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Das Augenmerk der Planer gilt Fußgängern und Radfahrern

Künftig weniger Autos in der Remscheider Innenstadt?“, fragte der Waterbölles am 11. März. Und berichtete über den Auftrag der Stadtverwaltung an einen externen Verkehrsplaner, im Innenstadtbereich von Wandsbekstraße, Elberfelder Straße, Hochstraße, Alleestraße und Freiheitstraße (stark befahrene Bundesstraße) durch Neuordnung des Ziel- und Quellverkehrs nach Möglichkeit „das Aufkommen des motorisierten Individualverkehrs zu reduzieren und Mobilitätsangebote stärker miteinander zu verknüpfen“. So nachzulesen im Protokoll der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Mobilität vom 16. Dezember 2021. Entsprechende Fördermittel für das Konzept habe man für 2022 akquirieren können, sagte in der BV-Sitzung von März Christina Kutschaty, die Leiterin des Fachdienstes Stadtentwicklung, Verkehrs- und Bauleitplanung. Aber auch das war für Waltraud Bodenstedt von der W.i.R. zu wenig „Fleisch am Knochen“; sie wünschte sich eine ausführlichere Erläuterung des angestrebten neuen Verkehrskonzepts. Die wurde in der BV-Sitzung vom vergangenen Dienstag nachgeliefert. Dafür war eigens aus Dortmund Christian Bexen angereist. Er ist einer von drei Geschäftsführern des dortigen Stadt- und Verkehrsplanungs­büros „Planersocietät“. 1994 gegründet, beschäftigt es inzwischen am Sitz Dortmund und in zwei Büros in Bremen und Karlsruhe mehr als 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie arbeiten an nachhaltigen Konzepten für die Stadt der Zukunft und die Mobilität von morgen.

Der Schwerpunkt von Christian Bexen sind  Verkehrsentwicklungspläne und Mobilitätskonzepte. Er soll der Stadt Remscheid eine realistische Umsetzungsstrategie für ein  zukunftsorientiertes Verkehrskonzeption liefern, in dem Fußgänger und Radfahrer gegenüber dem Autoverkehr mehr Gewicht erhalten als bisher. Zitat: „Autofahrer finden in der Innenstadt rund 3000 Parkplätze, drei Viertel davon in Parkhäuser, Fußgänger auf dem Innenstadtring dagegen nur wenige Querungsmöglichkeiten!“ Und an Abstellmöglichkeiten für Fahrräder mangele es allerorten.

Die Stärken des Fußverkehrs in Remscheid:

  • • Kurze Entfernung zum Hauptbahnhof
  • • Innenstadt umfasst einen bereits bestehenden Park (dieser hat allerdings Aufwertungspotential)
  • • Engmaschiges Fußwegenetz
  • • Verweilmöglichkeiten im öfftl. Raum
  • • Barrierefreiheit an wichtigen Verbindungen (bspw. Verbindung Bismarckstraße – Hbf. barrierefrei)

Die Schwächen:

  • • Innenstadtumring insgesamt mit wenig  Querungsmöglichkeiten
  • • Fast ausschließlich Anforderungs-LSA (insb. auf der Freiheitstraße)
  • • Schmale Seitenräume (z.T. durch Parken auf Gehwegen)
  • • Barrierefreiheit nicht flächendeckend
  • • Topographisch bewegt (starke Steigungen südl. der Alleestraße) → viele Treppen

Die Stärken des Radverkehrs in Remscheid:

  • • Wegeleitsystem am Hauptbahnhof (ausbaufähig auch für die weitere Innenstadt)
  • • Fahrradstraßen, Öffnung der Fußgängerzone und weitere Infrastruktur geplant (Radkonzept)
  • • Durchwegung der Innenstadt mit Hauptrouten für den Radverkehr

Die Schwachen:

  • • Radverkehr weist im Seitenraum meist keine eigene Führung auf (neue Führungsformen im Radkonzept geplant)
  • • Bislang kein öffentliches Fahrradverleihsystem
  • • Fehlende Radabstellanlagen in weiten Teilen der Innenstadt
  • • Keine Service-Infrastruktur
  • • Topographie macht Radfahren unattraktiver

Die Stärken des ÖPNV

  • • Zentraler Haltepunkt Friedrich-Ebert-Platz mit Anbindung in die ganze Stadt
  • • Gute ÖPNV-Erschließung in der Innenstadt (ÖPNV-Achse vom Hbf. über den Busbahnhof bis zum Allee-Center)
  • • Geringe fußläufige Distanzen zu den Haltestellen
  • • Moderne und barrierefreie Bushaltestelle am Hauptbahnhof

Die Schwächen:

  • • Bushaltestellen nur teilweise barrierefrei
  • • Busbahnhof mit deutlichem Aufwertungspotential (Umbau in Planung)
  • • Zuwegung zum Busbahnhof verbesserungswürdig z.B. aus Nord und Süd (dunkel, schmal, teilw. nicht barrierefrei)

Die Stärken des Kfz-Verkehrs:

  • • Schnelle Erreichbarkeit von übergeordneten Straßen (direkter Anschluss an die B229, A1 in fünf Minuten Fahrzeit)
  • • Parkraumbewirtschaftung nahezu in der gesamten Innenstadt
  • • Parkleitsystem und viele Parkmöglichkeiten

Die Schwächen:

  • • Innenstadtumring und insb. die Freiheitstraße stark vom Kfz-Verkehr geprägt (hohes Verkehrsaufkommen)
  • • E-Ladeinfrastruktur noch ausbaufähig

Wie die Untersuchung nun weitergeht? Mit der Befragung von rund 500 Passanten. Die erste Befragung hat am vergangenen Mittwoch schon stattgefunden. Drei weitere sollen noch folgen. Inder Zeit von jeweils 9 bis 17:30 Uhr, wie Christian Bexen der BV Alt-Remscheid berichtete. „Und was ist mit den Abendstunden?“§, fragte Beatrice Schlieper von den Grünen nach. Immerhin entwickele sich an der Alten Bismarckstraße mit s4einen neuen Terrassen vor dem Lokalen das „My  Viertel“ hoffnungsvoll. Darauf war der Verkehrsplaner von der Verwaltung anscheinend noch nicht aufmerksam gemacht worden, jedenfalls sagte er prompt zu, auch dort Bürgermeinungen einholen zu lassen. Und frühere Planungen für die Freiheitrstra0ße interessierten ihn, auf die Waltraud Bodenstadt von der W.i.R. ihn aufmerksam machte. Die will er sich von  der Verwaltung zeigen lassen. In Arbeit ist eine spezielle Internetseite: rs-innenstadt-mobil.de. Die soll der Information der Öffentlichkeit dienen, den Fortgang der Untersuchung aufzeigen, d.h. die Zwischenergebnissen des neuen Innenstadtverkehrskonzepts, und interessierten Bürger:innen die Möglichkeit geben, eigene Ideen und Anregungen zu platzieren („Ideenmelder“).

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