erhalten. Um dies zu würdigen, hatte die Stadt Remscheid nach Corona-bedingter Zwangspause dazu eingeladen, die Einbürgerungen wieder gemeinsam zu feiern, musikalisch umrahmt vom Sinfonietta-Streichquartett. Auf die Begrüßung durch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz folgte eine "Ansprache" von  Erden Ankay-Nachtwein, der Vortsitzenden des Integrationsrates der Stadt Remscheid (so zitiert nach dem ausliegenden Programmflyer).

„Viele von Ihnen sind nicht in Remscheid, nicht in Deutschland geboren worden. Manche sind mit ihren Familien auf dramatischen Wegen zu uns gekommen, sind vor Krieg in ihren Heimatländern geflüchtet. Andere sind der Arbeit oder der Liebe wegen zu uns gekommen. Nun leben Sie schon lange hier, ihre Kinder wachsen hier auf. Remscheid ist Ihre Stadt, Deutschland ist Ihr Land“, sagte Burkhard Mast-Weisz (kl. Foto oben). „Das bedeutet aber nicht, dass Sie die Wurzeln Ihrer Familien aufgeben, aufgeben müssen. Ganz im Gegenteil, ich erlebe Menschen, die zugewandert sind, als sehr bereichernd für die hiesige Kultur, das Miteinander, unser Leben. Zu meiner Familie gehören Menschen aus Spanien, Frankreich, Marokko und Äthiopien. Unsere leider viel zu seltenen Familientreffen sind vielsprachige Treffen, fröhlich – und kulinarisch eine Reise durch die unterschiedlichsten Genüsse.

Remscheid sei eine Stadt mit einer langen Zuwanderungsgeschichte, fuhr der OB fort. Mittlerweile habe ein Drittel unserer Bevölkerung eine Zuwanderungsbiografie. „Ohne Zuwanderung wäre Remscheid längst keine Großstadt mehr. Unsere Wirtschaft, unsere Dienstleistungen, die Krankenhäuser, die Kindertagesstätten, all dies würde so nicht funktionieren.!“ Und hier anzukommen bedeutet für viele auch, hier anzupacken. Kein Verein, insbesondere im Sport würde ohne die vielen Ehrenamtlichen funktionieren. „Ich würde mich freuen, wenn auch unsere politischen Gremien bunter würden, vom Integrationsrat als „engagierter Ausnahme“ einmal abgesehen. Den demokratischen Parteien täte es gut, wenn sich Zugewanderte auch bei ihnen engagieren würden. „Die Vielfältigkeit in unserer Stadtgesellschaft spiegelt sich in Rat und Ausschüssen meines Erachtens noch nicht ausreichend wieder. Ich würde mich freuen, wenn sich das ändern würde. Machen Sie mit, es ist mehr denn je Ihre Stadt“, forderte Mast-Weisz die geladenen Gäste mit Migrationshintergrund auf. Ihr Ja zur deutschen Staatsbürgerschaft sei ein Ja zur Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, „zu unserer Demokratie, zu den im Grundgesetz verankerten Rechten und Pflichten. Es ist ein Ja zu Freiheit, Verantwortung, Respekt und Toleranz gegenüber anderen Kulturen, Nationalitäten, anderem Glauben, unterschiedlichster Lebensausrichtungen!“

Dieses starke Zeichen sei auch Vorbild für viele andere. Lassen Sie uns gemeinsam dafür Sorge tragen, dass dieses Geschenk der Freiheit, das am 23. Mai 1949, kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs, beschlossen wurde, vor allen Angriffen, Infragestellungen, Relativierungen geschützt wird. Unser Grundgesetz ist das Rückgrat unseres Staates und somit auch des Zusammenlebens von Menschen in unserer Stadt. Dieses Zusammenleben werden wir gemeinsam pflegen und schützen. Schön, dass Sie mit dabei sind!“

