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Bedarf an Verbraucherberatung ebbt nicht ab

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Remscheid

Am 2. Mai 1992 öffnete die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW in Remscheid ihre Türen als sogenannte „Ein-Personen-Beratungsstelle“. Rund 235.000 Ratsuchende haben seither auf die Dienst- und Hilfeleistungen der Beratungsstelle gesetzt. In einem Pressetermin zum 30. Geburtstag blickten gestern Oberbürgermeister Mast-Weisz und Beratungsstellenleiterin Lydia Schwertner auf drei Jahrzehnte erfolgreiche Arbeit in Remscheid zurück und vor allem nach vorn mit Blick auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen.

Die Remscheider Verbraucherberatung sei nach wie vor eine wichtige Anlaufstelle für viele Bürgerinnen und Bürger, betonte der Oberbürgermister. „Gut dass es mit Hilfe des Landes gelungen ist, eine zweite Planstelle einzurichten!“ Diese teilen sich seit einem Jahr Katharina Schröder und Sabine Spielmannn. „Das Angebot ist aus unserer Mitte einfach nicht wegzudenken“, unterstrich der OB. In Anbetracht der massiven Kostensteigerungen bei Lebensmittel- und Energiepreisen begrüßte er besonders, dass die Verbraucherzentrale in Remscheid sich nicht nur um große Streitwerte kümmere sondern sich gerade auch bei Menschen mit geringen Einkünften dafür einsetze, durch die Abwehr unberechtigter Forderungen Geld zu sparen. „Selbst wenn es sich nur um kleinere Beträge bis ca. 150 € handelt, sichern diese den nächsten Einkauf oder die nächste Abschlagzahlung für Strom“, so Burkhard Mast-Weisz.

„Unser erklärtes Ziel, Verbraucher:innen vor Übervorteilung zu schützen und sie bei der Durchsetzung ihrer berechtigten Interessen gegenüber Anbietern zu unterstützen, hat auch 2022 nichts von seiner Wichtigkeit eingebüßt. Viele Menschen sind verunsichert und oftmals überfordert, wenn es darum geht, ihre Verbraucherrechte wahrzunehmen“, sagte Lydia Schwertner. (In der Grafik rechts Zahlen zu 2021)

Gestartet war die Beratungsstellen mit Beratungen zu Haushaltsgroßgeräten und Reklamationsberatung. Hatten die Bürger:innen zu Beginn der 1990-er Jahre vor allem Sorgen rund um das Thema Geld und Kredit – sittenwidrige Kredite, Recht auf Girokonto – tauchte in der Folgezeit bei einer Vielzahl von Reiselustigen das Thema der überteuerte und lang laufenden Timesharing-Verträge auf , zumeist in Urlaubslaune abgeschlossen. Auch teure Partnervermittlungsverträgen standen im Fokus. Bei allen Anfragen wurden im Lauf der Jahre regelrechte „Dauerbrenner“ sichtbar, die – bei gleichzeitiger Liberalisierung unter anderem von Telekommunikations-, Energie- und Finanzdienstleistungen – bis heute bestehen: Telefonwerbung, Überrumpelung an Haustür und im Geschäft sowie Beschwerden zu „Vertragsstörungen“, weil die vereinbarte Leistung nicht oder nur schlecht erbracht wurde. Insbesondere angesichts der aktuellen  Energiepreiskrise habe sich ein regelrechter Wildwuchs entwickelt, so Schwertner.

„Digitalisierung umfasst inzwischen nahezu alle Lebensbereiche, mit spannenden Möglichkeiten, aber auch neuen Tücken und Fallen. Hier gilt es, die Verbraucher vor neuen Methoden der Abzocke zu schützen“, berichtete Lydia Schwertner weiter. „Die Digitalisierung betrifft auch die Beratungswege in unserem Haus: Dem Wunsch der Verbraucher nach telefonischer Beratung mit digitaler Unterstützung wird nachgekommen, ohne dabei die auszuschließen, die hiermit überfordert und weiterhin auf einen persönlichen Kontakt angewiesen sind.“

Dem zunehmend größer werdenden Anteil an älteren und pflegebedürftigen Menschen trägt die Remscheider Verbraucherzentrale mit ihrem Beratungsangebot zum Gesundheits- und Pflegerecht ebenso Rechnung wie dem Unterstützungsbedarf Geflüchteter mit Rechtsberatung zu Verbraucherthemen und präventiven Angeboten. Weitere Herausforderungen der Zukunft werden die aktuellen Entwicklungen beim  Klimaschutz und bei der Energieproblematik sein.

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Chronist am :

Lydia Schwertner erinnert sich noch gut an einen Rentner, der weinend in der Verbraucherberatung an der Alleestraße saß, weil er finanziell nicht mehr ein noch aus wusste wegen 20 Gewinnspielverträgen, die man ihm am Telefon aufgeschwatzt hatte. Solche Verträge bedürften inzwischen zum Glück einer schriftlichen Bestätigung, ebenso wie Verträge über Energielieferungen, so die Verbraucherberaterin.

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