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Potentiale für und durch den Fußverkehr erkannt

Um den Fußverkehr bei der Stadtplanung nicht länger als „Sowieso-Verkehr“ zu vernachlässigt und zu einer Sensibilisierung für die Themen der Fußverkehrsförderung beizutragen, wurden in Nordrhein-Westfalen 2019 die ersten „Fußverkehr-Checks“ gestartet. Ein Jahr zuvor hatte der Rat der Stadt Remscheid die Verbesserung des Fußverkehrs als Bestandteil einer gesamtstädtischen Mobilitätsstrategie beschlossen. Und 2020 folgte der Antrag der Stadt auf Teilnahme an einem der zwölf weiteren Fußverkehrs-Checks, die das Ministerium für Verkehr des Landes NRW und das Zukunftsnetz Mobilität NRW ausgeschrieben hatten und zu 100 Prozent förderten. Insgesamt bewarben sich damals 37 Mitgliedskommunen des Zukunftsnetzes Mobilität NRW. Zu den zwölf ausgewählten zählten Detmold, Düsseldorf, Lüdenscheid, Kreuzau, Pulheim und auch Remscheid. Um diese kümmerte sich Kirsten Niklas vom Planungsbüro VIA in Köln. Ihre Ansprechpartner bei der Stadt Remscheid waren Lukas Gregori, Klimaschutzmanager im Fachdienst
Umwelt, und Elke Ellenbeck für den Kommunalen Immissionsschutz im Fachdienst Stadtentwicklung, Verkehrs- und Bauleitplanung.

Der Remscheider Fußverkehrs-Check fand unter der Leitung der VIA eG statt, sowohl in Alt-Remscheid (Innenstadt auf einer Achse zwischen Rathaus und Bahnhof) und in Lennep (zwischen Bahnhof, Innenstadt und Kölner Straße). Unter Mitwirkung der Bürgerschaft sowie von Verbänden, Vereinen, Unternehmen, Politik und Verwaltung, beginnend mit einem Workshop am 26. August . Es folgten Begehungen am 2. und 3. September sowie zwei Abschluss-Workshops im November. Erarbeitet rund 30 Maßnahme-Empfehlungen zur Verbesserung des Fußverkehrs. Diese müssten „von der Stadtverwaltung Remscheid geprüft und ggf. je nach Aufwand auch politisch beschlossen werden“, heißt es in dem Abschlussbericht, der in der vergangenen Woche dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Mobilität vorlag.

Schwerpunktthemen waren Sicherheit, Barrierefreiheit und Wegebeziehungen. Dabei hieß es, der Ausbau von straßenbegleitenden Radwegen sei oftmals nicht möglich, weil der Straßenraum in den meisten stadtteilverbindenden Wegebeziehungen wegen der historischen Bebauung und der (bergischen) Topographie dafür nicht breit genug sei. Umso wichtiger sei es für die Stadt, den Fußverkehr als die Platz sparende und klimafreundlichste Form der Fortbewegung zu stärken. Hierfür wurden in beiden Untersuchungsgebieten „Potentiale für und durch den Fußverkehr“ erkannt, wobei jedoch „für mehr Qualität zu Fuß ein restriktiver Umgang mit der heutigen Praxis des Parkens einhergehen“ müsse.

Gewünscht wurde

  • Sitzmobiliar, um eine Pause zu ermöglichen und die Aufenthaltsqualität von bestimmten Plätzen (Am Markt, Rathaus, Lennep Altstadt) zu erhöhen.

Bemängelt wurde,

  •  dass ein Neigungswechsel im Boden für mobilitätseingeschränkte Personen, die einen Rollstuhl oder Rollator als Gehhilfe nutzen, oft sehr beschwerlich sei. Deshalb sollten Grundstücksein- und -ausfahrten barrierefrei gestaltet werden, d. h. nur über einen Kantstein abgesenkt.
  • dass das Leitsystem in Remscheid keine einheitliche Infrastruktur in Noppen und Rippenplatten aufweist, sondern wurde in der Vergangenheit in den jeweils aktuellen Standards ausgeführt wurde, nicht durchgehend verlegt, so fehle zum Beispiel am Rathaus ein taktiles Leitsystem.

Angeregt wurde,

  • dass die Grünphasen für zu Fuß Gehende ausreichend lang bemessen sein sollten, damit auch langsamere, mobilitätseingeschränkte Menschen die Straße mit einem Gefühl der Sicherheit überqueren könnten.

Konkrete Anregungen und Hinweise für die Innenstadt:

  • Mehr Querungshilfen entlang von Hauptverkehrsstraßen (z. B. Elberfelder Str.) einrichten. Querungen sind hier nur schwer möglich, da die Hauptverkehrsstraßen mit viel Kfz-Verkehr und z. T. hohen Geschwindigkeiten belastet sind.
  • Freiheitsstr. / Franzengässchen: „Bettelampel“ ist nicht fußverkehrsfreundlich.

Konkrete Anregungen und Hinweise für Lennep:

  • An der Grundschule in der Leverkusener Str. in Lennep ist nur ein sehr schmaler Gehweg vorhanden
  • Der Mollplatz wird als konfliktreicher Knoten wahrgenommen, der fußgängerfreundlicher gestaltet werden sollte
  • Die Hardtstr. sollte barrierefrei gestaltet werden
  • Am Knotenpunkt Wupperstr. / Rospattstr. ist eine Querungshilfe notwendig.

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Kommentare

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Norbert Landen am :

Kann man nur hoffen,das dies alles schnell umgesetzt wird, bevor es wieder in Vegessenheit gerät. Sehr gute Arbeit.

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