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Verlust von Hecken macht alten Steinbruch zur "Fauna-Insel"

Vorweg ein Zitat: „Den vorhandenen Hecken und Baumreihen inklusive ihrer Saumbereiche sowie den übrigen Gehölzen, insbesondere den älteren Gehölzbeständen innerhalb des Bebauungsplangebietes kommt eine hohe bis sehr hohe Bedeutung für den Naturhaushalt, den Biotopverbund sowie als Element der Kulturlandschaft zu." Das Zitat stammt aus der Stellungnahme des Fachplanungsbüros Froelich und Sporbeck Bebauungsplanes 475 Ringstraße / Albert-Schmidt-Allee“. (Knusthöhe). Am 8. Februar 2008  war es so schon einmal im Waterbölles zu lesen  - als Teil eines Briefes, den Martin Lambotte, Vorstandsmitglied der Rücker Immobilien AG,  der Lenneper Bezirksvertretung geschrieben hatte. Warum also heute ein zweites Mal? Weil in der gestrigen Sitzung des Landschaftsbeirates die Diplom-Biologin Pia Kambergs von der Biologischen Station Mittlere Wupper“ eine Bemerkung machte, die mich aufhorchen ließ: Aus der Sicht des Naturschutzes befinde sich das Gelände des früheren Steinbruchs am Hohenhagen (zwischen Sophie-Scholl-Gesamtschule und Stadtwerken) inzwischen leider in einer „Insel-Lage“. Und Horst Braun, der Beiratsvorsitzende, ergänzte: „Es ist bedauerlich, dass im Neubaugebiet „Am alten Flugplatz“ 30 Meter Hecke, die hätten erhalten bleiben sollen, fast ganz verschwunden sind."

Ich weiß nicht, ob es ein ähnliches gutachterliches Zitat wie das der Planer Froelich und Sporbeck auch im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan „Hohenhagen“ gibt. Ich erinnere mich aber sehr wohl,  und habe darauf am 26. Februar 2006 schon einmal hingewiesen, dass sich in den städtischen Unterlagen von 1991 die Forderung der Planer findet, Grünzüge auf dem früheren Sportflugplatz so breit zu erhalten, dass sie „noch eine Funktion im Verbund der im Plangebiet verbleibenden Lebensräume für Pflanzen und Tiere beinhalten“. Und auch Horst Braun erinnert sich noch gut an die Planungsphase für den Hohenhagen. Der Landschaftsbeirat habe damals Rat und Verwaltung empfohlen, den langen Heckenstreifen, der das Gelände quer durchzog, nicht durch Straßen zu zerschneiden. Daran habe man sich leider nicht gehalten. „Und im Zuge der Bauarbeiten ist dann manches schief gelaufen!“

Am 22.1.1999 sah es noch anders aus. Da berichtete der RGA über die Sitzung der Bezirksvertretung Süd, in der die Planung Hohenhagen abschließend beschlossen worden war. Stadtplaner Hans-Gerd Sonnenschein betonte in dieser Sitzung, die Bauverwaltung habe fast alle Bürger mit ihren Anregungen berücksichtigt. Doch zwischen Zusagen und ihrer Einhaltung können Welten liegen. Das wurde später deutlich: 2005 wurden im Zuge der Baumaßnahmen auf dem Hohenhagen Bäume und Sträucher gefällt, und die Stadt sprach von einem Versehen. Im März 2006 fiel ein weiterer kleiner Grünzug entlang der Straße „Am alten Flugplatz“ der Motorsäge zum Opfer, darunter auch zwei kräftige Bäume. Wieder ein Versehen? Die Stadtverwaltung verneinte.

Tatsache ist: Von einem ununterbrochenen Grünzug zwischen dem Brodtberg und dem früheren Steinbruch kann keine Rede mehr sein. Die Hecken boten Vögeln Nistplätze und Amphibien Schutz. Beispielsweise nutzen Erdkröten gerne Heckensäume, wenn sie jährlich zwischen Laichgewässern und Sommerlebensräumen pendeln, weiß Pia Kambergs. Verschwindet ein solcher „Verbindungsweg“, schwindet auch die Artenvielfalt. Das gilt auch für den alten Steinbruch. Die gestrige Bemerkung der Biologin zu dessen „Insellage“ blieb von Seiten der Verwaltung unwidersprochen.

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Kommentare

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B. Haese am :

Es ist schon schlimm genug, wenn die wenigsten Bürger in ihren Gärten keine heimischen Hecken und schon gar keine alten Bäume mehr haben wollen: Wenn aber die Kommunen, die Vorbildfunktion für die Erhaltung der Artenvielfalt haben müßten und sollten, mit fragwürdigen Argumenten Kahlschlag betreiben, dann ist das schon mehr als skandalös. Aber leider interessiert das die meisten Menschen nicht sonderlich, und die, die sich für den Erhalt von noch bestehender Restnatur einsetzen, werden nicht ernst genommen. Der kontinuierliche Rückgang der Artenvielfalt wird ja auch nicht in den Nachrichten vermeldet - Hauptsache, die Börsendaten werden täglich bis zum Erbrechen verkündet!

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