Ausführlich ging das Stadtoberhaupt auch auf den Krieg in der Ukraine ein: „Wir alle hoffen sehr, dass dieser fürchterliche Krieg möglichst schnell ein Ende findet. Die Aggression von Putin und seinen Helfershelfern ist durch nichts zu rechtfertigen. Dieser Krieg kennt nur Opfer auf beiden Seiten. Nicht nur sind es wie immer die Zivilisten, die unendliches Leid ertragen müssen. Auch die vielen toten Soldaten erschüttern mich. Auch deren Väter und Mütter haben sich gewünscht, dass ihre Kinder eine gute Zukunft haben.“ Der Krieg habe viele Menschen zur Flucht gezwungen. Mehr als 750, meist Frauen und Kinder, seien nach Remscheid gekommen. „Wir tun alles dafür, um ihnen Schutz und Sicherheit zu geben. Viele Menschen packen mit an. Sie bieten Wohnungen an, unterstützen im Alltag, spenden Geld oder Sachmittel. Dafür bin ich sehr dankbar. Die Hilfe ist vielfältig und engagiert. Das ist eine starke Seite unserer Stadt, die ich auch schon in den Jahren 2015/16 erleben durfte, als insbesondere viele Menschen aus Syrien zu uns kamen! Seit langem leben unter uns aber auch Menschen, die aus Russland zugewandert sind. Ich werde alles dafür tun, um zu verhindern, dass sie hier angefeindet werden. Ich war mehrfach in Russland und habe dieses Land schätzen gelernt. Das ist kein Krieg der Menschen dort. Das ist ein Krieg Putins!“ (Waterbölles: Das zu erkennen fällt jedoch jenen schwer, die auch in Remscheid ihre Informationen noch immer zum großen Teil noch aus russischen Staatsmedien beziehen!)

Einbürgerungen in Remscheid im Jahr 2019
             
  Gesamt Männer Frauen 0 - 17 18 - 64 65 -
2019 154 69 86 6 135 13
2020 153 67 86 15 127 11
2021 181 96 85      

„Die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen, war für Sie bestimmt kein leichter Schritt, da Ihnen Ihre alte Staatsbürgerschaft durch Ihre Geburt geschenkt wurde und ein gewachsener Teil in Ihrem bisherigen Leben war“, sagte Erden Ankay-Nachtwein (kl. Foto oben). „Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen, Glaubensrichtungen, Weltanschauungen und unterschiedliche Zukunftspläne mit. Obwohl wir alle aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen, gibt es für uns aber einen gemeinsamen Nenner: Wir akzeptieren und anerkennen das deutsche Grundgesetz und die freiheitliche Grundordnung und verpflichten uns, diese Regeln zu achten und zu respektieren und danach zu handeln“. Diese Übereinkunft ei der Garant dafür, „dass wir friedlich zusammenleben können, ohne dass Sie Ihre Herkunft verleugnen müssen, und Sie dürfen Ihre Traditionen und Lebenserfahrungen auch hier in Deutschland weiter leben und pflegen!“

Allerdings sei Demokratie kein Dauerzustand, fuhr die Vorsitzende des Integrationsrates fort, sondern ein lebendiger und sich immer weiter zu entwickelnder Prozess. Die demokratische humanistische Grundordnung muss jeden Tag aufs Neue vorgelebt und verteidigt werden. „Wir erleben gerade, dass in vielen Ländern die demokratischen und freiheitlichen Regeln nicht eingehalten werden und die Unabhängigkeit von Ländern nicht von allen akzeptiert werden! Aus diesem Grund ist es von allergrößter Bedeutung, dass wir die demokratischen Grundrechte und die individuelle Meinungsfreiheit verteidigen. Wir stellen zunehmend fest, dass das Thema der Integration von einigen oftmals durch herabsetzenden Aussagen und Behauptungen missbraucht wird, um politische Mehrheiten herzustellen.“

Auch vor diesem Hintergrund forderte Ankay-Nachtwein die neuen deutschen Staatsbürger auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen: „Die freien und geheimen Wahlen sind in gewisser Weise die Höhepunkte und Garanten für eine gelebte Demokratie. Gehen sie wählen und wählen sie Demokratie und menschenfreundliche Parteien! Willkommen in unserer schönen Stadt Remscheid und Willkommen in der deutschen Gesellschaft, die vielfältig, multikulturell, demokratisch und weltoffen und schön bunt ist!“

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Lothar Kaiser am :

Zum Thema "Russisches Staatsfernsehen" siehe auch de folgenden Link zur ARD: https://tinyurl.com/3hyzu653. Sagen, was Sache ist!

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