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Beatrice Schlieper: „Könnten wir uns das wirklich leisten?"

Wasser aus Zisterne soll den Stadtparkteich retten“, berichtete der Waterbölles am 9. Juni. Die neuen Pläne zum Erhalt des mittlerweile ausgetrockneten Teiches enthält eine Mitteilungsvorlage der Verwaltung, die gestern TBR-Chef Michael Zirngiebl der Bezirksvertretung Alt-Remscheid als erstem politischen Gremien vorlegte. Die Kosten der Sanierung und Erweiterung des Stadtparkteichs beziffert die Stadtverwaltung mit 1.121.575 Euro. Für die Sanierung des Stadtparkteiches stehen im Investitionsprogramm 466.800 Euro zur Verfügung – verteilt auf die Jahre 2023 und 2024. Da fehlen also noch 654.775 Euro. Und eine geplante Aufwertung des Eingangsbereichs zum Stadtpark wird mit 665.000 Euro veranschlagt; dafür sind derzeit noch gar keine Haushaltsmittel im Investitionsprogramm eingeplant.

Als sehr sinnvoll bezeichnete Zirngiebl die „grüne“ Neugestaltung des Eingangs zum Stadtpark ab Martin-Luther-Straße. Auf Nachfrage von Beatrice Schlieper, Grüne, zur kostspieligen Sanierung des Teiches räumte er allerdings ein, dass es auch vorstellbar wäre, auf die Wasserfläche zu verzichten und das jetzige Gelände für Spaziergänger durch einen Steg und ein Podest aufzuwerten. Denn: „Das Gelände zeigt heute eine größere Artenvielfalt als zu seinen Teich-Zeiten!“

„Könnten wir uns eine Teichsanierung angesichts der Finanzmisere der Stadt wirklich leisten?“, fragte Schlieper. „Das sollten wir uns ernsthaft überlegen. Die übrigen vorgeschlagenen Maßnahmen ließen sich dann vielleicht schrittweise realisieren!“ Das sei eine politische Entscheidung, hielt sich der TBR-Chef zurück, verwies aber dann doch darauf, dass die jüngste Erhöhung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank (EZB) die Kassenkredite der Stadt Remscheid um mehrere Millionen Euro erhöhe.

Waterbölles-Kurzkommentar: In der Frage der Teichsanierung dürfte Stadtkämmerer Sven Wiertz ein wichtiges Wort mitreden. Nicht alles, was wünschenswert wäre, kann auch Wirklichkeit werden. Politik muss realitätsnah bleiben. Die Zeiten des alten Roms mit „Brot und Spielen“ fürs Volk kommen nicht wieder, und das ist auch gut so. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz sollte seine Anweisung an die TBR überdenken, schon jetzt mit der Planung der Teichsanierung samt Bau einer Zisterne zu beginnen. Die dürfte nach solider Haushaltsführung erst beginnen, wenn die Finanzierung steht.

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Kommentare

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Jürgen Koball am :

Es fragt sich, wie lebendig die Patenschaft mit Sensburg ist. Sollte die Patenschaft weiterhin mit Leben zu erfüllen sein, so sollte der Stinthengst wieder dorthin, wo er hingehört - auf dem Stadtparkteich.

Dickel Michael am :

Dem Kommentator und Frau Schlüter möchte ich entgegnen - wie kann sich eine Stadt das nicht leisten? So genannte "weiche Standortfaktoren", mit denen sich die Einwohner identifizieren können, wo sie auch ein wenig stolz den Besuch ausführen können, sind für eine Stadt wichtig - vielleicht wichtiger als ein ertüchtigter, versiegelter Busbahnhof. Ich sehe heute noch vor meinem Auge, wie Karl Michael Vogler Anfang der 70er Jahre einen kurzen Spaziergang um den Teich gemacht hat. Und wenn ich dann wieder die geplanten Kosten sehe...dem geneigten Leser empfehlen ich die Seite von Europas Marktführer für den Bau von Teichen - die Firma sitzt in Ibbenbüren. Dort sind auch Preise zu sehen - natürlich kommen zusätzlich noch die Preise für's "Machen". Aber Nein - wenn man will, bekommt man auch dieses "Bonbon" für die Bürger noch beerdigt - entgegen aller bisherigen Beteuerungen.

Lothar Kaiser am :

Zweifel an dem Stadtparkteich-Projekte äußerte heute im RGA auch der Kollege Axel Richter.

Norbert Landen am :

Haben wir in Remscheid nichts Anderes zu tun als einen Teich für,Stand heute ,1,2 Millionen Euro zu sanieren? Wenn das so ist,dann gute Nacht. Da kann man nur hoffen,dass die Politiker und besonders unser beliebter OB noch einmal genau überlegen was zu tun ist,um diese Angelegenheit zu stoppen.

Chronist am :

Der Verwaltungsvorstand habe zum Stadtparkteich ganz bewusst keine Beschluss-, sondern eine Mitteilungsvorlage vorgelegt, sagte in der heutigen Ratssitzung Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Das gebe dem Rat der Stadt Gelegenheit, einen Beschluss erst im Zusammenhang mit Haushaltsberatungen im Herbst zu fassen. Philipp Wallutat (FDP) korrigierte die aktuelle Vorlage dahingehend, dass die Politik im Investitionsprogramm zwar 466.800 Euro gestellt habe, allerdings für den Stadtpark allgemein und nicht speziell für die Sanierung des Stadtparkteichs.

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