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Weiden am Wupperufer gegen watende Wanderer

Der Brückenpark im Müngsten zieht hat im vergangenen Jahr schätzungsweise 300.000 Besucher angelockt. Das ist die eine gute Nachricht. Und hier ist die zweite: Flora und Fauna unter der Müngstener Brücke hat das nicht geschadet. „Der Pflanzen- und Tierwelt ging es im vergangenen Jahr insgesamt wieder ein Stück besser“, berichtete gestern Dr. Jan Boomers, Geschäftsführer der vor zehn Jahren ins Leben gerufenen Biologischen Station Mittlere Wupper“ dem Beirat bei der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Remscheid in seinem „Monitoringbericht 2007“ zum Brückenpark. Seit sieben Jahren nehmen die Mitarbeiter der Biologischen Station auch in Remscheid Naturschutzgebiete und schutzwürdiger Biotope unter die Lupe (Feldbachtal, Hammertal, Eschbachtal, Kleebachtal, Panzertalsperre) und geben so der Unteren Landschaftsbehörde wichtige Hinweise für Pflegeprioritäten. Das ist der Stadt Remscheid einen jährlichen Zuschuss von 8.436 Euro wert. Das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) DE 4808-301 "Die Wupper von Leverkusen bis Solingen" mit seinen Hainsimsen-Buchenwäldern beiderseits der Wupper wird von der Biologischen Station ebenfalls betreut. Die strengen Naturschutzauflagen der europäischen Union für FFH-Gebiete und der Brückenpark Müngsten ließen sich durchaus in Einklang bringen, betonte Dr. Jan Boomers vor dem Landschaftsbeirat.

Dass das Wasser in der Wupper sauberer geworden sei, merke man nicht nur an der gestiegenen Zahl von Kanu-Sportlern auf der Strecke zwischen  Müngsten/Wupperhof und Opladen, sondern das habe sich im vergangenen Jahr auch bei einem Elektrofischen (mit kurzer Betäubung der Fische) unter der Müngstener Brücke gezeigt, führte Boomers aus. Dabei seien im Vergleich zu einer früheren Aktion (2003) nicht nur eine Zunahme des Fischbestandes festgestellt worden, sondern auch eine größere Artenvielfalt, die FFH-Fischarten Lachs, Äsche, Barbe, Bitterling und Groppe eingeschlossen. Die Äsche war lange Zeit aus der Wupper völlig verschwunden. Dass sie nun zurückgekehrt ist, führen die Experten auf den Klimawandel zurück. Da Seen und Teiche im Winter kaum noch zufrieren, könnten sich Kormorane und Graureiher dort ganzjährig ihr Futter holen und bräuchten nicht auf fließende Gewässer ausweichen.

Kleine Fische sind auch die Nahrung der Eisvögel. Während ihr Bestand wupperabwärts stabil geblieben sei, habe er leider seit zwei Jahren am unteren  Morsbach nicht mehr festgestellt werden können. Das liege aber nicht an den neuen Parkplätzen des Brückenparks, sondern an einer Schmutzwassereinleitung, die im Jahre 2005 den Fischbestand im Morsbach dezimiert habe, so Boomers. „Der Eisvogel fand dort im nächsten Jahr einfach kein Futter mehr!“ Apropos Parkplätze. Weil sich dort häufig Besucher in die Büsche schlügen „zu diversen Verrichtungen“, müsse die dort vorkommenden sparrigen Segge besonders geschützt werden. Wie wäre es denn, wenn dort ein Dixi-Klo aufgestellt würde, schlug ein Beiratsmitglied vor.

Die Erhebungen der Biologischen Station über die Vorkommen ausgewählter Artengruppen wie Amphibien, Reptilien, Vögel, Libellen und Heuschrecken fließen  ebenso in Kartierungen ein und dienen späteren Pflege- und Entwicklungsplänen wie die über die Pflanzenwelt – über und unter Wasser. Gern gesehen sind dabei Schnabel-Segge und schmalblättriges Wollgras, unbeliebt sind drüsiges Springkraut und Adlerfarn. Dr. Jan Boomers: „Im Mai sind die Adlerfarn-Bestände aus der Luft als braune Flecken gut zu erkennen. Die im Winter abgestorbenen Pflanzen bilden auf dem Boden eine dichte Schicht; da kommt nichts anderes mehr durch!“

Aber auch Pflanzen, die im Wasser der Wupper wachsen (Submersvegetation) gilt das Augenmerk der Biologen. Die Artenvielfalt sei in vielen Fließgewässern in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr dramatisch zurückgegangen, berichtete Boomers. Der Grund dafür seien Hochwasser Ende Mai 2006 und im August 2007 – zu Zeiten also, in denen die Pflanzen ausgewachsen gewesen seien und vom Wasser leichter hätten fortgerissen werden können als bei einem Frühjahrshochwasser. Zum Schutz der Wasserpflanzen sollen zwischen den drei „Strand“-Bereichen im Brückenpark Weiden angepflanzt werden, um das Waten im Wasser von einem Bereich zum anderen unmöglich zu machen. Denn das die Besucher des Brückenparkt den Schildern „Baden verboten“ nicht entnehmen können: Die Wupper mit ihren Fischen und Pflanzen ist Teil des schützenswerten FFH-Gebietes.

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