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Zur Diskussion gestellt: Spaziergänge in Stakelhusen (4)

Herr Schmidt, Stakelhusen, hat das was mit Stachelbeere zu tun? Nein, Stakel hat man als Palisaden zur Befestigung benutzt. Angespitzte Holzpfähle oder Staken, die man auch bei Schiffen auf den Kanälen sieht. Daher kommt dieses Stakel, das hat mit Stachel nichts zu tun. Und Stakelhusen ist auch falsch, das muss Stakesen heissen. Stakesen, das ist richtig Remscheider Platt. Nicht Stakelhusen. Wurden die Palisaden hier auch aufgestellt? Das war die Befestigung des Hofes gegen Übergriffe. Vermutlich aus dem 30jährigen Krieg oder früher. Das Hofgut war befestigt mit einem Wall und da oben drauf dann die Palisaden, die Staken. Und Stakelhusen war eine Hofschaft, so wie Remscheid überhaupt aus lauter Hofschaften entstanden ist.

Stachelhausen, das waren drei Hofschaften. Richtung Bahnhof. Da wo auch die Stachelhauser Straße ist, da war Kleinstachelhausen. Dann gab es noch Schmalhausen, ganz klein zwischen Kleinstachelhausen und Großstachelhausen. Und unterhalb der Schienen, also der Sekundärbahn, war dann Honsberg. Und am Kremenholler Kopf, wo die Denkerschmette ist, da unterhalb ist Kremenholl. Da wo das Alexanderwerk war? Ja, noch ein bisschen weiter. Das ist Stachelhausen. Ja dann ist das ja endlich geklärt.

Herr Schmidt, wann ist Stachelhausen entstanden? 1369. Nicht entstanden, aber registriert. Wir haben Dokumente aus der Zeit, wo alle Höfe im Raum Remscheid erfasst wurden. Denn Remscheid ist ja nicht von innen nach außen gewachsen wie andere Städte, sondern durch die Hofschaften. Die Hofschaften breiteten sich immer weiter aus und sind dann bis hoch zum Frohnhof hingewachsen, da wo heute unsere Stadtkirche ist. Da gab es ein Ober- und ein Unterdorf. (…) Unterlagen und Dokumente darüber gibt es im Stadtarchiv. Das Besondere an Stachelhausen ist, dass hier alles zusammen kam. Hier hat man Gänge in die Berge gehauen und Erze geschürft. (…)

Wir sind hier an einem historischen Punkt auf der Trasse. Auf dem Gelände hier wo dieser türkische Supermarkt ist, war vorher Kaufpark. Und vorher war da das Stahl-Walzwerk Ibach. Einige hundert Jahre stand vorne an der Ecke ein kleines Fachwerkhaus, das gehörte zu dem Herrenhof Stachelhausen. Dieser Herrenhof war eine Stiftung des Grafen von Berg an die Johanniter und wurde dann Johanniterhof genannt. Und hier fand jährlich im Mai die Zusammenkunft aller umliegenden Höfe von Ehringhausen bis Westhausen und Reinshagen statt. Die kamen hierhin, mussten ihre Abgaben entrichten in Form von Pfennigen, Hühnern, Schweinen oder Schafen. Danach wurde ein großes Fest gefeiert, mit viel Alkohol. Und das fand genau an dieser Stelle statt. Hier war eine Hofschaft. Remscheid ist aus lauter Hofschaften entstanden, und die sind alle 1369 registriert worden.

(aus „Spurensicherung in Stakelhusen“, herausgegeben vom Caritasverband Remscheid e.V. im August 2019, 94 Seiten, Auflage: 500. Redaktion: Roland Brus, Ursula Lauterjung und Martina Richard. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Caritas.)

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