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Auch für kleine Strecken wird oft das Auto genutzt

Welche Verkehrsmittel für welche täglichen Wege von den Remscheiderinnen und Remscheidern genutzt werden, war bisher nicht bekannt. Fahren die Bürgerinnen und Bürger täglich mit dem Auto zum Einkaufen oder gehen sie zu Fuß? Benutzen sie den öffentlichen Nahverkehr auf ihren Arbeitswegen oder steigen sie auf das Fahrrad? Welche Personengruppen täglich welches Verkehrsmittel aus welchem Grund benutzen, darüber lagen der Stadt bisher keine aktuellen Informationen vor. Dabei können Daten zur Nutzung von Auto, Fahrrad, ÖPNV und Fußwegen „Modal Split“ für die Verkehrsplanung in einer Stadt sehr wichtig sein, etwa als Grundlagen für die städtische Mobilitätsstrategie, den Nahverkehrsplan, den Luftreinhalteplan, den Lärmaktionsplan und eine Nachhaltigkeitsstrategie.

Rund 10.000 Haushalte, per Zufallsstichprobe ausgewählt, erhielten im November 2021 einen Fragebogen und konnten ihre Wege für einen Stichtag eintragen und verschiedene Zusatzfragen beantworten. Mit der Zufallsstichprobe hatte die Stadt die Hildener Stadtverkehr Verwaltungs-GmbH & Co. KG beauftragt. Das Verfahren habe ein repräsentatives Ergebnis sichergestellt, ohne dieses interessenbezogen zu verzerren, teilte die Verwaltung am Donnerstag im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Mobilität mit, wo sie die wesentlichen Ergebnisse der Befragung vorlegte: „Wie erwartet, zeigt sich, dass der motorisierte Individualverkehr - das Auto - in Remscheid das meistgenutzte Verkehrsmittel ist. Der Radverkehrsanteil liegt mit  drei Prozent höher als noch für das Radverkehrskonzept angenommen, aber deutschlandweit im unteren Bereich. Der Fußverkehr zeigt traditionell gute Werte, für die Nutzung des ÖPNV bestehen noch Entwicklungspotentiale.“ Im Nahbereich werde ein Großteil der Mobilität zu Fuß bestritten, dennoch werde für jeden dritten Weg von weniger als einem Kilometer ein motorisiertes Fahrzeug genutzt, und bei Wegen zwischen einem und 3,5 Kilometern liege der Prozentsatz bereits bei 56 Prozent. Pedelecs/E-Bikes nehmen lediglich ca. ein Prozent der Mobilität ein (etwa 3.700 Wege/Tag).

Nach der Studie besitzen nur rund 54 Prozent der Haushalte mindestens ein Fahrrad, 83 Prozent dagegen mindestens ein Auto. Der größte Teil der Wegstrecken liegt erwartungsgemäß im Entfernungsbereich von einem bis zehn Kilometern. „Hier bestehen deutlich Potentiale zur Verlagerung auf das Rad aber auch auf den Fußverkehr“, so die Verwaltung. „Die Befragten wünschen sich vor allem eine bessere Trennung der verschiedenen Verkehrsmittel im Straßenraum und ein besseres Wegenetz, insbesondere für das Fahrrad, angepasste Lichtsignalanlagen und bessere Wegeoberflächen. Für den ÖPNV wird vor allem eine Verbesserung der regionalen Anbindung gewünscht, was einen vermehrten Umstieg vom Auto auf den ÖPNV fördern würde.“

Die Auswertung lieferte nicht nur Daten für das gesamte Stadtgebiet, sondern auch die einzelnen Stadtbezirke Alt-Remscheid, Süd, Lennep und Lüttringhausen.

Im Verkehrsmittelvergleich erhielt das Fußverkehrsangebot von den Remscheidern die beste Note (Bewertung des gesamten Angebots nach Schulnoten). Knapp 82 Prozent der Personen bewerten das Angebot von sehr gut bis befriedigend. Im Gegensatz dazu herrscht Unzufriedenheit bzgl. des Radverkehrsangebot. 42 Prozent der Haushalte haben die Noten 5 (mangelhaft) oder 6 (ungenügend) vergeben. 20 Prozent haben hier keine Bewertung abgegeben.

Der Ausbau des Radwegenetzes ist für 33 Prozent der Haushalte ein wesentliches Merkmal zur Verbesserung des Radverkehrsangebotes in Remscheid. Ebenso wurde häufig die Trennung vom Autoverkehr betont. 27 Prozent der Haushalte gab an, dass günstigeren Preisen für den ÖPNV das Auto häufiger stehen lassen zu wollen. Ca.. 25 Prozent wären zum Verzicht auf das Auto bereit, wenn das Angebot im ÖPNV insgesamt verbessert würde. Eine Absichtserklärung, über der als Überschrift auch „Das Prinzip Hoffnung“ stehen könnte.

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